ADAC-Chef tritt zurück

ADAC: Prüfbericht und Reaktionen

— 17.02.2014

Schon seit Jahren geschummelt

Auch in den vergangenen Jahren wurde die Wahl zum Lieblingsauto offenbar manipuliert. Die Autohersteller VW, BMW und Daimler wollen deshalb insgesamt 40 "Gelbe Engel" an den ADAC zurückschicken.

(dpa/Reuters) Beim ADAC-Preis "Gelber Engel" hat es schon in früheren Jahren umfangreiche Manipulationen bei der Wahl zum Lieblingsauto gegeben. Sowohl die Reihenfolge der platzierten Modelle als auch die Anzahl der abgegebenen Stimmen seien fehlerhaft gewesen, teilte der Automobilclub laut Nachrichtenagentur dpa am Montag, 17. Februar, in München mit. Durch diese bewussten Veränderungen sei bei dem Preis eine größere Markenvielfalt erreicht worden, zitiert der ADAC aus dem Bericht der externen Prüfer von Deloitte. Fehlerhaft waren demnach die Preisverleihungen in den Jahren 2009 bis 2013. Für frühere Jahre war eine Prüfung laut ADAC nicht mehr möglich, weil dazu nicht mehr ausreichende Daten vorhanden sind.

Die Pannen des ADAC

ADAC-Zentrale in München Preisverleihung Gelber Engel Karl Obermair
"Die Ergebnisse lassen vermuten, dass einzelne Personen offenbar bereits seit Jahren bei der Preisverleihung die Hersteller und die Öffentlichkeit systematisch getäuscht haben", sagte ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair. Vergangene Woche hatten die Prüfer bereits Manipulationen bei der diesjährigen Wahl bestätigt. Weitere Kategorien des "Gelben Engels" sind noch auf dem Prüfstand.

Autokonzerne geben 40 "Gelbe Engel" zurück

Die Autokonzerne VW, BMW und Daimler haben unterdessen angekündigt, insgesamt 40 Auszeichnungen mit dem Preis "Gelber Engel" an den ADAC zurückzugeben. Bei BMW handele es sich um zehn, bei Volkswagen um 19 sowie bei Daimler um elf Preise, berichtete die Zeitung "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Sprecher der Unternehmen. "Durch die nun nachgewiesenen Manipulationen bei der Stimmenauswertung hat der 'Gelbe Engel' des ADAC seine Glaubwürdigkeit verloren", sagte ein BMW-Sprecher.
Gefälschtes Ranking "Gelber Engel"
Tatsächliche/korrekte Rangfolge Kommunizierte/Manipulierte Rangfolge
2013
1 Mercedes-Benz A-Klasse 1 Mercedes-Benz A-Klasse
2 Volkswagen Golf 2 Volkswagen Golf
3 BMW 3er 3 BMW 3er
4 Audi A3 4 Audi A3
5 Mercedes-Benz SL 5 Mercedes-Benz SL
2012
1 Audi Q3 1 Audi Q3
2 Audi A6 2 BMW 1er (+2*)
3 Mercedes-Benz SLK 3 Mercedes-Benz SLK
4 BMW 1er 4 Audi A6 (-2*)
5 BMW 6er 5 VW Up (+7*)
2011
1 BMW 5er 1 BMW 5er
2 Mercedes-Benz CLS 2 Mercedes-Benz CLS
3 Mercedes-Benz E-Klasse Cabriolet 3 Audi A1 (+1*)
4 Audi A1 4 VW Passat (+2*)
5 BMW X3 5 Opel Meriva (+3*)
2010
1 Audi A5 Cabriolet 1 Mercedes-Benz E-Klasse (+3*)
2 VW Polo 2 VW Polo
3 Opel Astra 3 BMW X1 (+3*)
4 Mercedes-Benz E-Klasse 4 Audi A5 Cabriolet (-3*)
5 Mercedes-Benz E-Klasse Coupé 5 Opel Astra (-2*)
2009
1 VW Golf 1 VW Golf
2 VW Passat CC 2 Opel Insignia (+4*)
3 VW Scirocco 3 Mercedes SLK (+6*)
4 Mercedes-Benz GLK 4 VW Scirocco (-1*)
5 Audi A3 Cabriolet 5 VW Passat CC (-3*)
*: Veränderung der Platzierung gegenüber tatsächlicher/korrekter Rangfolge
Quelle: ADAC




Stichworte:

ADAC Automobilclub

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