Alfa Romeo Giulietta QV und MiTo QV

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Alfa Romeo Giulietta und Mito QV: Fahrbericht

— 12.06.2014

Erste Fahrt im Italo-GTI

Die Giulietta "Quadrifoglio Verde" ist der Italo-GTI mit 240 PS. Und auch der MiTo wird mit Alfa-Werkstuning zum Kleeblatt-Renner.

Packen sie es jetzt vielleicht doch noch? Mit einem milliardenschweren Plan und einer Handvoll neuer Modelle will Fiat-Chef Sergio Marchionne Alfa Romeo aus dem Dornröschenschlaf küssen und neben Jeep zur Weltmarke in seinem Italo-Amerikanischen Konzernverbund machen.

Vier Blätter für ein Halleluja: Das grüne Kleeblatt im silbernen Dreieck verspricht rasante Fahrleistungen an jedem Alfa Romeo.

Der Weckruf mit dem 4C ist den Italienern schon mal bestens gelungen. Denn der federleichte Sportwagen für die Westentasche ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht von Porsche oder Audi, weil man so ein kompromissloses Auto eher von diesen Marken erwartet hätte. Sondern er ist obendrein ein Publikumsmagnet und Bestseller. Doch genau das ist sein Problem. Weil Alfa mit Schützenhilfe von Maserati beim besten Willen nicht mehr als 3500 Flundern pro Jahr aus der Fabrik bekommt und davon nur ein kleiner Teil für Deutschland bestimmt ist, müssen Alfisti diesseits der Alpen darauf bereits zwei Jahre warten. Und viel früher dürfte es auch mit den ersten Neuheiten aus Signore Marchionnes Masterplan nicht klappen. Deshalb ist es schon eine gute Nachricht, wenn es bis dahin überhaupt Neuigkeiten bei den Italienern gibt. Und wenn es dann noch sportliche Top-Modelle im Zeichen des Quadrifolglio Verde, des grünen Kleeblatts sind, dann schlägt das Cuore Sportivo doch gleich ein bisschen höher. Immerhin werden Giulietta und MiTo so ein wenig vor dem Vergessen bewahrt.

Alfa 147 GTA, Giulietta QV, 1750 GTAm

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Der GTI für Italien-Fans

Besonders charmant ist dabei die Giulietta QV. Nicht so sehr, weil sie mit 240 PS zumindest auf dem Papier zur italienischen Antwort auf den Golf GTI wird. Sondern, weil sie 1:1 den Antriebsstrang des 4C übernimmt und so zu einem leistungsstarken Lückenbüßer für alle wird, die sich den 4C nicht leisten können, zu ungeduldig sind oder manchmal doch einen Fahrgast mitnehmen müssen.

So fährt der Alfa Romeo 4C

Der Motor aus dem Sportwagen 4C leistet auch in der Giulietta gute Dienste.

Denn wo der Sportwagen mindestens 50.500 Euro kostet, selbst den Sozius schon auf eine harte Probe stellt und ohnehin bis übers nächste Jahr hinaus ausverkauft ist, gibt es die Giulietta QV schon für 32.500 Euro, zur Not kann darin sogar hinten jemand sitzen, und wer heute zum Händler geht, kann damit morgen schon vom Hof fahren. Zwar ist der Fünftürer mit dem grünen Kleeblatt am Kotflügel meilenweit entfernt von der kompromisslosen Schärfe und der explosiven Beschleunigung des Carbon-Coupés. Schließlich muss der 1,8 Liter große Biturbo hier 1320 statt 895 Kilo beschleunigen und obendrein seine Kraft über die Vorderräder auf die Straße bringen.

Die Giulietta ist ein durstiger Kurvenfresser

Der Doppelauspuff ist zwar nicht von Akrapovic, wie beim 4C Spider, macht aber trotzdem ordentlich Lärm.

Doch wenn bis zu 340 Nm zupacken und die Gummis den nötigen Grip aufbauen, dann wird die Giulietta zum Alfa arrabiata: Beflügelt von einer elektronischen Launch-Control und einer rasend schnellen Doppelkupplung knallt der GTI für die Armani-Fraktion in 6,0 Sekunden von 0 auf 100 und kratzt mit maximal 244 km/h haarscharf an der 250er-Grenze. Überholen auf einer engen Landstraße wird auch auf der kürzesten Geraden zum Kinderspiel. Geradeaus und in engen Kurven wird aus der italienische Schönheit als QV plötzlich ein richtig wildes Mädchen, das sämtliche Manieren fahren lässt: Laut brüllt der Motor, wild wedelt das Heck – und groß ist der Durst am Morgen danach. Mit den 7,0 Litern aus dem Normzyklus jedenfalls schafft man nicht einmal die Hälfte der versprochenen 100 Kilometer. Nur wenn es wirklich ernst wird, gibt die außen wie innen dezent veredelte Giuletta die tugendhafte und setzt signalstark ihre Grenzen: Kaum tippt man nur ein bisschen fester auf das Bremspedal, aktiviert sie deshalb schon den Warnblinker. Das ist der Vorsicht vielleicht ein bisschen zu viel. Zwar ist die Giulietta QV gemessen am 4C beinahe ein Schnäppchen. Doch kostet das Sportmodell trotzdem ein Drittel mehr als die Basisversion und bleibt für viele Alfisti deshalb ein teurer Traum.

Alfa Romeo Giulietta und MiTo: Fahrbericht

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Auch der MiTo kriegt die Kraft des Kleeblatts

Der MiTo mit dem Kleeblatt leistet 170 PS und fährt knapp 220 km/h.

Doch die Italiener haben ein Herz für ihre heißblütige Kundschaft mit schmalem Budget und pappen ihr Kleeblatt auch wieder an den MiTo. Dort röhrt dann für Preise ab 23.500 Euro ein 1,4 Liter großer Turbo mit immerhin 170 PS und bis zu 250 Nm, der neuerdings ebenfalls mit einer Doppelkupplung gekoppelt ist. Das reicht für einen Sprintwert von 7,3 Sekunden und ein Spitzentempo von 219 km/h. Wer seinen Gasfuß ein bisschen im Zaum hält, kommt mit der Knallbüchse bei der Normrunde sogar mit 5,4 Liter aus. Selbst die Illusion von Technologietransfer halten die Italiener dabei aufrecht. Gemeinsame Antriebsteile gibt es zwar bis auf die Doppelkupplung nicht, doch gegen Aufpreis kommt der MiTo QV mit Schalensitzen, die zumindest beim Material die Brücke zum 4C schlagen – und deshalb aus Carbon gebacken sind.

Autor: Thomas Geiger

Stichworte:

Werkstuning

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