Aktion "König von Mallorca"

Der Spritspar-König von Mallorca Der Spritspar-König von Mallorca

Aktion "König von Mallorca"

— 08.11.2005

Spritsparkönig Alexander der Erste

Streß und Spaß unter spanischer Sonne: AUTO BILD setzte beim Lehrgang auf Mallorca dem sparsamsten Autofahrer die Krone auf.

PS-Ballermänner haben hier keine Chance

Von Hauke Schrieber Der König schwitzt. Hat die Klimaanlage ausgeschaltet und alle Scheiben hochgefahren. Obwohl draußen die Sonne über Mallorca brennt. 26 Grad im Schatten. Des Königs neue Kleider sind schweißgetränkt. Der König schaltet sanft. Nutzt den Schwung, als er auf die lange Linkskurve zurollt, seinen Blick schon auf die nächste Schikane gerichtet.

Der König steigt aus. Nach einem langen Tag auf der "Renn-Arena Mallorca". Nach Übungen, Unterricht und Prüfungen stellt er den Skoda Fabia ab. Noch ist er nur ein einfacher Bürger: Alexander Jakob, 33 Jahre, Zollbeamter aus Hamburg. Gleich wird ihm die Krone aufgesetzt. Von nun an trägt er den Titel "Alexander der Erste, Spritsparkönig von Mallorca".

AUTO BILD hat die Motor-Monarchie eingeführt. Dreimal wird der König von Mallorca ausgerufen. Neben dem Oberhaupt der Spritsparer noch in den Disziplinen Fahrsicherheit und Slalom. Die ersten 20 Königs-Kandidaten (aus 30.272 Bewerbungen) stehen auf der nagelneuen, 3,2 Kilometer langen Rennstrecke zwischen Palma und Llucmajor. PS-Ballermänner haben hier, unweit von Ballermann 6, keine Chance. Es geht um möglichst verbrauchsarmes Dahinrollen. Am Morgen benötigen die 18 Prinzen und zwei Prinzessinnen mit ihren 101 PS starken Fabia noch bis zu 9,3 Liter auf 100 Kilometer. Doch das Einsparpotential ist enorm. Nach den Tips und Hilfestellungen der drei Instruktoren kommen einige am Ende mit bis zu 30 Prozent weniger Benzin aus.

"Ach du Schreck, so fahre ich zu Hause nie"

Die drei Königsmacher kommen vom Automobilclub von Deutschland (AvD) und heißen Matthias Kleinmichel, Ingolf Raiß und Jens Grünewald. Chef-Instruktor Kleinmichel sitzt bei Julia Christmann im Auto und korrigiert: "Früher hochschalten!" "Was, jetzt schon?" "Fuß vom Gas, rollen lassen, nicht auskuppeln." "Ach du Schreck, so fahre ich zu Hause nie." "Aber so sparst du Sprit." Stimmt: Julia senkt den Verbrauch in zwei Runden von 7,1 auf 6,2 Liter.

Und nach dem Theorieunterricht ist auch Volker Zieger, Richter aus Münster, schlauer. Sein Urteil: "Sehr lehrreicher Kursus. Daß es sparsamer ist, nicht auszukuppeln, sondern einfach den Fuß vom Gas zu nehmen, habe ich nicht gewußt."

Geht es auf dem großen Kurs im Angesicht der zuckenden Tanknadeln eher gemächlich zu, toben sich die Kandidaten in der Mittagspause in den Rennkarts aus, um ihren Gasfuß wieder zu durchbluten – und amüsieren sich dabei königlich.

Dann wird es wieder ernst. 20 Runden auf der Rennstrecke und zehn Minuten auf der längsten Kartbahn Europas. Möglichst schnell, möglicht weit, und vor allem: möglichst sparsam. Das Ganze begleitet von akustischem Psycho-Terror: Im Autoradio dröhnen "Highway to Hell" und "Gib Gas, ich will Spaß".

Der König erreicht 59 der maximal 60 Punkte

Alexander Jakob, privat im VW Polo unterwegs, hat Spaß am Sparen und Schwitzen. Sein Top-Verbrauch liegt bei 5,2 Litern – Rekord. "Ich bin klatschnaß. Die Klimaanlage war aus, und das Fenster hab' ich keinen Spalt aufgemacht. Schließlich haben wir ja gelernt, daß das den Verbrauch erhöht." Im Kampf um die Krone geht es eben auch um die letzten Stellen hinter dem Komma.

Alexanders Askese zahlt sich aus: Er erreicht 59 der maximal 60 Punkte – der König kann ausgerufen werden! Für Holger Kliebe (27) aus Grevenbroich reicht es mit 54 Punkten zu Platz zwei. "Die Theorieprüfung hat mich reingerissen." Aber wer wie Kliebe jeden Tag mit einem Sechszylinder-BMW 120 Kilometer zur Arbeit pendelt, der hat was vom Kraftstoffsparen.

Bei der Krönung im Landsitz Abacanto werden König Alexander der Erste feierlich 500 Euro Preisgeld überreicht, ehe das Festmahl serviert wird. Holger Kliebe erhält 300 Euro, Max Heindl, der Dritte, 200 Euro. Bis in den Morgen wird am Strand weitergefeiert. Sollten die drei das Geld für Benzin ausgeben – sie kämen nun sehr weit damit.

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