Alfa Romeo 147 (ab 2001)

Gebrauchtwagen Alfa Romeo 147 Gebrauchtwagen Alfa Romeo 147

Alfa Romeo 147 (ab 2001)

— 22.04.2003

Spannende Sache

Im Alfa 147 schlägt ein sportliches Herz, das Cuore sportivo – wenn nicht gerade wieder der Strom ausfällt.

Technik und Elektrik

Mit dem Stromhaushalt stehen die Alfa-Leute auf Kriegsfuß – seit eh und je. Zwar beteuern sie bei jedem neuen Modell, nun seien alle Probleme behoben, aber dann beißt der Kupferwurm doch wieder erbarmungslos zu. So auch im neuen Alfa 147. Obwohl erst seit zwei Jahren auf dem Markt, sind in unserer Kummerkasten-Kartei schon 40 Exemplare registriert. Von denen 30 in irgendeiner Form Stress mit der Elektrik oder Elektronik haben.

Damit meinen wir nicht ständigen Heißhunger auf teure Glühlampen, sondern permanenten Ärger mit dem Body-Computer. Der koordiniert alle möglichen Funktionen der Karosserie-Elektrik, vom Wischer bis zur Innenbeleuchtung. Wenn der abschmiert, geht vom Schiebedach bis zur Zentralverriegelung nichts mehr. Als anfällig gelten auch die Lenkstockhebel für Licht, Blinker und Scheibenwischer, die den Strom manchmal nicht korrekt weiterleiten.

Wobei der kompletten Scheibenwischeranlage anzumerken ist, dass es in Italien selten regnet: Die Wischer rubbeln gern und lautstark, verursachen auf ihrem Weg über die großflächige Frontscheibe an- und abschwellende Windgeräusche. Außerdem war im ersten Baujahr die Waschanlage unterdimensioniert. Inzwischen gibt es aber eine Nachrüstlösung mit anderen Spritzdüsen, die auch bei höherem Tempo die ganze Scheibe nass machen. Denn höhere Geschwindigkeiten sind schließlich auch die Domäne des kleinsten Alfa.

Motor und Getriebe

Die Motorenpalette steigt ein bei 105 PS im 1.6 Twin Spark ECO, bei dem aber auch die Fahrleistungen öko sind – denn unter 1300 Kilo wiegt kein 147. 120 PS aus dem nächststärkeren 1600er dürfen es daher gern sein. Und weil bei Gebrauchten die einst großen Preisdifferenzen der Neuwagen verschwimmen, tendiert unser Herz in Wahrheit zum Zweiliter.

Der dreht, dass es eine Freude ist, gönnt sich auch den einen oder anderen Schluck Olio auf tausend Kilometer und begehrt an der Zapfsäule etwa elf Liter Super-Saft. Nur sollte niemand den Fehler begehen und ihn mit dem elektronisch gesteuerten Selespeed-Getriebe kaufen. Schalten wie Schumi – schön und gut, aber unser Kummerkasten rät eindeutig davon ab. Auch Möchtegern-Schumis kommen gerne ins Ziel. Wer viel schalten möchte, kann zum brandneuen 16V-Diesel greifen – mit Sechsganggetriebe und 140 PS.

Aber auch die 115-PS-Diesel sind erste Wahl, liefern Drehmoment satt bei Verbräuchen unter sechs Litern. Vielen Alfisti ist dieser Motor aber nicht sportlich genug: Sie beklagen, dass der Rotlichtbezirk auf dem Drehzahlmesser schon bei 4500/min beginnt – einer Drehzahl, bei der die Benziner mit ihren Cuori sportivi erst aufwachen. Aber dafür gelten die Diesel zumindest in Sachen Stromhaushalt als zuverlässiger.

Die Ergebnisse unseres Alfa-147-Dauertests lesen Sie hier.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 1/01 Einführung des Alfa 147 als Nachfolger der eher glücklosen 145 und 146. Nur noch eine Karosserieversion (Schrägheck) mit drei oder fünf Türen, zwei 1,6-l-Benziner mit 105 und 120 PS, ein Zweiliter mit 150 PS und ein 1,9-l-Common-Rail- Diesel mit 110 PS 4/01 Leistung des Diesels auf 115 PS angehoben 12/02 neue 1,9-l-Dieselversion mit 140 PS 1/03 Einführung des 3.2 V6 24V GTA mit einem 250-PS-V6 und geändertem Vorderwagen aus dem 156

Schwachstellen • die Elektrik wird von zahlreichen Lesern beanstandet. Viele Probleme gibt es mit dem Wischerrelais und dem Body-Computer – einem Steuergerät, das viele Funktionen vom Fensterheber bis zur Zentralverriegelung kontrolliert • die Bremsanlage zeigt verhältnismäßig hohen Verschleiß, auch unter Berücksichtigung der oft etwas sportlichen Fahrweise der Alfisti • die Verarbeitungsqualität ist sehr unterschiedlich, einige Fahrer klagen über klappernde Armaturenbretter, faltige Sitzbezüge oder wackelige Konsolen und abgebrochene Kunststoffteile • der Antrieb verliert häufig Öl, die Kupplung des Zweiliters ist wenig standfest, und das Selespeed-Getriebe bereitet zahlreiche Probleme

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Alfa 147 2.0 Twin Spark, 110 kW/150 PS, Baujahr 2002. Für einen Kompaktwagen sind die Teile recht teuer, wobei Anlasser und Wasserpumpe besonders viel Arbeitslohn kosten.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Offensichtlich haben es die Italiener endlich geschafft – der Alfa Romeo 147 macht Schluss mit alten Vorurteilen. Wenn es mal Kritik gibt, werden meist Kleinigkeiten moniert. Schief eingepasste Verkleidungen im Innenraum oder Knacken bei Kälte etwa. Schlimmer sind da schon Fahrzeuge mit Elektrikproblemen oder einem defekten Selespeed-Getriebe; selbst die Markenwerkstatt tappt hier lange bei der Fehlersuche im Dunkeln. Deshalb vor dem Gebrauchtwagenkauf stets alle Funktionen durchtesten." Hendrik Dieckmann, Kfz-Mechaniker und AUTO BILD-Autor

Modellempfehlung Alfa 147 2.0 Twin Spark (110 kW/150 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 102 Euro im Jahr/Euro 3 Testverbrauch: Werksangabe 8,9 Liter, gemessen 10,1 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (22/1000 Euro SB): 1253 Euro. Teilkasko (33/300 Euro SB): 321 Euro. Haftpflicht (17): 903 Euro (Basis: ONTOS-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 20.000 Kilometer, etwa 250 bis 400 Euro Wertverlust: Zweijährige verlieren rund 30 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 1500 Euro Verlust

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