ADAC bittet um Entschuldigung

ADAC-Skandal: Reaktionen von VW und Ford

— 21.01.2014

Autobauer distanzieren sich

Nach der ADAC-Affäre gehen erste Autobauer auf Distanz zum Auto-Klub. Die ADAC-Konkurrenten ACE und AVD registrieren mehr Interessenten.

(dpa/sb) Nach dem Manipulations-Geständnis des ADAC im Fall des Autopreises "Gelber Engel" will Volkswagen vorerst auf Werbung mit der Auszeichnung verzichten. Voraussetzung für weitere Entscheidungen sei eine lückenlose Aufklärung der Umstände innerhalb des Automobilclubs, sagte ein VW-Sprecher am 21. Januar 2014 auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. "Anhand dieser Ergebnisse werden wir weiter entscheiden, wie wir weiter mit dem Preis umgehen."

Die Pannen des ADAC

ADAC-Zentrale in München Preisverleihung Gelber Engel Karl Obermair
Bis dahin gelte: "Wir werden nicht mit dem Gelben Engel werben." Zunächst hatte die "Süddeutsche Zeitung" über diese Absicht von VW berichtet. Der Golf war in der vergangenen Woche mit dem "Gelben Engel" in der Kategorie "Lieblingsauto der Deutschen" ausgezeichnet worden. Kurz darauf hatte der ADAC eingeräumt, dass die Zahl der abgegebenen Stimmen in dieser Kategorie geschönt wurde. Der Chef der Ford-Werke in Köln, Bernhard Mattes, reagierte ebenfalls enttäuscht auf die Fälschungen beim ADAC-Autopreis. "Wir haben die Vorgänge rund um die Stimmenauszählung beim Gelben Engel enttäuscht zur Kenntnis genommen", sagte Mattes. Man begrüße die vom ADAC angekündigte lückenlose und transparente Aufklärung. Auf die geschäftliche Beziehung hätten die Manipulationen aber keine Auswirkungen. Man arbeite seit Jahren gut mit dem ADAC beim Pannenservice für Ford-Fahrzeuge zusammen.

ACE und AVD profitieren von der ADAC-Affäre

Unterdessen hat der Auto Club Europa (ACE) seit Bekanntwerden des Manipulationsskandals beim Konkurrenten ADAC einen deutlichen Anstieg der Anruferzahlen registriert. Die Leitungen seien in den vergangenen Tagen überlastet gewesen, sagte ein ACE-Sprecher am 21. Januar. "Viele Anrufer sind leider nicht durchgekommen." Auf der Webseite habe es zudem eine Verfünffachung der Zugriffe gegeben. Ob die Mitgliederzahl von derzeit rund 580.000 steigen werde, sei noch nicht klar, da wechselwillige Mitglieder des ADAC eine Kündigungsfrist einzuhalten hätten.
Auch der ADAC-Konkurrent AvD profitiert einem Beicht der "Rheinischen Post" zufolge von der ADAC-Affäre. Beim Automobilclub für Deutschland (AvD) seien die Anfragen seit Bekanntwerden der Betrugsvorwürfe sprunghaft angestiegen: "Wir hatten seit dem Wochenende ein sehr stark erhöhtes Anrufvolumen. Viele Anrufer wollten sich nach unseren Konditionen erkundigen. Auch über das Internet gab es verstärkt Anfragen. Die Zahl der Online-Anträge ist ein Drittel höher als normalerweise", sagte Cathrin von der Heide, Sprecherin des AvD. "Über die Gründe können wir natürlich nur spekulieren."

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