Ärger um Sponsoren-Autos bei den Bayern

Bayern-Sponsor Opel

Ärger um Sponsoren-Autos bei den Bayern

— 03.05.2002

Maranello statt Rüsselsheim

Bayern-Keeper Oliver Kahn kam mit einem knallroten Ferrari zum Training. Gibt es jetzt Zoff mit Sponsor Opel?

Seinen geleasten Mercedes CL 600 hat Bayern Torhüter Oliver Kahn zurückgegeben. Er steht jetzt auf knallrot – Ferrari-Rot. Genauer: auf einen 360 Spider F1, 3,6 Liter, 400 PS, V8-Motor. Einen Kindheitstraum habe er sich mit dem roten Renner erfüllt, so der Keeper zur BILD-Zeitung. Ein Traum, der 145.000 Euro kostet. Den Luxus-Wagen führte er stolz beim Training vor. autobild.de hat nachgefragt, ob er das eigentlich darf. Er darf nicht.

Markus Hörwick, Pressesprecher von Bayern München, geht die Spritztour von Kahn deutlich zu weit: Denn zu allen "dienstlichen" Angelegenheiten, also zum Training, zum Spiel oder zum Flughafen müssen die Spieler mit den Sponsor-Fahrzeugen fahren. Und Hauptsponsor ist bis zum 30.6.2002 noch Opel. Fahren die Spieler trotzdem mit einem Privatfahrzeug vor, gibt es Ärger. "Das kann nicht angehen. Bayern ist mit Opel eine Partnerschaft eingegangen. Wir sagen das den Spielern ganz deutlich. Dann müssen sie eben das Sponsor-Fahrzeug zurückgeben", schimpft Hörwick.

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Ab Juli ist Audi neuer Auto-sponsor bei den Bayern. Ob Kahn dann seinen "Kindheitstraum" begräbt?

Eine klare Ansage. Ob es Oliver Kahn gerade jetzt im Meisterschaftsfieber wirklich interessiert? Auch Opel bestätigt auf Anfrage von autobild.de die Vereinbarung. "So etwas ist nicht korrekt. Die Spieler sind gehalten, Opel zu fahren", bestätigt Dieter Meinhold, Leiter der Sportkommunikation bei den Rüsselsheimern. Er kennt das Business: "Sponsoring ist ein hartes Geschäft. Mit Leistung und Gegenleistung." Inzwischen nehmen es die Rüsselsheimer aber eher gelassen. Schließlich wird ab Juli diesen Jahres Audi Auto-Sponsor der Münchner.

Der Vertrag zwischen Bayern und Audi ist seit April unter Dach und Fach und läuft bis 2008. Die Ingolstädter stellen dem FC Bayern 50 Fahrzeuge zur Verfügung. Sie zahlen geschätzte fünf Millionen Euro für weitere Werberechte. Opel hatte als Hauptsponsor pro Saison noch satte 15 Millionen Euro bezahlt. Einige Bayern wissen schon, hinter welchem Audi-Steuer sie am liebsten sitzen wollen. Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge wünscht sich einen A8 Zwölfzylinder, Manager Uli Hoeneß einen Audi RS 6. Und Oliver Kahn? Das sei offen, so Audi. Sicher scheint nur, dass auch der neue Hauptsponsor noch seine Last mit den autoverliebten Fußball-Millionären haben wird. Kindheitsträume gibt schließlich keiner gern auf.

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