ADAC Raststättentest 2005

ADAC Raststättentest 2005

ADAC Raststättentest 2005

— 22.06.2005

Schöne Ferien!

Beim aktuellen Raststättentest des ADAC fiel jede vierte Anlage durch. Nicht eine der 60 Anlagen verdiente sich ein "sehr gut".

Am Wochenende beginnen in vier Bundesländern die Sommerferien. Wer vorhat, mit dem Auto in den Urlaub zu starten, braucht dieses Jahr starke Nerven: Die Spritpreise liegen auf Rekordniveau (bis 1,26 Euro pro Liter Super), die Temperaturen klettern auch, und der aktuelle Raststättentest des ADAC trübt die Aussicht auf unbeschwerte Zwischenstopps an der Autobahn.

Jede vierte der insgesamt 60 in sechs europäischen Ländern getesteten Anlagen fällt mit Pauken und Trompeten durch. Die Bestnote "sehr gut" mochten die Tester kein einziges Mal vergeben, nur fünf Anlagen verdienen ein "gut". Zwei Drittel der getesteten Betriebe kommen auf "ausreichend", 15 sind "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft".

Immerhin: Der Testsieger steht in Deutschland – die Raststätte Hegau Ost an der A 81 Stuttgart-Singen. Wer dort vorbeikommt, darf ruhig Hunger mitbringen. Dem Automobilclub gefällt besonders das in jeder Hinsicht geschmackvolle Self-Service-Restaurant mit freundlichem Personal und traumhafter Terrasse. Gute Noten gibt's auch für die deutsche Raststätte Plötzetal Ost (A14) und die Autohöfe Lippetal (A2) und Herbolzheim (A5).

Nun zu den Schattenseiten. Neben dem Dauerbrenner "mangelnde Toilettenhygiene" lag diesmal die Verkehrssicherheit im Fokus. "Besondere Sorge bereitet uns die Sicherheit der Fußgänger", so ADAC-Vizepräsident Max Stich. "Man muß gefahrlos vom Parkplatz zu allen Einrichtungen der Raststätte gelangen können." Und das bedeute "klare Beschilderung, eindeutige Vorfahrtsregelungen, sichere Gehwege sowie geschützte Spielplätze und Sitzgelegenheiten".

Die Realität sieht anders aus. Häufig gelangt man nur ohne sichere Gehwege hinter parkenden Autos ans Ziel. Besonders Kinder sind dabei in Gefahr. "Die Kleinen werden am leichtesten übersehen, wenn ein Auto rückwärts ausparkt. Ein erhebliches Sicherheitsrisiko sehen wir auch darin, daß vielfach Zebrastreifen fehlen", moniert Stich. Fazit: 56 der 60 geprüften Anlagen müssen sich in dieser Disziplin ein "sehr mangelhaft" gefallen lassen.

Schuld daran ist nach Ansicht des ADAC die komplizierte Rechtslage in Deutschland. Die Verantwortung für die Außenanlagen liege "nicht beim Betreiber, sondern beim Bund und dessen Behörden", erklärt Stich. Schließlich gehöre das gesamte Außengelände zur Autobahn. "Das Dilemma geht sogar so weit, daß es den Betreibern untersagt ist, in Eigenregie beispielsweise einen Zebrastreifen auf die Fahrbahn aufzumalen."

Zebrastreifen sind allerdings auch für Behörden eine höchst komplizierte Angelegenheit. Nach der strengen deutschen Rechtslage sind sie nur in geschlossenen Ortschaften zulässig. "Sowohl Bund als auch Betreiber müssen nun rasch ihre Hausaufgaben machen", fordert der ADAC. Die Betonung liegt auf "rasch" – denn auch dieses Jahr machen sich die Tester wieder auf den Weg.

Autor: Michael Voß

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