Alternativkraftstoff

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Alternativkraftstoff

— 20.04.2004

Warum nicht Autogas?

Gas geben für 52 Cent pro Liter. Das läuft einfacher, als Sie denken. Mit dem flüssigen Autogas LPG.

Die kleine Mineralölsteuer bis 2020

Autogas tanken ist wie eine Reise in die Vergangenheit. 52 Cent kostet der Liter des alternativen Treibstoffs. Können Sie sich erinnern, wann ein Liter Benzin das letzte Mal so preiswert war? Na? Richtig: 1979. Und: Dank des bis 2009 festgeschriebenen niedrigen Steuersatzes (9,4 statt 50 Cent bei Benzin) bleibt es auch noch ein paar Jährchen so. Mit etwas Glück wird die kleine Mineralölsteuer – genau wie beim Erdgas – bis 2020 verlängert.

Wer davon profitieren will, muss seinen Wagen aber für den Schnäppchen-Kraftstoff vorbereiten, Zusatztank und eine Gasaufbereitung parallel zum Benzinsystem nachrüsten. Das kostet beim Profi etwa 2000 Euro. Neuwagen ab Werk gibt es in Deutschland kaum. Wie auf ein geheimes Kommando hin haben sich die Hersteller auf Erdgas eingeschossen.

Warum, ist uns nicht ganz klar. Denn Erdgas hat gegenüber dem flüssigen Autogas Nachteile: Erdgas wird gasförmig gespeichert, benötigt viel mehr Platz, Tanks müssen einen Druck von 200 Bar aushalten. Entsprechend sinkt die Reichweite. Autogas, LPG (Liquified Petrol Gas, also Flüssiggas), wird dagegen mit maximal 20 Bar gespeichert, meist sind es nur acht.

Keine Einschränkungen im Fahrbetrieb

Dank der flüssigen Aufbewahrung kommt LPG mit einem kleinen Kraftstoffbehälter aus. Der wird meist platzsparend in der Reserveradmulde untergebracht, schmälert das Kofferraumvolumen also nicht, und das Pannenspray passt immer noch ins Handschuhfach. Alle Benziner können so umgerüstet werden, selbst modernste Einspritzer und Turbo. Moderne Gaseinblassysteme, quasi der Gas-Einspritzer, nutzen mit ihrem Steuergerät die Motordaten des Fahrzeugs.

Einschränkungen im Fahrbetrieb gibt es nicht. Noch ein Vorteil des flüssigen Autogases: Wer will, kann die Anlage nach dem Autoverkauf mitnehmen, in den neuen Wagen einbauen. Tipp: Den Tankstutzen möglichst an unauffälliger Stelle anbringen lassen. Die Kunststoffstoßstange bietet sich dafür an. Auch wenn Autogas deutlich umweltfreundlicher abbrennt, die Kfz-Steuer sinkt nicht. Denn der Wagen kann ja immer noch mit Benzin gefahren werden.

Und das ist auch gut so: Ist der Gastank leer, beginnt nämlich das große Suchen nach einer Tankstelle. Das Netz wächst zwar kontinuierlich, ist aber mit knapp 500 Zapfstellen alles andere als flächendeckend. Aus diesem Grund werden Autogasfahrer auf langen Fahrten zu kleinen Pfadfindern, hangeln sich mit Hilfe des Internets von Tankstelle zu Tankstelle. Und wird keine gefunden, heißt es: Willkommen in der Gegenwart, bei Spritpreisen von über einem Euro.

Leichter Einbau und gute Erfahrungen

Das wird alles eingebaut Die Autogas-Nachrüstung ist ein Job für Profis. Wir haben den Fachmännern von Kloth & Mack in Detmold über die Schulter geschaut. Rund 2000 Euro kostet der Einbau der sequenziellen Gas-Einblasanlage inklusive TÜV-Abnahme. Knapp zwei Tage steht der Wagen dafür in der Werkstatt. Beim Einbau kann der Fahrzeugbesitzer zwischen Radmuldentank bis zu 72 Litern und einem größeren, zylindrischen Tank wählen. Der Einbauort des Füllstutzens ist variabel, die Kunststoffstoßstange bietet sich an. Vorteil: Nach einem Fahrzeugwechsel kann die Anlage leicht ausgebaut werden. Im Betrieb lässt sich der Motor während der Fahrt bequem über einen Schalter auf Benzin umstellen.

Bezahlbarer Oldie-Spaß Zugegeben, mein Mercedes /8 ist mit seinem 280er-Vergaser ein trinkfester Kumpel. Doch was tun, wenn der Traumwagen aus Kindheitstagen dicke Löcher ins Portemonnaie säuft? Die Lösung: Ein Autogas-Umbau wandelt den Euro-Killer zum bezahlbaren Alltags-Oldie. Zwar wird der Wagen dadurch auch kein Kostenzwerg, aber mit rund acht Euro für 100 Kilometer müsste ich auch den Tank eines Neuwagens füttern. Toller Nebeneffekt: Im Gasbetrieb laufen die sechs Zylinder meines Schätzchens deutlich ruhiger. Probleme? Allenfalls bei der Tankstellensuche. Aber auch die lassen sich dank Internet überwinden: Tankstellen, Umrüster und weitere Infos finden unter • www.dvfg.de, • www.propan.de und • www.progas.de. Infos zu Erdgas als Treibstoff gibt es auf • www.gibgas.de, • www.erdgasfahrzeuge.de. Gleichgesinnte treffen sich auf • www.autogas-forum.de

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