Aktion: ZF-Praxistest 2014

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Aktion: Vans im ZF-Praxistest 2014

— 30.07.2014

Im großen Stil

20 Leser sind beim sechsten ZF-Praxistest in die Rolle des Autotesters geschlüpft. Zehn Vans mussten sich dem Urteil der Jury stellen. Die Voraussetzungen für ein packendes Finale waren ideal!

Sitze umlegen, verschieben, ausbauen. Gepäckraumabde­ckung und Trennnetz raus, Fahr­rad oder Buggy rein. Klapptisch und Armlehne runter, Lounge-Atmosphäre hoch. Weil keine Fahr­zeugklasse so viel Variabilität bie­tet wie die Vans, erging unsere Einladung zum ZF-Praxistest 2014 erstmals an 20 Leser. Getestet wur­de in Zweierteams, bewertet mit Punkten von eins bis zehn – sowohl statisch als auch in Fahrtests auf öf­fentlicher Straße und Rennstrecke. Mit dabei: Mutter-Tochter- und Vater-Sohn-Duo, Zwillinge, Paare, Freunde – alle mit unterschiedlichen Ansprüchen, aber einem Ziel: den besten Van zu ermitteln.

Welcher Hersteller meistert den Spagat am besten?

Die Leserjury: So unterschiedlich die Konstellationen der Zweierteams, so unterschiedlich sind auch ihre Bedürfnisse an die Vans.

Torsten Oeltjen und Kirsten Zühlsdorff stehen vor der Heraus­forderung, ihre fünfköpfige Patchworkfamilie angemessen zu be­fördern. Die Wegners wollen einen Van nutzen, um ihre Bikes zu transportieren. Hobbymusiker Ulrich Grever sucht mit seinen 1,96 Metern ein Auto, das nicht nur ihm "passt", sondern auch seiner Tuba. Michael Erbsmehl und Pascal Fontaine planen jedes Jahr wenigstens zwei Roadtrips mit der Clique, brauchen also ebenfalls reichlich Platz für Pas­sagiere und Gepäck. Doch der beste Nutzwert bringt nichts, wenn am Ende Komfort und Si­cherheit auf der Strecke bleiben – da sind sich alle einig. Welcher Hersteller den Spagat am besten meistert? 48 Stunden und 2500 Punktwerte später wissen wir's.

Freitag: Benotung im Schlossgarten

Los geht's am Freitagnachmit­tag mit der statischen Benotung. Der Hofgarten von Schloss Reich­mannsdorff in der Nähe von Schlüsselfeld – dem Quartier der Mannschaft – bietet dafür den idealen Rahmen. Hier inspizieren die Leser die Vans bis ins Detail. Für viele ein Unbekannter: Billig­heimer Dacia Lodgy, der selbst top ausgestattet nur 16.590 Euro kos­tet. Das gefällt – ebenso wie das großzügige Platzangebot und das einfach zu bedie­nende Navi. "Es gibt Autos hier, die sind doppelt so teuer und kom­men nicht an dieses Navi ran", stellt Torsten Oeltjen fest. Doch kein Lob ohne Tadel: "Die Quali­tätsanmutung ist schon sehr billig. Kunststoffe sind kratzempfindlich, nicht richtig entgratet, Filze nicht verklebt, die Heckklappe unver­kleidet. Dennoch: Wer nach einem Auto mit riesigem Kofferraum späht und auf diese Dinge keinen Wert legt, für den ist der Lodgy ei­ne Option."

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Ein Kompaktwagen, nicht mehr und nicht weniger

Krasses Gegenteil: die B-Klasse für mehr als 27.000 Euro in der Basis. Der Testwa­gen, den Mer­cedes zur Verfügung stellte, kostet sogar gut 44.000 Euro. "Zu viel, denn die B-Klasse ist kein Van", meint Gunar Weber, der von seinem Ford Tour­neo anderes gewohnt ist. "Die Aus­stattung ist top, das Platzangebot für Fahrer und Beifahrer ebenfalls, aber der Mercedes ist zu unprak­tisch, nicht flexibel genug. Ein Kompaktwagen, nicht mehr und nicht weniger", ergänzt der 49-Jäh­rige. Auch Claudio Bollin und Se­bastian Mager sehen die B-Klasse nicht als klassischen Familienvan, sondern maximal als Viersitzer. Besonders angetan hat es ihnen das Comandsystem: "Das Drehrad in der Mittelkonsole ist super, er­möglicht eine intuitive Bedienung. Im Vergleich dazu hat Opel nichts von Systematik verstanden. Der Zafira hat viel zu viele Tasten, das ist alles zu kompliziert." Eine Schwäche, die auch andere Jury­mitglieder notieren, die aber weit­gehend die einzige des Opel bleibt.

Der Wagen ist äußerlich so groß

"Das Platzangebot in Reihe zwei ist hervorragend, vorn
dagegen ist es im Mazda 5 zu eng", kritisieren die Grevers.

Minimal besser kommt die Lö­sung von Ford weg, doch der klei­ne Bildschirm und die undurch­sichtige Menüführung stoßen ebenfalls auf Kritik. "Da waren der Touran und der Mazda5 deutlich besser, ja aufgeräumter", sagt Ma­rianne Sawatzki, während sie mit ihrer Tochter versucht, das Rätsel der korrekten Tastenkombination im C-Max zu entschlüsseln, und sich über den bunten Materialmix ärgert. Viel zu unruhig wirke das. Ein paar Meter weiter müht sich Ulrich Grever derweil, eine pas­sende Position hinterm Steuer des Mazda5 zu finden. "Ich bin schon am Anschlag, der Sitz geht nicht weiter zurück", stellt er ungläubig fest. "Der Wagen ist äußerlich so groß, aber zumindest vorn für mich nicht brauchbar." Auch die wabbelige Hutablage und die schlecht klappbaren Tische an den Vordersitzlehnen halten dem Pra­xistest nicht stand. Zumindest bringen die elektrischen Schiebe­türen und der versteckbare Mittel­sitz hinten Pluspunkte. Wird die schmale Sitzfläche unter den Au­ßensitz geklappt, dient die Lehne als Armauflage. Clever! Trotzdem gibt's nur 5,9 Punkte von den bei­den Strücklingern.

Wenn du Caddy fährst, hast du plötzlich ganz viele Freunde

Die Härtel-Zwillinge auf Erkundungstour im Caddy: Die Rücksitze sind klapp- und herausnehmbar, aber arg schwer.

Mehr erhoffen sie sich vom Caddy – zu Recht, denn Platzprobleme gibt's im VW-Transporter keine. "dafür wirken die Materialien günstig, die Schie­betüren schwergängig und das In­nenleben nackt." Notieren's und finden dennoch Gefallen am hoch­beinigen VW. Der weckt auch Sym­pathien bei Falk Notroff. "Wenn du Caddy fährst, hast du plötzlich ganz viele Freunde, die deine Nummer kennen, wenn sie umzie­hen wollen. Platz ist wichtig, jetzt, wo wir auch mal mit Kindern und Enkelkindern in den Urlaub fah­ren." Ulrike Wegner ist vom kon­kurrenzlosen Kofferraumangebot begeistert: "Hier kriegen wir unsere Räder locker unter. Nur die Zweiersitzbank ist viel zu schwer, um sie allein auszubauen." Apro­pos zweite Reihe: Den Klappme­chanismus der Rücksitze im 5008 sollte Peugeot noch einmal über­denken. "Hakelig", kritisiert die 57-Jährige, so wie die Härtel-Brü­der. Das Versenken der optionalen dritten Sitzreihe im Ladeboden empfinden die Berliner Zwillinge dagegen als "intuitiv". "Und auch die Heckklappe ist leicht zu öff­nen. Beim Caddy meinst du, du hast ein Haus in der Hand. Nach drei Stunden Sitzprobe, Knöpfedrücken und Kofferraumauslitern sind alle Kreuzchen ge­setzt, Teil eins der Bewertung ab­geschlossen.

Samstag: Das Auto ist eine herrliche Katastro­phe

Part zwei folgt am nächsten Tag mit dem dynamischen Test, zu dem alle Vans mit Dieselmotor und manueller Schaltung antre­ten. Die ernüchternden Erfahrun­gen mit dem Mazda 5 holen Rainer Möller hier jäh wieder ein: "Das Auto ist eine herrliche Katastro­phe. Ich fand es gestern beim Rein­gucken schon schlimm, und der Eindruck bestätigt sich heute. Der 1,6-Liter dröhnt, die Lenkung ist fürchterlich indirekt. Nur komfortabel ist der Mazda einiger­maßen." Das kann Kirsten Zühls­dorff nicht nachvollziehen. Die 22 Kilometer lange Testfahrt im schaukeligen Japaner ist ihr auf den Magen geschlagen. Sie hängt ihre Rolle als Beifahrerin ebenso kurzzeitig an den Nagel wie Betti­na Grever.

Der fährt sich einfach toll

Wie kräftig zieht der Motor durch? Der Dacia holt nicht die Wurst vom Brot, federt zudem ruppig. Resultat: letzter Platz in der Onroad-Wertung.

Währenddessen geben die Männer auf den kurvigen Landstraßen im Steigerwald wei­ter Gas, bremsen, kuppeln, schal­ten und fahren dabei ganz bewusst über Gullydeckel oder durch Schlaglöcher, um die Federung auf die Probe zu stellen. Ergebnis: Der Dacia bringt die Nordlichter beinahe in die Gesellschaft ihrer Frauen. "Der macht seekrank." Hinzu kommen das poltrige Fahr­werk und die weichen Sessel, die nicht nur aufs Kreuz gehen, son­dern auch keinerlei Seitenhalt bie­ten. Ein Wechsel in den C-Max mit seinen langstreckentauglichen Sit­zen wirkt da wie eine Erholung. Der kräftige und zugleich leise 2.0 TDCi mit 140 PS, die exakte Schal­tung und die direkte Lenkung be­geistern ohne Ausnahme. "Der fährt sich einfach toll" – ein State­ment, das wir an diesem Tag mehr­fach hören und das den Ford in die Favoritenrolle drängt.

Das Interieur ist echt spacig, das macht Spaß

Gleiches gilt für den Touran, der zwar nicht so sportlich ist, dafür komfortbetont und mit seiner unauffällig-soliden Art Punkt um Punkt kassiert. Der Citroën kann hier nicht mithalten. "Das Fahrwerk ist nicht so kom­fortabel, wie ich das erwartet hat­te. Das kann der Touran deutlich besser. Dafür ist der Motor klasse. Er hat Kraft von unten und ballert richtig los", zeigt sich Rainer Möl­ler begeistert, während er den Franzosen eine Steigung hinauf­jagt. Sohn Joos spielt derweil am Radio rum und zeigt, was der Va­ter schon zuvor mit einem breiten Grinsen bekannte: "Das Interieur ist echt spacig, das macht Spaß; hier wird der Spieltrieb befrie­digt." Offensichtlich aber nur die­ser, denn das Frauenduo kann sich mit dem futuristischen Cockpit nicht anfreunden, eher schon mit der B-Klasse. Die kristallisiert sich am Ende des Fahrkapitels als Fa­vorit der Berliner Zwillinge her­aus. Im Gesamteindruck sehen sie indes den Opel vorn, dicht gefolgt vom Peugeot. "Die Performance vom 1.6er des Zafira hat uns er­staunt. Er ist fast so gut wie der Peugeot, der aber einen Zweilitermotor hat. Dagegen kommt der Verso schlecht vom Fleck. Die Per­formance am Berg ist miserabel. Der 112-PS-Diesel braucht Dreh­zahl, um in Schwung zu kommen."

Sonntag: Die kleine Berg-und-Tal-Bahn in Schlüssel­feld

Jury-Erkenntnisse zum Lodgy: schlechte Seitenführung der Sitze, schwammige Lenkung, früh und rigoros regelndes ESP.

Ein Eindruck, der sich auf dem Handlingkurs am Sonntag bestä­tigt. Mit pfeifenden Reifen und fleißig regelnden ESP jagt die Jury die zehn Vans über die kleine Berg-und-Tal-Bahn des Fahrsi­cherheitszentrums in Schlüssel­feld. Schwächen von Bremsen, Fahrwerk und Lenkung treten hier noch deutlicher hervor als am Vor­tag. "Schwammiges Fahrverhal­ten", lesen wir zum Verso in den meisten Bewertungsbögen, womit er die Erwartungen der meisten nicht erfüllt. Vom Dacia dagegen war der Großteil positiv über­rascht. Zwar punktet er nicht mit Komfort, dafür mit Sicherheit: "Das Fahrwerk ist nix", sagt Wolf­gang Wegner, ist aber beruhigt, dass der Lodgy "nur über die Vor­derräder schiebt" und das ESP früh genug eingreift. Meilen voraus fahren da B-Klasse und C-Max, die klar die Sportlichsten im Feld sind – dank eines vergleichsweise niedrigen Schwer­punkts. Mit hervorragenden Beur­teilungen in der Dynamikwertung mischen die beiden am Ende ganz vorn mit. Letztlich bieten sie aber zu wenig Platz und Variabilität, um ganz oben zu stehen.

Ein klassischer Streber

Ein ereignisreiches Wochenende geht zu Ende. Dass der Touran gewinnt, erwarteten nur wenige; die meisten sahen den Zafira Tourer vorn

Als Anwärter darauf haben viele zunächst den Zafira Tourer gesehen – dank er­gonomischen Vordersitzen, flexib­ler Rückbank, ebener Ladefläche, großem Laderaum, ordentlichem Komfort und dem durchzugsstar­ken wie laufruhigen 136-PS-Die­sel. Verspielt hat er den Sieg im wahrsten Sinne des Wortes mit sei­nem überfrachteten Cockpit, bei dem die Jury vor lauter Schaltern und Tasten die Bedienelemente nicht mehr sah. So gewinnt einer, der weder für positive noch nega­tive Aufreger gesorgt hat und des­sen Nachfolger schon nächstes Frühjahr auf den Markt kommt – "ein klassischer Streber, der alles richtig macht, aber total langweilig ist", resümiert Sebastian Mager und nimmt damit vielen das Wort aus dem Mund. Kontinuität ist der Schlüssel zum Erfolg. Das beweist VW immer wieder aufs Neue – nicht nur mit dem Touran im ZF-Praxistest.

AUTO TEST Leser-Fazit

Wer hätte das gedacht? Der VW Touran machte das Rennen im ZF-Praxistest 2014.

Mit souveränem Antrieb, harmonischem Fahrwerk und einfacher Bedienung fährt der VW Touran auf Platz 1 – knapp vor der Mercedes B-Klasse. Deren Qualität hat die Tester ebenso überzeugt wie die Handlingeigenschaften; ein geringer Nutzwert und der stolze Preis haben allerdings den Sieg vereitelt. Platz 3 geht an den Zafira Tourer, nur einen Wimpernschlag dahinter. Größter Kritikpunkt: die Bedienung; Außendesign, Variabilität und eine gesunde Mischung aus Komfort und Dynamik kamen dagegen an. Letztere ist die größte Stärke des Ford C-Max, dessen Motor und Fahrwerk Lob einheimsen. Wenig Platz im Fond, schlechte Übersicht und die unklare Menüführung bescheren insgesamt aber nur Rang 4. Mit Abstand folgen Peugeot 5008, der bei den Fahrtests positiv überrascht hat, der geräumige, aber einfache VW Caddy und der spacige Citroën C4 Picasso. Toyota Verso und Mazda5 können mit ihrer fahrspaßarmen Auslegung nicht punkten, ebenso wenig wie der Dacia Lodgy. Der Rumäne bietet aber immerhin ein großes Ladeabteil und das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es in AUTO TEST 8/2014 oder als Download im Online-Heftarchiv.

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ZF-Praxistest 2014: Leserjury

Der vollständige Artikel ist ab sofort im unserem Online-Artikelarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden.

Veröffentlicht:

18.07.2014

Preis:

2,00 €

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