Aktuelle Volvo-Neuheiten

Volvo S80 Volvo S80

Aktuelle Volvo-Neuheiten

— 16.05.2008

Bioschwede auf Ethanol

Frische Volvo-Innovationen schon ausprobiert: AUTO BILD war mit dem neuen 200 PS starken FlexiFuel-Antrieb und dem Doppelkupplungsgetriebe Powershift in Kopenhagen unterwegs.

Volvo fährt unbeirrt auf seinem grün angemalten Weg in die Zukunft. Allen Diskussionen und Negativschlagzeilen zum Trotz setzen die Schweden weiterhin auf den Bio-Kraftstoff Ethanol. In Kopenhagen stellten sie jetzt ihr neues FlexiFuel-Top-Aggregat mit 2,5 Liter-Hubraum und 200 PS vor. Und damit bereits den dritten ethanolfähigen Motor. Der Fünfzylinder – ab sofort zu haben in den Modellen V70 und S80 – kann sowohl mit dem schadstoffarmen Kraftstoff E85 (85 Prozent Bioethanol, 15 Prozent Benzin), mit Superbenzin oder eben mit einer Mischung aus beiden betankt werden. Dazu benötigt das Auto weder einen Extratank, schon gar nicht einen Hebel zum umstellen. Umweltsprecher Niklas Gustavson betonte bei der Präsentation: "Volvo hat die Debatten um Ethanol genau verfolgt und nimmt sie sehr ernst. Wir glauben aber fest an die Zukunft des Bio-Sprits." Das ist klar. Denn die Nordländer haben noch viel vor mit dem Alkohol-Treibstoff, der aus erneuerbaren Biomassen wie Zuckerrohr, Zuckerrüben, Getreide oder Zellulose hergestellt wird. Sie streben für 2008 weltweit rund 20.000 verkaufte FlexiFuel-Modelle an. Immerhin.

Der saubere Motor fährt sich wie sein konventionelles Pendant

Kein Unterschied zum konventionellen Motor: Der E85-Topmotor für S80 und V70 fährt sich ganz normal.

In Schweden haben bereits rund 40 Prozent aller aktuell verkauften Volvos einen FlexiFuel-Antrieb unter der Haube. Sowohl Infrastruktur als auch staatliche Maßnahmen machen es den Schweden einfach, sich für die Bio-Modelle zu begeistern. Im Gegensatz zu Deutschland, wo es derzeit nur 155 E85-Tankstellen gibt, sind es in dem skandinavischen Land 1100. Zudem werden Ethanol betriebene Dienstwagen niedriger besteuert und erhalten in manchen Citys sogar eine Parkplatzgarantie. In Deutschland muss Volvo kleinere Brötchen backen. Der FlexiFuel-Anteil hier soll bei rund zwei Prozent liegen, das wären etwa 260 Fahrzeuge pro Jahr. Für die saubere Alternative ruft Volvo einen Aufschlag von 400 Euro auf. Der Top-Motor ist damit im S80 für 38.020 Euro zu haben und im V70 für 38.320 Euro. Bei den ersten Testfahrten rund um Kopenhagen zeigte der Turbo-Fünfzylinder keine Auffälligkeiten zum normalen Benziner. Warum auch? Technisch sind die Unterschiede äußerst gering. Lediglich Ventilsitze, Tank, Spritleitungen sowie die Benzinpumpe sind aus höherwertigem Material und somit widerstandsfähiger gegen den aggressiveren Bio-Sprit. Ansonsten alles gleich, nicht einmal andere Sensoren verwendet Volvo. Alleine die Software steuert die Elektronik und stimmt den Motor auf die jeweilige Spritsorte ein. Wegen der geringeren Energiedichte von Bio-Ethanol soll der Verbrauch – je nach Fahrweise, Temperatur und Kraftstoff-Spezifikation – etwa 30 bis 40 Prozent über dem von Superbenzin liegen. Bei der Kostenbilanz steht es am Ende des Tages in etwa Unentschieden. Denn der Bio-Kraftstoff E85 ist steuerbegünstigt, ein Liter kostet derzeit rund einen Euro. Bei den CO2-Emissionen liegt er natürlich meilenweit vorne.

Mit dem Doppelkupplungs-Getriebe kommt Volvo schneller in die Gänge

Kommt jetzt schneller in die Gänge: Volvo C30 mit dem neuen Doppelkupplungsgetriebe Powershift.

Als zweite Neuheit stellte die schwedische Ford-Tochter sein neues Doppelkupplungs-Getriebe Powershift vor. Es kann ab sofort in den Modellen C30, S40, V50 sowie im Cabrio C70 geordert werden – jeweils in Kombination mit dem 136 PS starken 2.0 Liter-Turbodiesel. Und dieser versteht sich wirklich prächtig mit dem neuen Direktschaltgetriebe. Die ersten Testkilometer am Steuer eines C30 überzeugten voll. Das Powershift-Getriebe mit sechs Fahrstufen wechselt die Gänge nahezu unmerklich und ruckfrei. Entweder vollautomatisch oder sequenziell per Hand. Nicht aber über Schaltwippen am Lenkrad. Technisch ähnelt es dem DSG von VW. Es arbeiten zwei Kupplungen nebeneinander. Eine bedient die ungraden Gänge 1, 3, 5 und den Rückwärtsgang, die andere die Gänge 2, 4 und 6. Schließt die eine, öffnet die jeweils andere. Schon während der Motor in einem Gang unter Last steht, ist die nächst höhere Gangstufe eingelegt. Volvo verspricht nicht nur bessere Beschleunigungswerte (glauben wir gerne) sondern auch eine deutliche Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs um acht Prozent im Vergleich zur konventionellen Automatik (werden wir nachprüfen). Das Powershift-Getriebe, das baugleich bereits im Ford Focus erhältlich ist und ab Herbst auch im Ford Kuga, kostet bei Volvo für alle Modelle 1950 Euro Aufpreis.     

Autor: Tomas Hirschberger

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