Alternativ-Serie soll im September starten

Alternativ-Serie soll im September starten

— 14.03.2005

Formel-1-Ersatz im Winter?

Urlaub, Tests, ein paar Prsentationen im Winter hat die Formel 1 Ruh'. Fllt die neue A1GP-Serie von Scheich Maktoum das Motorsport-Vakuum?

"Landes-Auto" fr Franchise-Nehmer

Die Idee klingt verfhrerisch: Eine Einheits-Rennserie, whrend die Formel 1 Winterschlaf hlt? Einheits-Autos mit Einheits-Chassis, Einheits-Motoren und Einheits-Reifen, dafr ohne Traktionskontrolle und hnliche elektronische Fahrhilfen? Und das mit Fahrern, die nicht fr einen Hersteller, sondern fr ihre Nation antreten? Im kommenden Winter soll das Realitt werden in der neuen A1-Grand-Prix-Serie von Scheich Maktoum Hasher Maktoum al-Maktoum aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Der Grundgedanke Seiner Hoheit: Der gemeine Motorsportfreund sagen wir: ein Deutscher jubelt lieber einem Landsmann in einem Auto in Landesfarben zu, als einen Unbekannten in einem fremden Boliden fahren zu sehen. Das Konzept der neuen Serie: Per Franchise-System knnen sich Interessenten ein "Landes-Auto" sichern. Der Plan: 24 Fahrer aus 24 Nationen sollen um den "Weltcup des Motorsports" kmpfen. Formel 1 goes Olympia!

Seine Hoheit sieht die Serie ausdrcklich nicht als Konkurrenz zur Formel 1, die in dieser Zeit im Winterschlaf steckt: "Bernie Ecclestone hat uns sehr untersttzt. Unsere Serie sorgt fr neue Veranstaltungsorte fr die Formel 1, deshalb steht er hinter dem Projekt", so der Scheich. Als (berwiegend warme) Orte des Geschehens sind Dubai, China, Japan, Australien, Sdafrika, Bahrain und Quatar vorgesehen. Geplant sind Rennwochenenden ber drei Tage. Am Sonntag soll es zweimal auf die Piste gehen, zu einem Sprintrennen und einem einstndigen Rennen, mglicherweise mit Boxenstops.

Zwei Millionen Dollar Preisgeld pro Rennen

Geld spielt fr den Wstenknig aus Dubai keine Rolle. Auch nicht beim Material, denn das wird gestellt. So orderte A1 Grand Prix die (nach eigenen Angaben) "Weltrekordmenge" von 50 Einheitschassis bei Lola Cars International. Den Antrieb liefern 3,4-Liter-V8-Motoren mit rund 520 PS der Firma Zytek Engineering. Reifenlieferant ist Cooper Avon Tyres.

Dafr gibt es einiges an Geld zu verdienen: Einheimische Sponsoren, Fanartikel und der Verkauf von TV-Rechten sollen die Kassen der Franchise-Teams fllen. Mit zwei Millionen Dollar Preisgeld pro Rennen wird die weltweit grte Brse des Motorsports versprochen. Angeblich interessieren sich sogar Banken fr das Franchisemodell, "weil sie sehen, da sie etwas fr ihre Investitionen zurckerhalten werden", so Maktoum.

13 Nationen haben nach Veranstalterangaben bislang ein (von der FIA bereits genehmigtes) Auto gemeldet, mit 19 weiteren Lndern werde noch verhandelt. Cockpitbesetzungen wurden noch nicht bekannt, die Bekanntheitsgrad der Fahrer drfte sich hierzulande in Grenzen halten. berhaupt sind Zweifel am Erfolg angebracht, vor allem angesichts des Einheitsautos: "So etwas, ohne jeden technologischen Aspekt, konnte sich bislang noch nie durchsetzen", sagte Jan Wendt, ehemaliger Bereichsleiter Motorsport der Vermarktungsagentur Sport Five, der Tageszeitung DIE WELT. "Das wirkt nicht authentisch." Was im brigen auch fr die besondere Betonung der Nationalitt gelte: "Das hat im Motorsport keine Tradition."

Und: hnlichkeiten mit der Premier1-Series, in der vor zwei Jahren Autos in den Farben europischer Fuball-Topclubs fahren sollten, sind nicht zu verkennen. Nach monatelangem Presserummel wurde es bald wieder still um das Vorhaben. Auch die A1GP-Serie deutete schon Startprobleme an: Die am 18. September 2005 in Brands Hatch (Grobritannien) geplante Premiere wurde schon mal um eine Woche verschoben.

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