Alonso kritisiert Renault

— 04.10.2006

"Feind im eigenen Lager"

Zoff im Renault-Lager: Fernando Alonso wirft seinem Team vor, nicht alles für (s)eine erfolgreiche Titelverteidigung zu tun.
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Im Hochspannungs-Finale der Formel 1 kämpft Weltmeister Fernando Alonso an vielen Fronten. "Dem ganzen Renault-Team ist die Konstrukteurs-WM viel wichtiger als meine erfolgreiche Titelverteidigung", maulte der Spanier nach dem Verlust der WM-Führung an Michael Schumacher.

Die Medien in Alonsos Heimat stützen diese provokante These. "Er hat den Feind im eigenen Lager", stellte die Tageszeitung Marca nüchtern fest. Dagegen kann sich Michael Schumacher nicht erst seit seinem Sieg in Schanghai blind auf sein Ferrari-Team verlassen und sieht dem anstehenden Renn-Wochenende in Suzuka deshalb voller Freude entgegen. "Es wird sicher ein toller Fight – ich liebe so etwas", ließ der siebenmalige Champion auf seiner Homepage wissen. Außerdem ist das Rennen in Suzuka für Schumacher etwas ganz Spezielles: "Der Kurs ist ein Traum, vor allem der erste Sektor. Den zu fahren, ist einfach klasse: die S-Kurven, der Rhythmus – geil."

Hat gut lachen: Während bei Renault dicke Luft vorherrscht, freut sich Schumi schon auf das Rennen in Suzuka.
Hat gut lachen: Während bei Renault dicke Luft vorherrscht, freut sich Schumi schon auf das Rennen in Suzuka.
Eine derart entspannte Vorbereitung auf das möglicherweise schon entscheidende Rennen der Saison ist Fernando Alonso nicht vergönnt. Nach dem zweiten Platz in Schanghai, wo ihn eine falsche Reifenwahl und ein verpatzter Boxenstopp den möglichen Sieg und die WM-Führung kosteten, steht der Champion mit dem Rücken zur Wand. Dass sein Teamkollege Giancarlo Fisichella ihn in Schanghai zwischenzeitlich sogar überholte, anstatt ihn weiter gegen Schumacher abzuschirmen, war für Alonso ein eindeutiges Zeichen: "Ich glaube nicht, dass Felipe Massa in einer ähnlichen Situation an Schumacher vorbeigefahren wäre."

Der 25-Jährige vermutet, dass "einige im Team froh wären, wenn ich die Nummer eins nicht mitnehme". Bereits Anfang des Jahres hatte der Spanier seinen Wechsel zu McLaren-Mercedes für 2007 angekündigt. Renault verneint dies natürlich: "Wir stehen zu 150 Prozent hinter Fernando und seinem Kampf um die Weltmeisterschaft. Die Punktesituation ist momentan so eng, dass man die Fahrer-WM wahrscheinlich gewinnen muss, wenn man auch die Konstrukteurs-WM gewinnen möchte - und umgekehrt genauso", sagte ein Renault-Sprecher dem Internetportal F1total.com: "Es gibt jedenfalls kein Problem in der Beziehung zwischen Fernando und dem Team."

In jedem Fall ist Alonso vor den letzten beiden Rennen in Suzuka (Sonntag, 8. Oktober 2006, 7:00 Uhr, live im autobild.de-Ticker) und 14 Tage später in Sao Paulo erstmals seit Saisonbeginn nicht mehr der Gejagte. Beim Punktegleichstand von 116:116 hat Schumacher, der in den letzten dreieinhalb Monaten 25 Zähler aufgeholt hat, aufgrund der größeren Anzahl von Siegen (7:6) die Nase vorn und könnte in Suzuka bereits seinen achten WM-Titel perfekt machen. Dafür müsste der Ferrari-Pilot gewinnen und Alonso ausfallen oder maximal Neunter werden.
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