Uber stellt Hacker ein / Autonome Taxis geplant

Ärger für Fahrdienstvermittler Uber

— 22.12.2016

Kalifornien zieht Uber aus dem Verkehr

Kalifornien hat mit einfachen Mitteln autonome Autos vom Fahrdienstvermittler Uber in San Francisco von der Straße geholt. Dahinter steckt ein Rechtsstreit.

(dpa/mas/lhp/cj) Fahrdienstvermittler Uber hat nach gut einer Woche seine Fahrten mit autonomen Autos in San Francisco im Streit mit der kalifornischen Verkehrsbehörde wieder einstellen müssen. Das Amt bediente sich einer einfachen und effizienten Methode, um die 16 Volvo XC 90 von der Straße zu kriegen: Es annullierte deren Kennzeichen. Zugleich erklärte Behördenchefin Jean Shiomoto in der Nacht zu Donnerstag (22. Dezember 2016), sie werde Uber persönlich helfen, eine Erlaubnis für Fahrten mit Roboterwagen beschleunigt zu bekommen.

So funktioniert das autonome Fahren

Autonomes Fahren – was ist möglich, was erlaubt? Autonomes Fahren – was ist möglich, was erlaubt? Autonomes Fahren – was ist möglich, was erlaubt?
Der ganze Streit entbrannte aber darum, dass Uber diese Genehmigung für autonome Fahrzeuge gar nicht einholen will. Der Chef von Ubers Roboterwagen-Programm, Anthony Levandowski, erklärt, in den Autos werde ein Mitarbeiter am Steuer benötigt, der die Fahrt überwache und bei Bedarf eingreifen könne. Technisch gesehen seien sie also mit Assistenzsystemen unterwegs, wie sie auch andere Autos hätten. Die Behörde entgegnet, dass die Autos zeitweise durchaus autonom unterwegs seien – und 20 andere Unternehmen wie Google, Mercedes oder die chinesische Internet-Firma Baidu sich solche Genehmigungen besorgten. Mit der Erlaubnis einher geht auch die Pflicht, Unfallsituationen und Zahlen zur Abschaltung der Roboterwagen-Software offenzulegen.

Pilotprojekt in Göteborg: Autonomes Fahren mit Volvo

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Video bringt Uber in Erklärungsnot

Die grauen XC 90 hat Uber von Volvo eingekauft. Der schwedische Hersteller hat mit dem Test in San Francisco nach eigenen Angaben nichts zu tun und arbeitet stattdessen an einem eigenen Projekt. Ein Video, in dem eins der Autos offenbar über eine rote Ampel rauscht, hatte Uber in Erklärungsnot gebracht.
Uber berichtet zwar, es habe während der Situation im Video ein Mensch gesteuert und es seien keine weiteren Passagiere an Bord gewesen. Die kalifornischen Institutionen, darunter die Verbraucherschützer der Organisation Consumer Watchdog, waren mit dem Vorgehen des Fahrdienstvermittlers trotzdem nicht einverstanden.

Mögliche Gründe für die Verweigerung

Über Ubers Gründe, auf die Beantragung der Lizenz zu verzichten, wird spekuliert. Sich nicht in die Karten schauen zu lassen, steht ganz oben auf der Liste. Mit Lizenz wäre das Unternehmen nämlich etwa dazu verpflichtet, jeden Unfall den Behörden zu melden. Möglicherweise steckt auch eine Botschaft hinter der Nichtbeachtung der Vorschriften. In Pittsburgh (US-Bundesstaat Pennsylvania) läuft seit September 2016 ein vergleichbarer Test mit autonomen Ford Fusion. Und dort gibt es im Gegensatz zu Ubers Heimatstaat Kalifornien kaum Vorschriften, die als Einschränkung wahrgenommen werden könnten.

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Alles über Autonomes Fahren

Bekannte Hacker arbeiten für Uber

Uber steckt viel Arbeit ins autonome Fahren. Die Sparte des Fahrdienstvermittlers dafür ist nach eigenen Angaben kompetent und sogar prominent besetzt. Die beiden IT-Sicherheitsexperten, die schlagzeilenträchtig einen fahrenden Jeep gehackt haben, arbeiten für Uber.

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'Autonome Taxis von Uber ...'

Miller und Valasek sind so etwas wie Stars unter den Hackern, die nach Sicherheitslücken in Auto-Software suchen. Bei der im Juli 2015 vorgestellten Attacke auf einen Jeep Cherokee konnten sie über das Internet nicht nur Klimaanlage, Radio oder Scheibenwischer steuern, sondern in die Steuerung des Fahrzeugs eingreifen und etwa das Gaspedal deaktivieren. Der Jeep-Hersteller Fiat Chrysler musste daraufhin die Software in rund 1,4 Millionen Autos erneuern. Es war die erste bekannte Rückrufaktion in der Autoindustrie weger der Gefahr eines Cyberangriffs.

Valasek war vorher bei der IT-Sicherheitsfirma IOActive. Miller gehörte dem Sicherheits-Team des Kurznachrichten-Dienstes Twitter an. Zuvor war er unter anderem fünf Jahre lang beim US-Geheimdienst NSA, wo er sich laut einem Bericht der "Washington Post" in ausländische Computernetze hackte.

Gewalt bei Uber-Protesten in Paris

Tesla, GM und Chrysler: Im Visier der Hacker

Uber holte sich für sein Technologiezentrum bereits rund 40 Forscher von der Robotik-Abteilung der US-Universität Carnegie Mellon sowie Karten-Technologie von Microsoft. Mit mehreren Milliarden Dollar von Investoren zählt Uber zu den reichsten Start-ups. Während der rasanten internationalen Expansion gibt es jedoch immer wieder heftige Konflikte mit der Taxi-Branche und Behörden.

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