Aktion: Ich fahr' fair!

Aktion: Ich fahr' fair! Aktion: Ich fahr' fair!

Aktion: Ich fahr' fair!

— 25.05.2007

Mensch, pass' auf!

Tatort Stadtverkehr: Die Moral endet direkt vor unserer Haustür. Rotsünder, Drängler, Falschabbieger – für sie scheint Fairness ein Fremdwort zu sein. Dabei ist Rücksicht so einfach.

Rennstrecke Innenstadt: Nach über einer Sekunde Rotlicht rauschen ein Mercedes und ein Alfa über die Kreuzung Neuer Jungfernstieg/Ecke Kennedybrücke in Hamburg. Rotsünder Nummer 13 und 14 – innerhalb von 20 Minuten. Es ist Dienstag, 16.15 Uhr, Feierabendverkehr. Trauriger Alltag an dieser Kreuzung. Denn Fußgänger und Radfahrer scheinen sich daran gewöhnt zu haben. Obwohl ihre Ampel Grün zeigt, warten sie instinktiv die Rotlicht-Rambos ab. Szenenwechsel: Jungfrauenthal, zwei Kilometer nördlich. Hier gilt Tempo 30, Wohngebiet. Vor einem Modegeschäft stehen drei Autos mit Warnblinker – und keines davon hat eine Panne. Vorbeifahren kann nur, wer auf die Gegenspur wechselt.

Fast zwei Meter ragt der schwarze Mercedes aus seiner Parklücke.

Einen Block weiter ragt ein quer geparkter Mercedes auf die linke Fahrbahnseite. Genau gegenüber holt eine Mutter ihren Sohn aus dem Kindergarten ab, lässt ihr Auto in der zweiten Reihe stehen. In beiden Richtungen staut es sich. Ein Tag wie jeder andere – im Hamburger Nobelstadtteil Harvestehude herrscht Parkplatz-Anarchie. Kann das wirklich Alltag sein? Allein in der Hansestadt mussten im vergangenen Jahr 979 Führerscheininhaber wegen Aggression und Nötigung zur MPU. Und in Berlin registrierte die Polizei im ersten Halbjahr 2006 15.000 Rotsünder – an 14 Blitzampeln.

Vor allem Radfahrer werden im fließenden Verkehr gern übersehen.

Im Jahr zuvor waren es noch acht Prozent weniger. Auch wer sich an alle Regeln hält, kann zur Zielscheibe von aggressiven Autofahrern werden. Bei exakt 50 km/h Stadttempo lassen sich im Rückspiegel oft die einzelnen Falten auf der Stirn des Hintermanns zählen. Ebenfalls eine Sünde für die Hektiker und Drängler auf unseren Straßen: anhalten, um jemanden rückwärts aus seiner Parklücke fahren zu lassen. Die Strafe: ein Hupkonzert. Schließlich hat der fließende Verkehr die Vorfahrt. Und das zählt. Sonst nichts. Wirklich? Falsch! Denn jeder ist zur "ständigen Vorsicht und gegenseitiger Rücksicht" (Paragraf eins der Straßenverkehrsordnung) verpflichtet – selbst wenn der andere mal im Unrecht ist. Eine ganz einfache Regel – mit der alle gesund und entspannt nach Hause kommen könnten.

Verkehrspsychologie: "Es wird zu wenig kommuniziert"


Über 90 Prozent der Deutschen halten sich für gute Autofahrer. Doch durch ESP, ABS und Co haben wir den direkten Kontakt zur Straße verloren. Die Assistenzsysteme sind wie ein Leitstrahl, auf dem wir geführt werden. Wir fahren nicht mehr, wir werden gefahren. Immer bessere Geräuschdämmung und komfortablere Fahrwerke machen das Fahren zunehmend virtuell, wie im Videospiel. Das alles zusammen sorgt für das Gefühl: Im Auto kann mir nichts passieren. Hinzu kommt, dass die Menschen immer weniger kommunizieren, insbesondere mit den schwächeren Verkehrsteilnehmern. Stattdessen interpretieren wir das Verhalten des anderen und vermuten Böswilligkeit oder Egoismus, wenn uns die Vorfahrt genommen oder vor uns geschlichen wird.

AUTO BILD sucht faire Autofahrer

Der "Ich fahr' fair"-Aufkleber zeigt, dass Sie ein fairer Autofahrer sind.

Ihr Hintermann hat Ihnen den Weg erklärt, als Sie in einer fremden Stadt ratlos und immer langsamer fahrend nach dem richtigen Weg gesucht haben? AUTO BILD sucht faire Autofahrer und ihre Geschichten. Machen Sie mit! Einfach den "Ich fahr' fair!"-Aufkleber der Heftvorderseite von Ausgabe 21/2007 (noch bis 31. Mai 2007 im Handel) ans Auto kleben. Zeigen Sie allen, dass Sie ein fairer Autofahrer sind. Und schreiben Sie Ihr faires Erlebnis an: AUTO BILD, Stichwort "Fair", 20760 Hamburg. Oder per E-Mail an fair@autobild.de. Sie haben einen Zweitwagen oder wollen Freunden und Verwandten ebenfalls einen "Ich fahr’ fair"-Aufkleber verpassen? Schicken Sie einfach eine Postkarte an: AUTO BILD, Stichwort "Aufkleber", 20623 Hamburg. Oder schreiben Sie uns zum gleichen Stichwort eine E-Mail: fair@autobild.de.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.