ADAC Schulbustest 2009

ADAC Schulbustest 2009 ADAC Schulbustest 2009

ADAC Schulbustest 2009

— 19.03.2009

Jeder Achte bleibt sitzen

Der ADAC hat mal wieder deutsche Schulbusse unter die Lupe genommen. Erschreckendes Ergebnis: Oft sind die Schülertransporter total überfüllt und sogar viel zu schnell unterwegs.

Versetzung gefährdet: Deutsche Schulbusse sind eine Gefahr für die Schüler. Diesen Eindruck vermittelt jedenfalls das Ergebnis eines groß angelegten Tests vom ADAC. Es ist nach 2008 der zweite Test dieser Art. In neun Bundesländern untersuchte der Automobilclub 89 Busse auf technische Mängel, außerdem wurden 72 Schulbuslinien in zwölf Bundesländern getestet. Schon der Technik-Check gemeinsam mit der Polizei brachte Unerfreuliches zu Tage: Jeder achte Bus hatte erhebliche Mängel. Beanstandet wurden zum Beispiel die Lenkung, die Bremsen oder die Reifen. Ein Fahrzeug musste von den Beamten sogar augenblicklich aus dem Verkehr gezogen werden.

Viele Busse hoffnungslos überfüllt 

Beim ADAC-Schulbustest fiel jeder 8. Bus aufgrund technischer Mängel durch.

Nicht viel besser sah es auf der Fahrt in den Bussen selbst aus. Viele waren hoffnungslos überfüllt, so dass es nicht genügend Haltegriffe für die Schüler gab. Und meistens waren die Haltegriffe zu hoch angebracht, so dass gerade die Kleinsten keine Chance hatten, sich daran festzuklammern. Und das war oftmals nötig, denn viele Busse waren zu schnell unterwegs: Bei rund 80 Prozent aller Fahrten wurde die Höchstgeschwindigkeit um bis zu 30 km/h überschritten. Jeder dritte Bus hatte Verspätung. An vielen Haltestellen wurde ohne Stopp vorbeigefahren, weil die Busse bereits hoffnungslos überfüllt waren.

Haltegriffe auch für kleine Schüler

Kleine Schüler können die Haltegriffe im Bus zumeist nicht erreichen.

Muster-Busfahren konnten die Tester in der Linie 543 Wattenbek-Einfeld in Schleswig-Holstein. Fahrer wie auch Schüler verhielten sich vorbildlich, lobt der ADAC. In dem gut gefüllten Bus fanden auch kleine Schüler erreichbare Haltegriffe. Positiv bewertet wurde auch die Haltestelle an der Schule, denn sie war sehr verkehrssicher angelegt. Von Rechts wegen von der Schule verweisen müsste man dagegen die Linie 826 Naumburg-Droyßig in Sachsen-Anhalt. Der Busfahrer ignorierte das Tempolimit und passte seinen Fahrstil auch dem bergigen Gelände und den engen Straßen keineswegs an, so dass Schüler im Stehen gefährdet waren. Zudem gab es kaum Haltegriffe, die wenigen vorhandenen waren zu hoch angebracht.

Hilfe durch Busbegleiter

Schuld an den Mängeln ist nach Einschätzung des ADAC häufig Geldmangel. Die Zuschüsse von Gemeinden, Bund und Ländern für den Schülerfahrdienst würden nicht ausreichen, so dass Busunternehmer regelrecht gezwungen wären, knapp zu kalkulieren und an lebenswichtiger Sicherheit zu sparen. Dadurch ist das Material veraltet, die Busfahrer überlastet und es gibt zu wenige und zu kleine Busse, in denen sich dadurch die Schüler gefährlich drängeln. Ein weiteres Problem ist die Rücksichtslosigkeit älterer gegenüber kleineren Schülern. Der ADAC empfiehlt hier, fähige Busbegleiter einzusetzen und den Kindern durch Schulungen das richtige Verhalten im Bus beizubringen.

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