ADAC Tunneltest 2004

ADAC Tunneltest 2004

— 29.04.2004

Riskante Röhren

Der aktuelle ADAC-Tunneltest zeigte erhebliche Unterschiede bei den Röhren auf. Zwar gelten 18 von 27 getesteten europäischen Tunneln als sicher, aber vier Röhren fielen völlig durch.

"Erfreulich und erschreckend zugleich" nannte der ADAC das Ergebnis seines Tunneltests. Mit den Röhren Rennsteig und Berg Bock in Thüringen kommen zwar Testsieger und Zweitplazierter aus Deutschland. Aber erstmals in der sechsjährigen Testgeschichte ist auch ein deutscher Tunnel durchgefallen: der Wattkopf bei Ettlingen. Mit "Gut" schnitt der Tunnel in Bonn Bad Godesberg ab, der neue Wesertunnel bei Bremen bekam sogar ein "Sehr gut".

Beim Wattkopf-Tunnel an der Landesstraße 562 bei Ettlingen nahe Karlsruhe bemängelten die Tester vor allem, dass für beide Fahrtrichtungen nur eine Röhre zur Verfügung stehe und es keine Einschränkungen für Gefahrguttransporte gebe. Zudem wurden bei dem Tunnel, der täglich von rund 19.000 Fahrzeugen als Ortsumfahrung von Ettlingen genutzt wird, Mängel bei Notruf und Beleuchtung beanstandet. Auch seien die Fahrbahnränder nicht ausreichend markiert.

Insgesamt neunmal konnten die Prüfer die Bestnote "sehr gut", neunmal ein "gut" vergeben. Fünf Kandidaten waren lediglich "ausreichend". Der Roppener Tunnel in Österreich bekam das Urteil "bedenklich". Neben dem deutschen Wattkopftunnel haben auch die kroatischen Röhren Tuhobicund Ucka bei Rijeka mit der Note "mangelhaft" den Sicherheitstest nicht bestanden

Wie schon im Vorjahr haben sich die italienischen Behörden und Tunnelbetreiber geweigert, Tests zuzulassen, kritisierte der ADAC. Das sei besonders bedauerlich, da Italien ein wichtiges Reiseland in Europa mit überdurchschnittlich vielen und vor allem alten Straßentunneln ist. Daher begrüßt der ADAC die jetzt vom Europäischen Parlament verabschiedete Richtlinie, die Mindestanforderungen an die Sicherheit in Straßentunneln stellt. Zum ersten Mal gibt es damit ein Regelwerk für die Sicherheit von mehr als 500 Röhrensystemen in Europa.

Um Unfälle in Tunneln zu vermeiden, bedarf es nicht nur hoher Sicherheitsstandards, sondern auch der Aufklärung der Autofahrer. ADAC-Präsident Peter Meyer erinnerte an die Brandkatastrophe im Montblanc-Tunnel in Frankreich, bei der 1999, die durch eine weggeworfene glühende Zigarettenkippe ausgelöst worden war. Damals waren 39 Menschen ums Leben gekommen. Deshalb ruft der ADAC jetzt die Tunnelkampagne "Sicher im Tunnel" ins Leben. Das wichtigste aber seien genügend Abstand zum Vordermann, ein voller Tank und eine abgenommene Sonnenbrille.

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