Fernbus von DeinBus.de

ADAC steigt bei Postbus aus

— 10.11.2014

Die Post reist allein

Im Zug seines Reformprogramms zieht sich der ADAC aus dem Fernreisebus-Geschäft zurück. Die Post will das Angebot allein weiterführen.

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'Ist für Sie der Fernbus eine echte Alternative?'

(dpa/sb) Der umkämpfte Markt um Fernbusreisen bleibt in Bewegung: Der ADAC zieht sich noch im November 2014 aus dem gemeinsamen Projekt ADAC-Postbus zurück. Stattdessen konzentriere sich der Club künftig im Zug seines Reformprogramms vor allem auf die Kernleistungen Hilfe, Rat und Schutz, teilte das Unternehmen heute (10. November 2014) mit. Der ADAC nutze mit diesem Schritt eine vertraglich vereinbarte Option zum Ausstieg aus dem seit Ende 2013 Projekt. Die Deutsche Post will nach dem Ausstieg des ADAC künftig den Post-Fernbus allein steuern und das Netz ausbauen. Das kündigte Post-Vorstand Jürgen Gerdes in Bonn an. Der Post-Fernbus entwickele sich in einem wachsenden Markt wie geplant und das Unternehmen sei von ihm überzeugt. "Darum werden wir das Netz im nächsten Jahr weiter ausbauen." Noch im November werde das Gemeinschaftsunternehmen beendet und die Post übernehme die Anteile des ADAC. Für die Kunden ändere sich nichts. Die bestehenden Vorteile für ADAC-Mitglieder (z.B. kostenlose Sitzplatzreservierung, Mitnahme eines zweiten Gepäckstücks) blieben bis auf Weiteres bestehen.

Günstige Alternative: Die Fernbus-Linien in Deutschland

Andere Anbieter bleiben angesichts des harten Preiskampfs ganz auf der Strecke: Der Fernbus-Pionier DeinBus.de hatte erst am Wochenende Insolvenz angemeldet. Damit trifft der scharfe Wettbewerb einen weiteren kleinen Anbieter. Die Frankfurter Firma city2city hatte im Oktober den Betrieb eingestellt. DeinBus.de will seine Linien vorerst aufrechterhalten. Das Amtsgericht Offenbach eröffnete das Insolvenzverfahren für DeinBus.de am 4. November, wie auf einem Justizportal nachzulesen ist. Dies war vor Beginn des jüngsten Lokführer-Streiks, von dem Fernbus-Anbieter profitierten. Die "Wirtschaftswoche" hatte über die Insolvenz berichtet. Formaler Grund für den Insolvenzantrag sei Überschuldung und drohende Zahlungsunfähigkeit, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Christian Feketija. Hintergrund sei der Preiskampf zwischen den Anbietern. "In der Branche wird mit harten Bandagen gekämpft." Die großen Mitbewerber, hinter denen oft finanzstarke Konzerne steckten, drehten kräftig an der Preisschraube. "Hinter DeinBus steht kein großer Investor, das ist ein unabhängiger Pionier." Der Marktanteil von DeinBus.de liegt bei etwa zwei Prozent.   

Branchenführer im Markt ist das Unternehmen MeinFernbus mit einem Marktanteil von 45 Prozent, wie eine Untersuchung des Beratungsunternehmen Iges im September ergeben hatte. Danach folgt Flixbus mit 23 Prozent. Berlinlinienbus und IC Bus, hinter denen die Deutsche Bahn steht, kommen auf einen Anteil von zwölf Prozent, ADAC Postbus auf acht Prozent. City2City kam damals auf drei Prozent, DeinBus auf zwei Prozent.

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