Allradreifen 255/55 R 18 im Test

— 23.03.2010

Marken-Sommerreifen im Vergleich

Im Sommerreifen-Test 2010 von AUTO BILD ALLRAD treten fünf Sommerreifen für große Geländewagen gegeneinander an. Dabei zeigt sich, dass es auch unter Markenreifen noch Unterschiede gibt.



Markenreifen sind Markenreifen. So jedenfalls denkt ein großer Teil der Autobesitzer. Wenn man also einen Reifen eines bekannten Herstellers nimmt, kann man wenig falsch machen. Grundsätzlich ist durchaus etwas dran an dieser simplen Ansicht. Jedenfalls bestätigen unsere dieses Jahr getesteten Allrad-Sommerreifen von fünf bekannten Marken, dass schlimme Ausrutscher auch in einzelnen Disziplinen nicht vorkommen. Dennoch gibt es gerade in wichtigen Sicherheitsdisziplinen wie dem Nassbremsen erhebliche Unterschiede, die einen solch aufwändigen Reifentest lohnend machen. 2010 traten wieder einmal Reifen für große Geländewagen und SUV an.

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Die gewählte Dimension 255/55 R 18 wird dabei auf vielen Allradlern verwendet, vor allem an Audi Q7, BMW X5, Jeep Grand Cherokee, Land Rover Freelander, Mercedes M-Klasse, Nissan Pathfinder, Nissan Murano, Porsche Cayenne und VW Touareg. Die am Reifentest teilnehmenden Hersteller verteilen sich wieder über die ganze Welt. Continental ist dabei die alteingesessene deutsche Marke. Goodyear repräsentiert Amerika bei diesem Test. Bridgestone aus Japan vertritt die asiatischen Hersteller, während Nokian aus Finnland eine weitere europäische Marke ist. Etwas komplexer sieht es heutzutage bei Dunlop aus: Ursprünglich eine bereits 1888 gegründete britische Marke, 1983 dann von Japanern übernommen und nun seit zehn Jahren Partner der amerikanischen Goodyear Company.

Erhebliche Unterschiede gibt es beim Bremsweg

Feierabendstimmung bei Sonnenuntergang: die Kollegen Klipp (re.) und Möller-Sonntag.

Feierabendstimmung bei Sonnenuntergang: die Kollegen Klipp (re.) und Möller-Sonntag.

Dunlop produziert aber auch in hiesigen Reifenfabriken, quer durch Deutschland von Wittlich im Westen bis Fürstenwalde im Osten. Auch beim diesjährigen Reifentest ergeben sich erstaunlich drastische Unterschiede beim Bremsen auf nasser Fahrbahn. Gleichwohl, wirklich gefährlich rutschte dieses Mal keiner aus. Aber erhebliche Differenzen gibt es dennoch auch unter den hier vertretenen Markenreifen. Einsam in Front mit den kürzesten Bremswegen liegt der Continental CrossContact UHP, der den BMW X5 aus Tempo 100 bereits nach 53,8 Meter zum Stehen bringt. Dunlop und Nokian bilden ein sehr gutes Mittelfeld mit Bremswegen von gut 58 Metern.

Contis Bremsweg unschlagbar

Mehr Auslauf beanspruchen dagegen die beiden Schlusslichter des Nassbremstests: Goodyear Eagle F1 SUV und Bridgestone Dueler H/P Sport. Mit 61,1 und 61,4 Meter Bremsweg sind die beiden zwar alles andere als ein Sicherheitsrisiko, aber eben auch nicht mehr als guter Durchschnitt. So liegen also zwischen dem Spitzenreiter von Continental und dem Schlusslicht von Bridgestone immerhin 7,6 Meter. Kleiner, aber immer noch gut messbar sind die Unterschiede beim Bremsen auf trockener Straße. Auch hier liegt der Continental einsam in Spitzenposition. Nur 34,5 Meter Bremsweg benötigt er, um den BMW zum Stehen zu bringen. Alle anderen bremsen auch gut.

Aquaplaning-Ergebnisse fast gleich

Selbst die beiden Schlusslichter brauchen nur rund 37 Meter. Und diese beiden sind wie beim Nassbremstest Goodyear und Bridgestone. In den sonstigen Straßendisziplinen sind die Unterschiede dagegen vergleichsweise gering, weil alle Kandidaten gute Werte liefern. Beim Aquaplaningtest in Längsrichtung liegen alle fünf eng beieinander, und alle fünf schwimmen erst spät auf. Leichte Differenzen gibt es beim Kurvengrip auf regennasser Fahrbahn. Auch hier zeigt sich ein insgesamt hohes Haftungsniveau. Das gilt auch für den Goodyear Eagle F1, der aber dennoch in diesem Kapitel Letzter wird, weil er in nassen Kurven spür- und messbar weniger Temporeserven aufweist als die anderen vier Kandidaten.

Erstaunliche Diskrepanzen beim Rollwiderstand

Auch bei teuren Reifen hilft es wenig, nur nach dem Markenimage einzukaufen.

Auch bei teuren Reifen hilft es wenig, nur nach dem Markenimage einzukaufen.

Überraschend große Unterschiede zeigen sich dagegen beim Rollwiderstand – einem Prüfpunkt, der wegen der möglichen Kraftstoffersparnis heute mehr Aufmerksamkeit erfährt denn je. Und das ist auch der Grund, warum wir unsere Benotungen beim Rollwiderstand gegenüber früheren Reifentests verschärft haben. Diesmal gibt es gute Noten für Goodyear und Nokian, weil diese beiden Reifen besonders leicht abrollen. Dagegen schaffen Continental und Bridgestone nur durchschnittliche Werte. Der Dunlop liegt in der Mitte zwischen diesen beiden Paaren. Die beiden Verlierer (Continental und Bridgestone) enttäuschen beim Prüfpunkt Rollwiderstand auch deshalb, weil sie als fein profilierte Straßenreifen mehr Widerstand erzeugen als so mancher grobe Gelände-Mischreifen, von denen bekannt ist, dass sie allein schon wegen des Profilbilds regelmäßig mehr Rollwiderstand erzeugen.

Vier Prozent Spritsparpotenzial

Zwischen dem am leichtesten abrollenden Goodyear und dem Letzten, dem Bridgestone, liegt dabei ein Einsparpotenzial von immerhin rund vier Prozent. Auch bei solchen stark straßenorientierten Reifen messen wir den Geländegrip auf verschiedenen Untergründen. Dabei sollte man mit Stammtisch-Vorverurteilungen vorsichtig sein. Denn in einzelnen Disziplinen vermag so mancher Straßenreifen auch im Gelände erstaunliche Traktion aufzubauen, die teilweise über der von fürs Gelände gedachten Mischreifen liegt. Ein Beispiel dafür ist die Zugkraft des Continental CrossContact UHP auf Gras.

Kein Kandidat überzeugt im Schlamm

Auf diesem besonders problematischen Untergrund kommt der Deutsche auf verblüffende Traktionswerte, die üblicherweise All-Terrain-Reifen vorbehalten sind. Im glitschigen Schlamm, der gefürchtetsten Disziplin, muss dann aber auch der Continental zurückstecken. Zwar erreicht er auch hier den besten Wert der fünf Straßenreifen, doch befriedigt der Traktionswert des Continental absolut gesehen nur geringe Ansprüche; die anderen sind freilich noch schlechter. Ein gut gemachter All-Terrain-Reifen dagegen kommt mehr als doppelt so weit wie der Continental. Unter unseren fünf Kandidaten gibt es aber auch solche, die höchst unterschiedliche Platzierungen in den einzelnen Geländedisziplinen erreichen.

Keine Ausfälle bei der Sicherheit

Der Dunlop SP Quattromaxx beispielsweise kommt mit Grasboden nicht zurecht, überrascht aber dafür auf Schotter mit verblüffender Seitenführung, die über den üblichen Werten von All-Terrain-Reifen liegt. Beruhigend, dass es bei den Reifen namhafter Hersteller keine bösen Ausrutscher bei der Sicherheit gibt. Alle fünf Sommerreifen verdienen sich zu Recht die Note Empfehlenswert oder sogar ein Vorbildlich. Continental und Nokian führen, aber Dunlop und Goodyear folgen nur knapp dahinter. Selbst der Bridgestone als Letzter ist ein insgesamt guter Reifen.

Unterschiede gibt es auch bei Markenreifen

Auch bei teuren Reifen namhafter Hersteller hilft es wenig, nur nach dem Markenimage einzukaufen. Denn auch im hochpreisigen Segment gibt es genügend Unterschiede bei den Testwerten. Souveräner Sieger ist der Continental, denn er begeistert nicht nur auf der Straße mit den kürzesten Bremswegen, sondern glänzt zusätzlich noch mit brauchbarem Grip auf rutschigem Untergrund im Gelände. Nokian und Dunlop zeigen auf der Straße ebenfalls gute Leistungen. Goodyear und Bridgestone fallen beim Nassbremsen etwas ab.

Die Gewinner und Verlierer dieses Tests finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Reifentest mit ausführlichen Wertungstabellen können Sie sich bequem als PDF herunterladen.

Autoren: Dierk Möller-Sonntag, Henning Klipp, Martin Braun

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