ADAC-Skandal um "Gelben Engel"

ADAC-Skandal um "Gelben Engel"

— 18.07.2014

Razzia bei Ramstetter

Beim gefeuerten ADAC-Kommunikationschef Ramstetter hat es eine Hausdurchsuchung gegeben. Die Aktion der Staatsanwaltschaft ist eine Nachwirkung des Skandals um den "Gelben Engel".

(dpa) Die Fälschungen beim ADAC-Preis "Gelber Engel" haben für den Ex-Kommunikationschef des Autofahrerclubs möglicherweise auch strafrechtliche Folgen. Die Münchner Staatsanwaltschaft ließ bereits am Mittwoch (16. Juli 2014) das Wohnhaus von Michael Ramstetter in einem Ortsteil von Starnberg in der Nähe  von München durchsuchen, wie ein Sprecher der Behörde am Freitag (18. Juli 2014) sagte. Er bestätigte damit einen Bericht des Senders B5 des Bayerischen Rundfunks. Die Manipulationen bei dem Autopreis hatten den ADAC in eine tiefe Krise gestürzt. Der frühere Chefredakteur der "ADAC Motorwelt" war am Freitag nicht zu erreichen.

Die Pannen des ADAC

ADAC-Zentrale in München Preisverleihung Gelber Engel Karl Obermair
Ramstetter hatte wegen der Affäre seinen Hut nehmen müssen und streitet derzeit in einem  Arbeitsgerichtsprozess gegen seine fristlose Entlassung. Der mächtige Kommunikationschef hatte nach der Preisverleihung die Verantwortung für die Manipulationen übernommen. Ihm wird vorgeworfen, bei der Publikumswahl zum "Lieblingsauto der Deutschen" die Rangfolge der gewählten Autos manipuliert und die niedrigen Teilnehmerzahlen nach oben korrigiert zu haben. Der ADAC sieht in ihm den Alleinschuldigen für die Veränderungen in der Rangfolge. Das sieht die  Staatsanwaltschaft bisher ähnlich. Es gebe derzeit keine Hinweise darauf, dass Ramstetter Mittäter gehabt habe, sagte der Sprecher. Bei der Aktion am Mittwoch sei auch Material beschlagnahmt worden. Was genau, wollte die Behörde nicht sagen.
Alles zum Thema ADAC

Die Staatsanwaltschaft hatte Anfang 2014 nach den Berichten über die Manipulationen beim "Gelben Engel" den Fall geprüft und ermittelt nun schon länger gegen Ramstetter. Auch habe es  Anzeigen gegeben. Dabei habe zunächst die Sachlage untersucht werden müssen, zudem habe man einige Zeit gebraucht, um herauszufinden, welche Straftat mit dem Eingriff in die Rangfolge begangenen worden sein könnte. Nun laute der Anfangsverdacht auf einen möglichen Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Noch offen ist, wann und ob es zu einer Anklage kommen wird.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.