Alfa Romeo SUV Stelvio (2017): Fahrbericht

Alfa Romeo SUV Stelvio (2017): Fahrbericht

Alfa Romeo SUV Stelvio (2017)

— 08.05.2017

Alles zum Alfa Stelvio

Design, Cockpit, Motoren, dazu Preise, Marktstart und der erste Fahrbericht: AUTO BILD hat alle Infos zum neuen Alfa-SUV Stelvio!

➤ Vorstellung: "First Edition" zum Marktstart
➤ Interieur: AUTO BILD macht die erste Sitzprobe
➤ Fahren: Giulias Diesel sorgt im Stelvio für eine Überraschung
➤ Ausstattung: Umfangreiche Serienausstattung für die "First Edition"
➤ Connectivity: Alfa Connect für den Stelvio
➤ Motoren: Sechs Leistungsstufen für den Stelvio (Update!)
➤ Technische Daten und Preise: Bei unter 40.000 Euro gehts los (Update!)

Vorstellung: "First Edition" zum Marktstart

Der Alfa Romeo Stelvio ist das erste SUV der Marke – und der zweite Schritt von Alfas Neuerfindung nach dem Mittelklassemodell Giulia. Der Name Stelvio ist von der Passstraße in den italienischen Alpen abgeleitet. Über das Design des auf Sport getrimmten Stelvio Quadrifoglio sprach AUTO BILD mit Alfas Chefdesigner Scott Krugger. Laut Krugger sei es wichtig, dass der Stelvio einen dynamischen Eindruck macht – obwohl er ein SUV ist. Deshalb habe man in der Seitenansicht darauf geachtet, dass der Stelvio optisch geduckter wirkt als er tatsächlich ist. Die Fensterlinie sei daher schmaler, die A-Säule stärker geneigt, das Dach falle nach hinten coupéartig ab. Zu Kruggers Exterieur-Highlights beim Quadrifoglio gehören neben der Front mit dem typischen Scudetto-Kühlergrill und den großen Lufteinlässen die vier Auspuffendrohre sowie die organisch anmutenden Heckleuchten. Trotz der optisch sportlichen Anmutung sollte das 4,68 Meter lange, 1,65 hohe und 2,16 Meter breite SUV aber funktional bleiben, erläutert Krugger.

Alfa Romeo SUV Stelvio (2017): Fahrbericht

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Interieur: Sitze wie ein Rennanzug

Das Cockpit ist modern und sportlich gezeichnet, nimmt viele Anleihen bei der Limousine Giulia.

Von der Funktionalität des Stelvio konnte sich AUTO BILD im Cockpit überzeugen. Chefdesigner Krugger hat recht behalten: Das dynamische Äußere hat im Innenraum keinen Einfluss auf die Platzverhältnisse. Selbst bei einem 1,86 Meter großen Fahrer und trotz des Panoramadachs bleibt ausreichend Luft zum Fahrzeughimmel. Genug Platz ist auch im Fond, nur in den Kofferraum konnten wir nicht gucken. Krugger verspricht "genug Stauraum für Gepäck" – was AUTO BILD später überprüfen wird.
Wie sportlich sich der Stelvio besonders als Quadrifoglio fährt, das kann man auf den vorderen Sitzen erahnen. Das Gestühl sitzt wie ein maßgeschneiderter Rennanzug. Im Bereich der Hüften wird man angenehm im Sitz gehalten. Allerdings bleiben die ordentlich gepolsterten Sportsitze vorerst nur der Top-Version vorbehalten. Ebenso wie das griffige Sportlenkrad mit seinen serienmäßigen Schaltwippen, die einfach gigantisch sind – wie sich das für ein SUV eben gehört. Wie bei der Giulia sitzt der Startknopf für den Motor auf dem Lenkrad, auch die Materialanmutung ist gut. Doch im Gegensatz zum Cockpit der Guilia dominieren im Stelvio horizontale Linien am Armaturenbrett – es ist also weniger dem Fahrer zugeneigt. Alfa geht es hier mehr um Komfort und Platz, schließlich soll das SUV kein Rennwagen, sondern ein familientaugliches Fahrzeug sein. Dennoch ist die Sitzposition tief und sportlich, ähnlich wie in einem Porsche Macan. Das Interview mit Scott Krugger sehen Sie hier im Video:

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Fahren: Giulias Diesel sorgt im Stelvio für eine Überraschung

Der Stelvio ist eine erwägenswerte Alternative zum deutschen Establishment. Warum? Weil der Alfa besser aussieht, besser klingt und sich besser in Szene setzt.

In der Giulia Veloce war der 210 PS starke 2,1-Liter-Diesel eine Enttäuschung: rau, laut, erst unwillig und dann ungestüm, eingeschnürt durch ein schmales Drehzahlband und mit der weich ausgelegten Automatik bei forscher Gangart im Dauerzoff. Entsprechend verhalten waren unsere Erwartungen vor der ersten Begegnung mit dem Stelvio. Doch siehe da: Motor und Getriebe haben sich im Crossover zu einer passablen Einheit zusammengerauft! Der Hochschaltkick ist allerdings selbst im Dynamikprogramm immer noch schaumgebremst, fleißig schalten ist ein Muss und die Drehmomentkurve fällt vergleichsweise früh wieder ab. Dafür fließt die Kraft jetzt in geordneteren Bahnen, die Gangsprünge werden nachhaltiger eingeebnet, der Punch von 2000 bis 3500 Touren beeindruckt. Für Laufruhe und Geräuschniveau verdient sich der Alfa ein "befriedigend". Im Eco-Modus wird fleißig gesegelt, aber auch sehr früh in die nächsthöhere Fahrstufe gewechselt. Leider lässt sich die Kalibrierung der Stellgrößen Lenkung, Fahrwerk, Motor und Getriebe nicht individuell miteinander kombinieren. Der Diesel lastet schwerer auf der Vorderachse als der Benziner, er benötigt daher eine etwas weichere Feder-Dämpfer-Abstimmung. Er will auf Zug gefahren werden – lässig gleiten kann er besser als um Ecken hetzen. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 0-100 km/h in 6,6 Sekunden, 215 km/h Spitze, Verbrauch nach Norm 4,8 Liter. 

Mit dem 280-PS-Benziner fährt der Stelvio richtig sportlich

Mit seinen 280 PS brennt der Benziner deutlich selbstbewusstere Spuren auf den Asphalt. Er ist straffer abgestimmt, noch inniger mit der Straße verzahnt, reaktionsschneller und rundum agiler. Die Schubkraft darf bis in die großen Gänge ausgelebt werden, die Schaltpaddel halten das aufmerksame Getriebe auf Trab, die Lenkungskennung ist sportwagenhaft-flink statt SUV-träge. Selbst nach 26 Runden auf dem anspruchsvollen Rundkurs ist die Bremse noch ausreichend standfest und mit akzeptablem Kraftaufwand sauber zu dosieren. An den herausragenden fahrdynamischen Qualitäten haben die neuen Michelin Pilot Latitude-Reifen hohen Anteil: Die Supergummis werden zwar schnell warm, aber erst spät richtig heiß. Sie sind erfreulich lenkaktiv und bauen mehr Grip auf als ein Krake beim Umschlingen der Beute. In Summe ergibt das ein bis tief in den Grenzbereich neutrales Eigenlenkverhalten, das vom subtil abgestimmten ESP an der langen Leine geführt wird. Wer relativ spät einlenkt und die Lenkung früh wieder aufmacht, der erlebt im Stelvio die hohe Schule der Ausgewogenheit. Den Sprint absolviert der Benziner in 5,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 km/h. An der Tanke werden laut Werksangabe pro 100 Kilometer 7,0 Liter in Rechnung gestellt.

Ausstattung: Umfangreich für die "First Edition"

Nicht ganz so aggressiv wie der Stelvio Quadrifoglio aber trotzdem bullig, der Stelvio als "First Edition".

Die "First Edition" des Stelvio ist bereits bestellbar und verfügt über eine umfangreiche Serienausstattung. Neben dem Q4 genannten Allradantrieb kommt das SUV ab Werk mit der Achgtang-Automatik, Bi-Xenon-Scheinwerfern, Leder, Rückfahrkamera und Alfa Connect-Navi. Die elektronischen Assistenten sind laut Alfa Romeo dazu da, den Fahrspaß zu erhöhen. Serienmäßig an Bord ist die Fahrdynamikregelung DNA Pro mit den Stufen "Dynamic", "Natural", "Race" sowie dem Spritsparmodus "Advanced Efficiency". Bei den Assistenzsystemen bekommt der Stelvio ein Kollisionswarnsystem mit autonomer Bremsfunktion, einen Spurhalteassistenten und Fußgängererkennung serienmäßig.

Connectivity: Alfa Connect für den Stelvio

Das Infotainmentsystem im Stelvio heißt im Alfa Connect. Beim Mutter-Konzern, also FCA, heißt das System U Connect. In den USA präsentierte das Unternehmen zusammen mit Panasonic auf der CES 2017 die neueste Generation, die höchstwahrscheinlich auch beim Stelvio an Bord ist. Dabei ist die gesamte Menüstruktur auf dem 8,8-Zoll-Bildschirm mit HD-Auflösung neu. Alle Hauptmenüpunkte wie zum Beispiel Radio, Media und Sitzheizung sind in einer horizontalen Leiste im unteren Bereich des Touchscreen angeordnet und bleiben dort immer sichtbar. Das ermöglicht eine schnelle Rückkehr ins Hauptmenü, ohne bereits offene Menüs schließen zu müssen. Das hat vor allem Vorteile bei Android Auto und Apple CarPlay. Die geschlossenen Systeme nehmen bei anderen Marken den ganzen Bildschirm in Beschlag und müssen zum Teil erst beendet werden, wenn man wieder ins System des Autoherstellers will. Fazit: Bei der neuesten U Connect-Generation ist die Integration von CarPlay und Android Auto deutlich besser. Außerdem gelingt die Navigation durch die Menüpunkte dank der permanenten Anzeige schneller.

Motoren: Sechs Leistungsstufen für den Stelvio

Typische SUV-Formen, aber durchtränkt mit der Alfa-DNA: So präsentiert sich der Stelvio.

Ab sofort gibt es den Stelvio mit einem neuen Einstigesdiesel. Der 2,2-Liter große Vierzylinder leistet 150 PS und soll nur 4,7 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen. Der Selbstzünder ist an eine Achtgang-Automatik und Hinterradantrieb gekoppelt. Der 180-PS-Diesel ist zudem ab sofort mit dem Allradantrieb Q4 erhältlich. Zum Marktstart bringt Alfa Romeo den Stelvio als "First Edition" mit einem Zweiliter-Turbobenziner. Der Vierzylinder leistet 280 PS und 400 Nm maximales Drehmoment. Mit der serienmäßigen Achtgang-Automatik und Allradantrieb fällt die 100-km/h-Marke bereits nach 5,7 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Alfa mit 230 km/h an. Darüber rangiert das Topmodell: der Stelvio in der rassigen Quadrifoglio-Version. Den 2,9 Liter großen V6 mit 510 PS kennen wir bereits aus der Giulia QV. Vollkommen aus Aluminium gebaut, reduziert er das Gewicht und die Belastung der Vorderachse. Dank elektronisch gesteuerter Zylinderabschaltung soll er laut Alfa auch spritsparend laufen. Gekoppelt ist das Aggregat an ein achtstufiges Automatikgetriebe von ZF.

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Vier Fahrmodi sind bei der sportlichen Quadrifoglio-Version mit dem sogenannten "Alfa DNA Pro"-Wahlschalter verfügbar: "Dynamic", "Natural", "Advanced Efficiency" und "Race" für maximale Leistung. Die Topmotorisierung kommt mit Allradantrieb, um die bestmögliche Traktion zu sichern. Bei Bedarf schickt das System bis zu 60 Prozent der Kraft an die Vorderachse. Mit einem Torque Vectoring-Verteilergetriebe kann die Kraft dank zwei Kupplungen am Hinterachsdifferenzial auf jedes einzelne Rad verteilt werden, um die Stabilität zu erhöhen. Ein elektronisch gesteuertes Dämpfersystem und ein elektromechanisches Bremssystem sollen die Agilität in Verbindung mit einer ausgewogenen Gewichtsverteilung und Leichtbaumaterialien noch mal erhöhen.

Alfa Romeo SUV Stelvio (2017): Fahrbericht

Technische Daten und Preise: Bei unter 40.000 Euro gehts los

Der Alfa Romeo Stelvio ist nun regulär bestellbar. Zunächst gab es lediglich die "First Edition" mit 280-PS-Benziner für mindestens 56.000 Euro. Das Einstiegsmodell ist der 2,2-Liter-Diesel mit 150 PS und Hinterradantrieb, der ab 39.750 Euro beim Händler steht.
Alfa Romeo Stelvio 2.2 Diesel • Motor: Vierzylinder-Diesel • Leistung: 110 kW (150 PS) • max. Drehmoment: 450 Nm bei 1750 U/min • Verbrauch: 4,7 l/100 km • Preis: ab 39.750 Euro.
Alfa Romeo Stelvio 2.2 Diesel Super • Motor: Vierzylinder-Diesel • Leistung: 110 kW (150 PS) • max. Drehmoment: 450 Nm bei 1750 U/min • Verbrauch: 4,7 l/100 km • Preis: ab 42.550 Euro.
Alfa Romeo Stelvio 2.2 Diesel Super • Motor: Vierzylinder-Diesel • Leistung: 132 kW (180 PS) • max. Drehmoment: 450 Nm bei 1750 U/min • Beschleunigung: 0-100 km/h in 7,6 s • Topspeed: 210 km/h • Verbrauch: 4,7 l/100 km • Preis: ab 44.050 Euro.
Alfa Romeo Stelvio 2.2 Diesel Q4 Super • Motor: Vierzylinder-Diesel • Leistung: 132 kW (180 PS) • max. Drehmoment: 450 Nm bei 1750 U/min • Beschleunigung: 0-100 km/h in 7,6 s • Topspeed: 210 km/h • Verbrauch: 4,8 l/100 km • Preis: ab 46.800 Euro.
Alfa Romeo Stelvio 2.2 Diesel Super • Motor: Vierzylinder-Diesel • Leistung: 154 kW (210 PS) bei 3750 U/min • max. Drehmoment: 470 Nm • Beschleunigung: 0-100 km/h in 6,6 s • Topspeed: 215 km/h • Verbrauch: 4,8 l/100 km • Preis: ab 47.500 Euro.
Alfa Romeo Stelvio "First Edition" • Motor: Vierzylinder-Benziner • Hubraum: 1995 ccm • Leistung: 206 kW (280 PS) bei 5250 U/min • max. Drehmoment: 400 Nm bei 2250 U/min • Beschleunigung: 0-100 km/h in 5,7 s • Topspeed: 230 km/h • Verbrauch: 7,0 l/100 km • Preis: ab 56.000 Euro.
Alfa Romeo Stelvio 2.0 Turbo • Motor: Vierzylinder-Benziner • Hubraum: 1995 ccm • Leistung: 147 kW (200 PS) • max. Drehmoment: 330 Nm bei 1750 U/min • Beschleunigung: 0-100 km/h in 7,2 s • Topspeed: 215 km/h • Verbrauch: 7,0 l/100 km • Preis: ab 42.200 Euro.
Alfa Romeo Stelvio 2.0 Turbo Super • Motor: Vierzylinder-Benziner • Hubraum: 1995 ccm • Leistung: 206 kW (280 PS) bei 5250 U/min • max. Drehmoment: 400 Nm bei 2250 U/min • Beschleunigung: 0-100 km/h in 5,7 s • Topspeed: 230 km/h • Verbrauch: 7,0 l/100 km • Preis: ab 49.000 Euro.
Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio Verde (ab September 2017) • Motor: Sechszylinder-Benziner • 2891 ccm • Leistung: 375 kW (510 PS) bei 6500 U/min • max. Drehmoment: 600 Nm bei 2500 U/min

Autoren: , , Georg Kacher, Jan Götze, Peter R. Fischer

Stichworte:

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