Alfa Giulietta/BMW 1er/Audi A3 Sportback: Test

— 17.06.2010

Giulietta will's wissen

Ein Alfa Romeo ist die in Blech gepresste Lebensart Italiens. Zum 100. Geburtstag der Marke gibt es die Neuauflage der Giulietta. Wie schlägt sich der 147-Nachfolger gegen Audi A3 Sportback und BMW 1er?
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Von Martin G. Puthz Italien gegen Deutschland: Bei der WM kann das noch dauern. Außerdem müssen unsere Jungs dazu erst mal ins Viertelfinale kommen. Auf der Teststrecke von AUTO BILD dagegen ist der Nationenkampf über die Aufwärmphase schon hinaus. Forsch stürmt Italien mit der Giulietta aus dem Trainingslager. Technisch zeigt der Alfa sich in Topform. Die deutschen Herausforderer: nicht mehr ganz jung, doch dafür mit viel Erfahrung. BMW 1er und Audi A3 Sportback haben beständig an Taktik und Kondition gefeilt. Ob Jugend und Ehrgeiz genügen, ihnen den Schneid abzukaufen, wird sich zeigen. Schluss mit Freundschaftsspielen. Jetzt geht's darum, wer den Titel holt.
Überblick: Alle News und Tests zur Alf Giulietta
Komplettpaket: In der Turismo-Ausstattung bringt die Giulietta einigen Komfort mit.
Komplettpaket: In der Turismo-Ausstattung bringt die Giulietta einigen Komfort mit.
Alfa bringt den Ball ins Rollen. Die Giulietta empfängt ihre Besatzung mit einer abwechslungsreich gestylten Armaturenlandschaft. Besonders italienisch sieht das Ganze zwar nicht aus, nur die in tiefen Höhlen versenkten Rundinstrumente mit hängenden Zeigern erwärmen das "cuore sportivo", das Sportlerherz von Traditionalisten. Beim Bedienen kühlt die Leidenschaft jedoch schnell wieder ab. Abgesehen von großen, runden Klimareglern und einer hübschen Kippschalter-Klaviatur quält Alfa Giulietta-Käufer mit glitschigen Drehknöpfen und schwer durchschaubarer Menü-Logik. Die kühle Klarheit ihrer deutschen Kontrahenten verfehlt die rassige Italienerin. Wobei zu ihrer Ehrenrettung festgehalten werden muss, dass BMW und Audi für beinahe jede Annehmlichkeit extra zur Kasse bitten. Während etwa beim BMW 116i im stolzen Einstandspreis von 22.850 Euro weder Klimaanlage noch Aluräder enthalten sind, glänzt der Alfa in der getesteten Turismo-Ausführung für 21.700 Euro bereits mit Klimaautomatik, Tempomaten und Lederlenkrad.
Überblick: Alle News und Tests zum BMW 1er
Knapp geschnitten: Im BMW 1er geht es eng zu – besonders auf den hinteren Plätzen.
Knapp geschnitten: Im BMW 1er geht es eng zu – besonders auf den hinteren Plätzen.
Immerhin sind viele Extras bei den Deutschen ihr Geld wert. Die Sportsitze zum Beispiel. Sie erfreuen in A3 und 1er Kurvenkratzer ebenso wie Kilometerfresser. Die im Test-Alfa verbauten Ledersessel mit eingestanztem Flechtmuster (1480 Euro) beschränken sich darauf, schick auszusehen. Ihren Lehnen fehlt es an Seitenhalt. Die Polster sind zu hart. Und der unzureichende Verstellbereich der Beinauflage verhindert, dass groß gewachsene Piloten eine bequeme Position hinter dem Steuer finden. Den BMW-Schalen kann man allenfalls ankreiden, dass sie für stämmig gebaute Fahrer eine Spur zu eng geschnitten sind. Enge ist beim 1er ohnehin das Stichwort. Die intime Raumknappheit vorn kann man ja noch mögen – zumindest wenn man gern im Auto einrastet wie in einem fest geschnürten Turnschuh. Das bescheidene Platzangebot auf den Rücksitzen führt jedoch dazu, dass schon Halbwüchsige auf die Kompromissbereitschaft ihrer Vorderleute angewiesen sind. Für Erwachsene stößt die Kniefreiheit aber an die Grenze des Zumutbaren.

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Überraschend knapp geschnitten ist auch der Alfa, obwohl außen deutlich länger und breiter als seine deutschen Mitbewerber. Am meisten Platz gibt es im Audi A3. Seine Rücksitze lassen sich zudem am bequemsten entern, während man sich im 1er durch einen engen Türausschnitt quetschen und in der Giulietta unter einem Dachbogen durchtauchen muss. Bei der Qualität haben die Italiener einen Sprung nach vorn gemacht. Das Finish erreicht jedoch weder die reife Routine des BMW noch die makellose Vorstellung des Audi. Überrundet hat Alfa die Deutschen beim Geräuschkomfort: Bis 100 km/h geht es im Alfa fühl- und messbar leiser zu. Am meisten Krach macht der A3 – vor allem weil Abrollgeräusche hier am stärksten nach innen dringen. Bei der Motoren-Mode mischt Mailand in der ersten Reihe mit. Wie Audi setzt Alfa Romeo auf einen kleinen Vierzylinder, bei dem ein Turbolader das fehlende Atemvolumen ausgleicht.
Überblick: Alle News und Tests zum Audi A3 Sportback
Sparsam: Der Audi A3 Sportback zeigt sich beim Spritkonsum am genügsamsten.
Sparsam: Der Audi A3 Sportback zeigt sich beim Spritkonsum am genügsamsten.
Die Rechnung, dadurch Sprit zu sparen, geht allerdings nur bedingt auf: Mit 7,2 Litern kippt sich Julchen auf 100 Kilometer im Vergleich zum A3 den Inhalt einer ganzen Limoflasche mehr hinter die Binde. Selbst der BMW ist zwei Zehntel sparsamer, obwohl sich der Downsizing-Trend hier (noch) auf die Typenbezeichnung beschränkt. Diese gaukelt beim Basis-1er zwar 1,6 Liter Hubraum vor. Tatsächlich steckt unter seiner Haube jedoch eine Drosselvariante des Zweiliter- Triebwerks, das auch die stärkeren Modelle 118i und 120i antreibt. Von Vorteil ist das nicht, denn beim Durchzug fehlt dem Münchner der Turbo-Rückenwind. Erst bei hohen Drehzahlen kommt Leben in die Bude. Untenherum wirkt der weißblaue Vierzylinder ein wenig lustlos. Der Alfa dagegen tritt feurig an wie ein Mailänder Casanova beim Buhlen um blonde Touristinnen, kitzelt mit dunklem Tenor das Trommelfell und zeigt sogar dem Audi die Rücklichter.

Weitere Details zu Alfa Giulietta, Audi A3 und BMW 1er finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es als Download im Heftarchiv.
Fahrzeugdaten Alfa Romeo Audi BMW
Motor Vierzylinder, Turbo, vorn quer Vierzylinder, Turbo, vorn quer Vierzylinder, vorn längs
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2 4 pro Zylinder/2 4 pro Zylinder/2
Nockenwellenantrieb Zahnriemen Kette Kette
Hubraum 1368 cm³ 1390 cm³ 1995 cm³
kW (PS) bei 1/min 88 (120)/5000 92 (125)/5000 90 (122)/6000
Nm bei 1/min 206/1750 200/1500 185/3000
Vmax 195 km/h 203 km/h 204 km/h
Getriebe Sechsgang manuell Sechsgang manuell Sechsgang manuell
Antrieb Vorderradantrieb Vorderradantrieb Hinterradantrieb
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben Scheiben/Scheiben Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung 205/55 R 16 V 225/45 ZR 17 W 205/50 R 17 W
Radgröße 7,0 x 16'' 7,5 x 17'' 7 x 17''
Abgas CO2 149 g/km 134 g/km 143 g/km
Verbrauch* 8,4/5,3/6,4 l 7,3/4,9/5,8 l 7,9/5,1/6,1 l
Tankinhalt 60 l/Super 55 l/Super 53 l/Super
Vorbeifahrgeräusch 73 dB (A) 73 dB (A) 73 dB (A)
Anhängelast gebr./ungebr. 1300/500 kg 1200/680 kg 1200/650 kg
Kofferraum 350–1045 l 370–1100 l 330–1150 l
Preis (wird bewertet) 21.700 Euro 24.990 Euro** 24.070 Euro***
*innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km; ** inklusive S line Sportfahrwerk für 340 €; *** inklusive 17“-Bereifung für 1220 €
Messwerte Alfa Romeo Audi BMW
Beschleunigung
0–50 km/h 3,3 s 3,1 s 3,3 s
0–100 km/h 9,7 s 9,8 s 9,7 s
0–130 km/h 16,4 s 16,0 s 16,3 s
Elastizität
60–100 km/h 7,0 s (4. Gang) 8,3 s (4. Gang) 9,9 s (4. Gang)
80–120 km/h 11,8 s (6. Gang) 15,3 s (6. Gang) 18,1 s (6. Gang)
Leergewicht/Zuladung 1346/439 kg 1380/475 kg 1394/381 kg
Gewichtsverteilung v./h. 62/38 % 60/40 % 51/49 %
Wendekreis links/rechts 11,5/11,5 m 11,0/10,9 m 10,6/10,5 m
Bremsweg
aus 100 km/h kalt 38,2 m 39,2 m 36,8 m
aus 100 km/h warm 37,6 m 39,4 m 36,4 m
Innengeräusch
bei 50 km/h 56 dB (A) 58 dB (A) 57 dB (A)
bei 100 km/h 64 dB (A) 66 dB (A) 65 dB (A)
bei 130 km/h 69 dB (A) 69 dB (A) 69 dB (A)
Testverbrauch – CO2 7,2 l Super – 171 g/km 6,5 l Super – 153 g/km 7,0 l Super – 165 g/km
Reichweite 830 km 850 km 760 km
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blaubart,
05.11.2011 23:21Uhr
Also das ist doch seltsam. Wenn diese Italo-Kisten so toll wären, dann würden sie doch mehr gekauft. Ich denke die Absatzzahlen von BMW und Audi sprechen für sich. Also wer braucht Alfa - höchstens Berlusconi oder wie der Kerl heißt Eintrag melden
Thomas,
10.02.2011 15:05Uhr
Bin die Giuletta heute probegefahren ,Fazit:Das Auto ist top !!! Fahrwerk vom Feinsten,kein Stuckern,kein Poltern und zieht um die Kurven wie auf Schienen.Der 120 PS Motor ist der Hammer,hängt super am Gas,zieht wie Sau und hat einen geilen Sound.
Verarbeitung im Innenraum ist gut.
Wer für Audi oder BMW bis zu 5000 € mehr (bei vergleichbarer Ausstattung) mehr ausgeben möchte,soll das tun.
Mit der Giuletta haben die Italos ein verdammt gutes Auto auf die Beine gestellt und das wird auch BMW,Audi und Co. nicht entgangen sein......
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AmBo,
27.01.2011 15:24Uhr
Wenn es ums Design geht ist Alfa einfach Spitze - sehr schöne Autos.
Wie ein italienischer Maßanzug oder eine schöne Frau.
Leider benehmen sie sich die Fahrzeuge immernoch wie Diven.
So kommen wir leider nicht zusammen Giulietta.
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pal pal,
22.07.2010 11:31Uhr
Es ist wo so dass es für solche blöden Kommentare (Deutscher Michl) als auch für die Radaktion, die doch an den Geldgebern gebunden sind, schwierig ist ein Auto, das nicht Deutscher Produktion ist, objektiv zu beurteilen, denn es wäre als wenn man von einem Priester verlangen würde Kondome zu verkaufen. Eintrag melden
Rene,
01.07.2010 08:18Uhr
hab mit golf, 3er ,und ein 924 turbo meine Karriere als autofahrer angefangen.Seit 25 Jahre fahre ich Italienische auto (ausser fiat) und hab weniger probleme gehabt als mit meinen ersten drei fahrzeuge gehabt!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Eintrag melden
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Ob wir bei der WM gegen Italien kicken müssen – warten wir’s mal ab. Fest steht aber jetzt schon: Die Azzurri werden kein leichter Gegner. Auch Alfas Neuer lässt den Deutschen wenig Raum, sich auf ihrer Favoritenrolle auszuruhen. Die Giulietta startet mit dem Sympathiebonus der großen Marke, lockt mit guter Ausstattung zum moderaten Preis. Auch Qualität ist kein Fremdwort mehr. Dribbelkünste und Bedientaktik der Italienerin erreichen aber noch kein Weltmeister-Niveau.
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