Neues Verkaufskonzept in Japan

Aktion: Autokauf in Japan

— 04.12.2015

Gesegnet seist du für alle Zeit

Andere Märkte, andere Sitten: Im Land der aufgehenden Sonne lassen viele Autokäufer ihr neues Schätzchen traditionell segnen. Umso moderner geht es dafür in den Marken-Showrooms zu.

Video: Autokauf in Tokio (2015)

Andere Länder, andere Sitten

Glück kann man ja nie genug haben. Erst recht nicht als Autofahrer. Im fernen Japan lässt sich diesem Glück elegant auf die Sprünge helfen. Durch eine hochpriesterliche, gebührenpflichtige Auto-Segnung in einem Schrein. Die Präfektur Tokio ist mit solchen religiösen Stätten bestens versorgt: "Tokyo-jissha", die "Zehn Schreine von Tokio", liegen verkehrsgünstig im Großraum des alten Kaiserpalasts. Als nationales Wahrzeichen gilt vor allem der Shinto-Schrein Kanda Myojin im Bezirk Chiyoda. Der prunkvolle rote Bau, eingebettet in neuzeitliche Plattenbauten, ist Touristenmagnet und Ort der Einkehr gleichermaßen. Und mindestens 300-mal im Jahr der Schauplatz eines raschelnden Auto-Happenings.

Heilige Bräuche und Gebete vor dem Fahren

In der Haupthalle des "Honden" werden Segnungen gesprochen.

Es beginnt mit Paukenschlägen in der Haupthalle des Schreins, "Honden" genannt. Im hinteren Teil des Saals wartet der Hohepriester im Lotussitz, stimmt einen Singsang an, murmelt, betet. Alles ganz huldvoll. Dann – ganz wichtig – klatscht er zweimal laut in die Hände, damit die Götter die Wünsche auch erhören. Und dann geht es hurtig raus zum Auto. Das parkt – ganz wichtig – mit der Schnauze voraus vorm heiligen Felsen (nie den Rücken zukehren, in diesem Fall das Heck, das erzürnt ihn), Türen und Heckklappe sind geöffnet, damit die guten Wünsche auch jeden Winkel erreichen. Sonst wird das nämlich nichts mit dem Glück im Straßenverkehr und der allzeit unfallfreien Fahrt.

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Kauf perfekt: ein ganz besonderer Moment

Der Verkäufer fährt im schmucken Hof vor, im gläsernen Übergaberaum gibt es dann den Schlüssel.

Heute ist der Mazda CX-3 von Miyabi Sugawara dran. Die TV-Redakteurin – 28 Jahre alt, lange schwarze Haare, Modelmaße – wohnt der Papierpuschel-Zeremonie andächtig bei. "Das ist ein ganz besonderer Moment für mich", flüstert sie. Wenige Stunden zuvor hat sie ihren Crossover-SUV im Meguro Himonya Outlet abgeholt, dem neuen Tokioter "Flagship Store" von Mazda. Sechsstufenautomatik, innen dreifarbiges Leder, außen "Ceramic White" (heißt bei uns "Mondsteinweißmetallic"), 105 PS, Diesel. Was auch sonst: Mazda bietet den CX-3 in der Elektro- und Hybrid-Hochburg Japan (Zulassungsanteil 2014: rund 22 Prozent) nur als Selbstzünder an. Durchschnittsverbrauch laut Norm 4,0 Liter, geringe Emissionen (105 g/ km CO2), das kommt an in dem technologieversessenen Inselstaat. Im Mai dieses Jahres gestartet, liegt der CX-3 mit 17.381 Neuzulassungen jetzt schon auf Rang zwei der Mazda-Hitliste – hinter dem Demio (Mazda 2) und vor dem großen Bruder CX-5.

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Mazda gilt dank des "Kodo"-Designs als hippe, junge Marke

So sieht das "Meguro Himonya Outlet" in Tokio aus.

Auch in Deutschland startet der kleine SUV durch: Im Oktober avancierte er zum meistverkauften Modell der Marke (1400 Einheiten, 4550 seit Verkaufsstart). "Ich liebe diesen sportlichen, modernen Look", schwärmt Ex-Prius-Fahrerin Miyabi. Mazda gilt in Japan seit dem Start seines "Kodo"-Designs als hippe, junge Marke. Dieses Image sollen jetzt auch die Händler transportieren. Viel edles Schwarz und Dunkelgrau, Designermöbel, aufwendige LED-Illuminationen innen und außen. Weltweit wird der Markenauftritt vereinheitlicht und aufgewertet. In Deutschland sollen bis Ende 2016 alle 460 Verkaufsstützpunkte modernisiert sein. Der Umbau der insgesamt 1044 "Outlets" in Japan ist bereits in vollem Gang. Wie das im besten Fall aussehen kann, zeigt das durchgestylte Meguro Himonya Outlet. Geschwungene Fassade aus geschwärztem Glas und dunklem Holz, zartes Schilfgras davor, separater Übergaberaum mit penibel ausgerichteten Bildern und Regalen. Autos vermutet man hier im ersten Moment gar nicht. Es sind nämlich kaum welche zu sehen. Die Werkstatt befindet sich unter dem Hof, über einen Drehteller werden die Autos in einen Fahrstuhl bugsiert. Lediglich fünf Modelle – alle rot lackiert – stehen im Café im zweiten Stock.

Im Mazda-Showroom wird die Liebe zur Marke gelebt

Neues Service-Konzept: Hochglanz-Showroom, gecastete Verkäufer, kompetente Beratung.

Der neue Vorzeige-Showroom gehört zu Kanto Mazda, mit 118 Betrieben und 834 Millionen Euro Jahresumsatz größter Mazda-Händler weltweit. "Bei uns kommt es nicht darauf an, wer die meisten Autos verkauft", versichert Kanto-Präsident Raita Nishiyama. "Hier wird die Liebe zur Marke Mazda gelebt." Das Personal wurde speziell gecastet und geschult. Per Knopf im Ohr stehen die 19 Mitarbeiter permanent in Kontakt. Eine vornehme Concièrge nimmt die Besucher in Empfang. Testwagen werden für 24 Stunden rausgegeben. Das neue Konzept geht auf: Mit rund 400 verkauften Neuwagen liegt die Filiale 20 Prozent über Kanto-Schnitt. Glück gehabt.

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