Alfa 147 GTA von Diego

Alfa 147 GTA von Diego Alfa 147 GTA von Diego

Alfa 147 GTA von Diego

— 10.01.2005

Breitgenosse

Daß man sich in der Schweiz neben schwyzerdützsch auch auf italienisch bestens versteht, zeigt dieser Alfa 147 GTA von Diego de Crescenzo.

Französisch für Anfänger

An diesem Alfa 147 GTA aus der Schweiz ist wirklich eine Menge dran. Also mal sehen: "Wehrt Schock vor mit Maschendraht ab" für 699 Euro, "versteckt schwarzes retro" für 199 Euro in "schwarzes Kohlenstoff"… Nein, der Autor dieser Zeilen hat keine Drogen genommen. Aber diese und ähnlich sinnvolle Kombinationen kommen nunmal heraus, wenn man eine Übersetzungssoftware auf die Homepage eines Tuners aus dem französischen Teil der Schweiz losläßt.

Also vertrauen wir lieber auf unsere Augen und Ohren und fragen den Besitzer des von "Fm Evoluzione" veredelten Italieners. Inklusive der eingangs erwähnten Teile, die sich als Frontschürze mit Gittereinsatz und Spiegelverkleidung in Carbonoptik entpuppen, ist nahezu der komplette Karosseriekit inklusive Schwellern und Heckspoiler verbaut, was den Alfa mit der doppelten Staatsangehörigkeit zum "GTA Evo" adelt.

Unter der Haube suchen wir die Revolution vergeblich. Das 3,2-Liter-V6-Herz des GTA mit gut eingeschenkten 250 PS hat uns auch noch nie enttäuscht. Allein der Audi A3 3.2 quattro kann in dieser Klasse auf ähnlich viel Leistung verweisen – und auf traktionsförderlichen Allrad! Beim Alfa zerrt der Antrieb statt dessen derart vehement an den Vorderrädern, daß man statt eines Autos ein durchgegangenes Rennpferd im Geschirr wähnt.

Böse wie Darth Vader

Hier werden die Grenzen des Frontantriebs schnell deutlich. Was die mögliche Leistungssteigerung auf 327 PS unter Verwendung der Aufpreisposten "Satz Nockenbaum" und "art.ad. 147g.en231 MotorSatz 3,7 Liter" erst mit den Pneus der Vorderachse anrichtet, wollen wir gar nicht wissen. Das Leistungsplus von vier Prozent der hier montierten vierflutigen Auspuffanlage von Novitec kann dagegen vernachlässigt werden; nicht dagegen der sich hierdurch ergebende äußerst positive optische Effekt.

Die Straßenlage ist, abgesehen von den stets spürbaren Antriebseinflüssen in der Lenkung, aber vom Feinsten und konnte durch Eibachs "niedrigem Kistensatz" noch einmal verbessert werden. Auch die äußerst böse kommenden chromierten Lotodrive-19-Zoll-Felgen mit den zentral zulaufenden schwarzen Streifen tragen ihr Teil bei. Überhaupt verschafft die breite Karosserie mit den hübschen, aber nicht eben billigen Kohlefaserteilen dem Alfa auf der linken Autobahnspur ähnlich viel Achtung wie sonst nur der Satz "Hol ich große Bruder" in Halbstarkenkreisen.

Fies wie der dunkle Lord Darth Vader höchstpersönlich kommen die Carbonhaube (1400 Euro) sowie der ebenfalls mit der Edelfaser verkleidete Kühlergrill. Die Aura des Bösen wird schließlich durch abgedunkelte Lexus-Style-Rückleuchten und den matt gehaltenen Lack in Silber komplettiert. Anders als im Fotolabor ist Hochglanz in der aktuellen Tuningszene aber sowieso nicht mehr ganz en vogue.

Tips und Facts

Wenn Ihr jetzt vielleicht auf den Geschmack gekommen seid und selbst einmal gern bei "Fm Evoluzione" reinschauen möchtet, müßt Ihr nicht extra in die Schweiz. Klickt im Internet einfach auf die Adresse www.fmevo.com. Aber denkt an das Französischwörterbuch. Wenn nicht, macht einfach einen "Antrag" und bestellt den "SchnurrbartSatz unter Rock" für Euren Alfa 156, oder wie wäre es mit der "Spoiler Hinterbrille"?

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