Alfa Romeo Spider (ab 1994)

Gebrauchtwagen Alfa Romeo Spider Gebrauchtwagen Alfa Romeo Spider

Alfa Romeo Spider (ab 1994)

— 24.07.2003

Ganz schön zickig!

Kein Typ für jedermann: Der Alfa Romeo Spider neigt zu Problemen und ist ein Fall für verständnisvolle Fans der italienischen Marke.

Verdeck und Qualität

Milano oder Maschsee, Spaghetti oder Saumagen, Alfa oder Audi – alles eine Frage des Geschmacks. Und Geschmacklosigkeit kann einem Spider- Fahrer keiner nachsagen, selbst nach acht Jahren sieht der Roadster frisch aus. Das Keil- Design aus der Feder von Pininfarina und des Centro Stile Alfa Romeo hat etwas Endgültiges an sich, und wer heute einen Gebrauchten kauft, kann den Alltag als Abenteuer erleben.

"Die Italiener sind eben mal gut drauf, ein anderes Mal weniger gut", kommentierte der ehemalige Alfa-Pressesprecher Franz Danner die unterschiedliche Verarbeitungsqualität. Abfallende Stecker, knarzende Kunststoffteile, lästige Pannen – der Spider verlangt nach Liebe, Verständnis und Benzin im Blut. Selbst bei geschlossenem Dach sind Spider-Fahrer mit dem Element Wasser so vertraut wie Jollensegler, wirklich dicht ist das Verdeck nie.

Eine weitere Schwachstelle ist die Kunststoff-Heckscheibe, sie wird bald undurchsichtig. Tipp: Bei Öffnen ein Handtuch über das Heckfenster legen, so entstehen keine Kratzer. Das Verdeck sollte fehlerfrei sein, Ersatz kommt mit knapp 3000 Euro relativ teuer. Spinnt das elektrische Verdeck mal wieder, ist die Panik meist größer als notwendig. Oft ist nur eine Sicherung defekt oder ein Stecker abgegangen. Eine Kleinigkeit für Bastler.

Motor und Technik

Eine Sparkasse der besonderen Art ist der Motorraum – hier haben schon viele Alfisti investiert. Etwa in Getriebereparaturen. Kratzt die Schaltung kurz nach dem Start und gibt es das Geräusch bei warmem Motor wieder, ist eindeutig ein Synchronring kaputt. Kein seltenes Leiden, wie unsere Leser dem Kummerkasten berichtet haben. Bekannt sind auch defekte Phasenversteller und gerissene Zahnriemen. Letztere verursachen einen kapitalen Motorschaden. Also sollte der Verkäufer Belege vorzeigen, bei der Reparatur darf nicht gespart werden.

Spider und Geld sind überhaupt so eine Sache. Wer genau kalkulieren muss und durch den günstigen Gebrauchtwagenpreis in Versuchung kommt, sollte nicht zuschlagen. Dieser Wagen ist nichts für Bausparer. Fahrspaß kostet, mit über zehn Liter Super darf man jedenfalls rechnen. Der Ölverbrauch ist je nach Laufleistung sehr unterschiedlich, er pendelt zwischen null und einem Liter pro 1000 Kilometer.

Verhältnismäßig günstig ist die Haftpflicht-Einstufung, offensichtlich sind Spider-Fahrer sehr blechschonend unterwegs. Das ist auch ratsam, viele Blechteile sind auffallend teuer. Der Traum-Spider sollte so aussehen: kompletter Inspektionsnachweis, garagengepflegt und möglichst wenig Vorbesitzer. Wir empfehlen Fahrzeuge nach dem Facelift 98 und vor allem den Zweiliter mit 155 beziehungsweise 150 PS. Nichts gegen den 3.0-V6, doch er greift in die Brieftasche wie ein neapolitanischer Taschendieb.

Wirklich wohl fühlt sich der Spider als Zweitwagen in der Garage. Das Verdeck ist für den Sommer gedacht, nicht für Neuschnee und tiefe Temperaturen. Die nicht immer einwandfreie Lackqualität verzeiht keinen Streusplit und ist mehr ein Fall für die Tour zur Eisdiele. Vermutlich sind deshalb Autos mit Saisonkennzeichen besonders gefragt.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 9/94 Präsentation des Spider mit Vorderradantrieb auf dem Pariser Salon 5/95 Einführung in Deutschland. Motor-Auswahl: 2.0 TS 16V (150 PS) und 3.0 V6 (192 PS) 5/98 Facelift. Die Verarbeitung wurde etwas besser. Änderung an Cockpit, Kühlergrill. Neue Motoren: 1.8 TS 16V (144 PS), der 2.0 TS 16V leistet nun 155 PS 6/03 Radikales Facelift. Der schnellste Spider aller Zeiten bekommt einen 3.2-V6 mit 240 PS und fährt 255 km/h

Schwachstellen • das Verdeck ist selten komplett wasserdicht, die Kunststoff-Heckscheibe erblindet rasch, der elektrische Verdeckmotor arbeitet nicht immer zuverlässig • die Scheinwerfer sehen gut aus, die Lichtausbeute ist aber enttäuschend • der Zahnriemen-Wechselintervall sollte penibel genau eingehalten werden, ansonsten droht ein Motorschaden • auch das Getriebe ist nicht immer problemlos, vor allem defekte Synchronkörper sorgen für teure Reparaturen • Kupplungen halten im Schnitt 100.000 Kilometer, nach 60.000 Kilometern sind häufig neue Bremsklötze und meist auch -scheiben fällig • die Verarbeitung ist vor allem bei älteren Baujahren italienisch-lässig. Kabelbäume klappern fast immer, Passungen stimmen selten

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Alfa Romeo Spider 2.0 TS, 114 kW/155 PS, Baujahr 2000. Ersatzteile haben ihren Preis, allerdings ist auch ein BMW Z3 oder der Mazda MX-5 diesbezüglich kein billiges Sonderangebot.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Rost ist mittlerweile für den Alfa Romeo Spider kein nennenswertes Problem mehr, anfällig hingegen sind die beiden Achsen. Ölverlust am Antriebsstrang sowie das Lenkungsspiel monieren die Prüfer im Rahmen der Hauptuntersuchung bei den fünfjährigen Fahrzeugen. Zu Wünschen lassen Einstellung und Funktion der Scheinwerfer, Hecklicht und Blinker sind weit besser. Auffallend verschleißfreudig sind die Bremsscheiben." Werner Lyrmann, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Alfa Romeo Spider 2.0 TS (114 kW/155 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 102 Euro im Jahr/D3 Testverbrauch: Werksangabe 9,2 Liter, gemessen 9,7 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (24/500 Euro SB): 1395 Euro. Teilkasko (35/150 Euro SB): 428 Euro. Haftpflicht (16): 847 Euro (Basis: ONTOS-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 20.000 Kilometer, etwa 150 bis 250 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 39 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 1400 Euro Verlust

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