Alternative Kraftstoffe — 17.02.2006
Mehr Alkohol an der Tanke
Der mittelständische Tankstellenbetreiber "Oil!" hat drei Filialen mit Bio-Ethanol eröffnet und plant sogar ein bundesweites Angebot.
Kleiner Wermutstropfen: Der Verbrauch wächst wegen des um 30 Prozent geringeren Heizwertes. Wieviel genau, das kann zur Zeit nicht eindeutig festgestellt werden, denn für E85 existiert noch keine gültige DIN oder Euro-Norm. Doch kein Grund zur Sorge: "Die Kraftstoffhersteller sind allesamt zu seriös, um irgendetwas zusammenzupantschen", beruhigt Olaf Meidt von der schwedischen GM-Tochter Saab, die ab März 2006 den Ethanol-tauglichen 9-5 2.0t BioPower im Programm hat.
Saab schätzt das Einspar-Potential beim Betrieb des Öko-9-5 auf bis zu 15 Prozent – bei "gleichmäßigem Fahren" auf schwedischen Straßen wohlgemerkt, wo die Kosten für E85 rund 25 Prozent unter dem Benzinpreis liegen. Olaf Meidt spricht – unter deutschen Bedingungen – sogar von 20 Prozent.
Nicht nur die Schweden, auch Nordamerika und Brasilien sind bereits voll im E85-Rausch. Dort sind "FFV" (Flexible Fuel Vehicle), die sowohl Ökosprit als auch Super tanken können, weit verbreitet. In Brasilien, wo die Beimischung von Ethanol schon seit 20 Jahren gang und gäbe ist, beträgt der FFV-Anteil an den Neuzulassungen sogar 66 Prozent. In Deutschland gibt's bisher nur eine Handvoll Bio-Ethanol-Schenken (hier eine aktuelle Liste). "Oil!" will das nun ändern: Der Tankstellenbetreiber hat angekündigt, zusammen mit Südzucker, die in ihrer Sachsen-Anhaltinischen Brennerei jährlich 206+.000 Tonnen Agraralkohol abfüllt, ein flächendeckendes Angebot zu schaffen. Zum Vergleich: 2004 wurden in ganz Deutschland 17,6 Millionen Tonnen Superbenzin abgesetzt.

































