ADAC-Chef tritt zurück

ADAC: Ranking gefälscht

— 10.02.2014

Präsident schmeißt hin

ADAC-Präsident Peter Meyer hat überraschend sein Amt niedergelegt. Offenbar kam er damit einer Suspendierung zuvor. Außerdem wurde klar, dass auch die Rangfolge beim Autopreis "Gelber Engel" 2014 manipuliert wurde.

(dpa/mas/jb) ADAC-Präsident Peter Meyer ist nach Manipulationen beim ADAC-Autopreis "Gelber Engel" und weiterer Kritik an dem Verband zurückgetreten. Der 64-Jährige legte mit sofortiger Wirkung sein Amt nieder, wie der ADAC Nordrhein am Montag, 10. Februar, mitteilte. Vizepräsident Dr. August Markl (65) übernehme die kommissarische Leitung.

Die Pannen des ADAC

ADAC-Zentrale in München Preisverleihung Gelber Engel Karl Obermair
Mit seinem überraschenden Rücktritt kam Meyer offenbar einer Suspendierung zuvor: Wie der ADAC in seiner Pressemitteilung schreibt, hatte das Präsidium "angesichts der aktuellen Vertrauenskrise des ADAC und der erschütternden Ergebnisse der aktuellen Krisenaufarbeitung am Montagvormittag ein Suspendierungsverfahren gegen Peter Meyer beschlossen". Der Präsident sei in besonderem Maße für Kommunikation und Außenwirkung verantwortlich gewesen, so die Begründung der ADAC-Oberen für diesen Schritt. Meyer erklärte dazu: "Für Fehler und Manipulationen von hauptamtlichen Führungskräften, denen gemäß ADAC Satzung die Besorgung der laufenden Geschäfte obliegt, möchte ich nicht länger alleine verantwortlich gemacht werden." Jüngste Angriffe und Diffamierungen seiner Person hätten nicht nur den ADAC, sondern auch seine Familie belastet. Die Entscheidung habe er allein und sorgfältig überlegt getroffen. "Ich glaube dennoch an den vorgestellten Zehn-Punkte-Plan mit tiefgreifendem Reformprozess für den ADAC." Das Ziel müsse die Rückgewinnung von Vertrauen und Kompetenz sein. Darüber hinaus hat die vom ADAC beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte die Manipulationen beim ADAC-Autopreis "Gelber Engel" bestätigt. Es wurde nun bekannt gegeben, dass die tatsächliche Reihenfolge der Wahl zum beliebtesten Auto der Deutschen unabhängig von der Verfälschung der Stimmenzahlen aufgrund mehrerer handwerklicher und technischer Fehler vom tatsächlichen, durch das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte ermittelten Ergebnis abwich. Mit gravierenden Konsequenzen: Der zweite Platz geht nicht an den Audi A3, sondern an den BMW 3er. Alle nachfolgenden Platzierungen verschieben sich respektive nach unten: 1. Platz VW Golf, 2. Platz BMW 3er, 3. Platz Audi A3, 4. Platz Mercedes A-Klasse, 5. Platz Skoda Octavia. Die Autokonzerne hatten für diesen Fall bereits angekündigt, die Preise zurückzugeben.

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