Alpha Armouring: Porträt

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Alpha Armouring: Herstellerporträt

— 22.10.2014

Die Panzerschmiede

Der Münchner Umrüster Alpha Armouring ist auf gepanzerte Umbauten spezialisiert. Das Geschäft mit der Sicherheit boomt. Nicht nur in Krisenländern.

Der Valiant ist zwar ein Einzelstück, er zeigt aber die Möglichkeiten, die ein Umbau bietet.

An diesem Auto hätten selbst Endzeit-Helden wie Mad Max oder Rambo ihre wahre Freude. Am Bug des Valiant vom Münchner Umrüster Alpha Armouring ein riesiger Bullenfänger, unter dem Boden aus Panzerstahl schusssichere Ballonreifen. Die Türen schwer und dick wie bei einem Banktresor, die Scheiben stark wie Mauern. Vor den Augen ein Nachtsichtgerät und auf dem Dach riesige Suchscheinwerfer – in diesem Auto muss man nichts und niemanden fürchten. Zwar ist der Valiant nur ein Einzelstück, für das die Münchner eine konventionelle G-Klasse zum spektakulären Panzerwagen umgerüstet haben. Und wer das Auto kaufen möchte, muss nicht nur mit mehreren Monaten Lieferzeit, sondern auch mit einem siebenstelligen Preis rechnen. Doch rings herum in der gesicherten Halle im Münchner Vorort Garching stehen über ein Dutzend Geländewagen, die die rund 50 Mitarbeiter von Alpha Armouring gerade panzern. "Wir verkaufen etwa 80 Autos im Jahr", sagt Firmenchef Klaus Ackermann.

Sitzprobe im gepanzerten G63 AMG

Mercedes-Benz G63 AMG gepanzert: Mercedes-Benz G63 AMG gepanzert: Mercedes-Benz G63 AMG gepanzert:

Beliebt sind die Mercedes G-Klasse und der Toyota Land Cruiser

Firmenchef Klaus Ackermann zeigt, wie stabil die schusssicheren Scheiben sind.

Das ist zwar nichts gegen die vielen hundert schwer gepanzerten Autos, die bei Audi, BMW oder Mercedes ab Werk gebaut werden. Doch unter den Nachrüstern ist er damit einer der größten, sagt Ackermann mit Blick auf Dutzende Konkurrenten in aller Welt, die oft aber nicht viel mehr als eine Handvoll Autos im Jahr bauen. Dass es überhaupt einen Markt für Unternehmen wie Alpha Armouring gibt, liegt schließlich auch an den stolzen Preisen und den langen Lieferfristen der Fahrzeughersteller. In Garching ist jedes zweite Auto ein Toyota Land Cruiser. Denn neben dem G-Modell von Mercedes lässt sich der große Geländewagen wegen seiner geometrischen Grundform besonders leicht panzern, er ist in aller Herren Länder stark verbreitet und man findet auch im hintersten Winkel der Welt einen Händler, der so ein Fahrzeug mal reparieren kann.

Umbauten benötigen bis zu drei Monate

Die Scheiben sind mehr als dreimal so dick wie bei einem herkömmlichen Modell.

Auch wenn eine gepanzerte G-Klasse oder ein Land Cruiser bei ihm schon für 200.000 Euro aufwärts zu haben sind, macht Ackermann bei der Sicherheit keine Abstriche: "Die Kunden vertrauen uns ja buchstäblich ihr Leben an", rechtfertigt der Firmenchef den riesigen Aufwand, der bisweilen schon mal acht bis zwölf Wochen Umbauzeit in Anspruch nimmt: Dafür werden die Geländewagen bis aufs Außenblech auseinander gebaut und komplett entbeint, bevor in Handarbeit zentimeterdicke Platten aus Panzerstahl und zentnerschweres Sicherheitsglas eingebaut werden. Dann wiegt eine Tür mal schnell 180 Kilo, und schon aus Sicherheitsgründen lassen sich die Seitenscheiben nicht mehr öffnen.

Alle Bauteile müssen doppelt und dreifach überlappen

Die Innenräume der gepanzerten Fahrzeuge sind an die Sicherheitsbedürfnisse der Kunden angepasst – mit Monitoren und allerlei Technik.

Mit einzelnen Panzerplatten ist es aber nicht getan. Peinlich genau achten die Entwickler darauf, dass alle Bauteile doppelt und dreifach überlappen und auch der verwinkeltste Zugang blockiert ist, bevor sie das an die neuen Blechstärken angepasste Interieur wieder einsetzen. Bislang hat sich die Mühe gelohnt: "Zwar kommen unsere Kunden immer wieder in prekäre Situationen. Aber noch nie ist einer in unseren Autos zu Schaden gekommen", sagt Firmenchef Ackermann.

Range Rover Armoured

Range Rover Armoured
Dabei fahren die Panzerwagen aus Garching dort, wo es im Augenblick am heikelsten ist: Denn während die meisten Autos früher nach Südamerika und nach Russland geliefert wurden, schickt Alpha Armouring jetzt ganze Fahrzeugflotten für Militärbeobachter, Botschaften und Regierungsbeamte in den Nahen Osten, nach Arabien und Afrika. An diese Verschiebung hat sich Ackermann längst gewöhnt und wenn er mal wieder seine Autos durch die Tagesschau fahren sieht, zuckt er nur noch mit den Schultern. Aber bei einer Bestellung hat er in den letzten Monaten dann doch aufgemerkt und ein wenig irritiert in seinen Posteingang geschaut: Denn eines der letzten Panzerfahrzeuge ging ausgerechnet in die Schweiz.

Alpha Armouring: Panzerschmiede

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Autor: Thomas Geiger

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