ADAC kritisiert Hersteller

ADAC kritisiert Hersteller

— 18.11.2004

Immer mehr Rückrufe

Für das Jahr 2004 befürchtet der ADAC einen Rückruf-Rekord. Außerdem lassen fehlende Gesetze eine hohe Dunkelziffer vermuten, beklagt der ADAC.

In Deutschland sind immer mehr Autos von Rückrufaktionen wegen technischer Mängel betroffen. 2003 seien nach ADAC-Berechnungen knapp eine Million Fahrzeuge von den Herstellern für Nachbesserungen in die Werkstätten zitiert worden. "Im laufenden Jahr wird es einen neuen Rückruf-Rekord geben", prognostiziert der Autoclub nun für 2004.

Die Zahl der beim Kraftfahrtbundesamt (KBA) offiziell gemeldeten Rückrufaktionen habe sich in den vergangenen zehn Jahren auf zuletzt 144 fast vervierfacht, so der ADAC. Die Ursachen für die Anhäufung seien vielfältig: "Sie reichen von Fehlern bei der Entwicklung, der Konstruktion und der Montage bis hin zu nachlässiger Endkontrolle."

Da die Fahrzeuge immer mehr Elektronik enthalten, wächst gerade in diesem Bereich die Gefahr von Defekten. Der ADAC weist zudem darauf hin, daß die Autobauer immer mehr Teile nicht mehr selbst herstellen, sondern von Zulieferern bestellen. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking weiß ein Lied davon zu singen – und hat seinen Zulieferern nach mehreren Rückrufen bereits gedroht, sie künftig outen.

Der Autoclub kritisiert, daß es noch immer keine klar gesetzlich geregelte Rückrufpflicht gebe. Zwar müsse das Kraftfahrbundesamt bei Sicherheitsmängeln einen Rückruf anordnen, harmlosere Konstruktions- und Fertigungsmängel dürften dagegen auch beim nächsten Service behoben werden. "In der Praxis führt das nicht selten dazu, daß Sicherheitsmängel als weniger gravierend dargestellt und eingestuft werden." Gerne reden die Hersteller dann nicht mehr von "Rückruf", sondern von einer "Service-Aktion".

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