ADAC-Tunneltest 2010

ADAC-Tunneltest 2010

— 29.07.2010

Vier Röhren fallen durch

Die gute Nachricht: Die meisten Tunnel sind sicher. Aber es gibt immer noch miese Röhren. Welche Tunnel sicher sind und welche nicht, klärt der aktuelle ADAC-Tunneltest.

Viele Autofahrer beschleicht bei der Fahrt durch Tunnel ein flaues Gefühl. Zu Recht, wie der aktuelle Tunneltest des ADAC und seiner europäischen Partnerclubs beweist. Denn immer noch gibt es Röhren, die modernen Sicherheitsstandards längst nicht genügen. Aber es werden weniger Tunnel mit Mängeln. Beim Test erhielten vier von insgesamt 26 getesteten Tunnel in 13 Ländern die rote Karte. Drei Mal vergab der ADAC das Urteil "bedenklich", der Testverlierer in Island versagte sogar mit "mangelhaft". Das Gesamtergebnis überrascht positiv: Drei Viertel der Röhren haben den Test bestanden. Dabei gab es 16 Mal die Note "sehr gut" und vier Mal "gut". Zwei weitere Tunnel erhielten ein "ausreichend". Das Ziel, gemäß der EU-Richtlinie von 2004 spätestens im Jahr 2019 sichere Tunnel in ganz Europa zu gewährleisten, rückt damit näher.

Hier geht es zum Artikel "Zehn Jahre Tunneltest"

Der Testsieger kommt aus Frankreich. Der neu eröffnete Duplex-Tunnel auf der A 86 bei Paris hat laut ADAC Vorbildcharakter in puncto Sicherheit. Das Gegenteil zeigt der erst zwölf Jahre alte Hvalfjörður-Tunnel in Island nördlich von Reykjavik. Er liegt deutlich hinter den europäischen Mindeststandards zurück und ist dringend sanierungsbedürftig. Dass Nachrüstprogramme erfolgreich sind, beweisen drei zu zweiten Mal getestete Tunnel in Österreich und Frankreich. Nach der Modernisierung lautet das ADAC-Urteil für alle jetzt "sehr gut". Und was macht Deutschland? Hier nahmen die Tester drei Tunnel unter die Lupe. Positiv: der Lohberg-Tunnel bei Darmstadt und der Richard-Strauss-Tunnel in München. Beide überzeugen mit "sehr gut". Davon können Autofahrer im 25 Jahre alten Tunnel Birth auf der A 44 bei Velbert (Nordrhein-Westfalen) nur träumen. Dunkle Fahrbahnen in finsteren Röhren, keine Videoüberwachung und fehlende Fluchtwegbeschilderungen sind nur einige der Mängel – und bedeutet das Urteil "bedenklich".

Tendenz ist positiv

Deutsches Negativ-Beispiel: Tunnel Birth A44 bei Velbert. Zu dunkel, zu schmal.

Der ADAC erkennt eine positive Tendenz. Nachdem es bereits im vergangenen Jahr beim Tunneltest 2009 (13 getestete Tunnel) keine Ausreißer gab, zeigt auch der Test 2010, dass Europas Röhren immer sicherer werden. Neue oder bereits sanierte Tunnel erreichen fast immer gute Noten, alte oder noch nicht modernisierte Röhren bekommen schlechte Bewertungen. Also besteht durchaus Handlungsbedarf. Das gilt auch für deutsche Tunnel: Bis 2014 errechnet der Verkehrsclub einen Investitionsbedarf von 800 Millionen Euro, damit Deutschlands Röhren sicher sind.

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