Altöl entsorgen: Annahmestellen, Kosten & Strafen

Altöl entsorgen: Annahmestellen, Kosten & Bußgelder

So wird Altöl richtig entsorgt

Der Ölwechsel ist eine der häufigsten Wartungsaufgaben am Auto. Wer ihn selbst macht, der steht vor dem Problem der Altölentsorgung: AUTO BILD erklärt, wo das Altöl entsorgt wird und mit welchen Kosten zu rechnen ist!
Wer Werkstattkosten sparen will, der nimmt den Ölwechsel seines Wagens selbst vor. Doch nach getaner Arbeit warten in der Garage mehrere Liter Altöl auf ihre Entsorgung. Das muss fachgerecht geschehen, denn Abfall ist das gebrauchte Öl noch lange nicht. In der Regel wird es in Raffinerien aufbereitet: Schadstoffe und Oxidationsprodukte, die sich im Laufe der Zeit abgelagert haben, sowie beigemischte Zusätze im Öl werden abgetrennt. So entstehen sogenannte Basisöle, die dann erneut als Grundöl für die Herstellung hochwertiger Schmierstoffe dienen.

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Wo kann man Altöl entsorgen?

Grundsätzlich sind Händler und Werkstätten, die Öl verkaufen, auch verpflichtet, Altöl in der gleichen Menge anzunehmen. Wer also neues Öl kauft, der kann das alte Öl direkt abgeben. Die gleiche Regelung gilt auch für Händler im Internet. Allerdings ist der Rücktransport des Altöls oft Aufgabe der Kunden, und die Post stuft das Öl meistens als Gefahrgut ein, was den Versand umständlich und teuer macht. Unabhängig von den Händlern kann Altöl außerdem bei den örtlichen Wertstoffhöfen entsorgt werden. Achtung: Bei den städtischen Recyclinghöfen gibt es oft eine Maximalmenge (in der Regel fünf oder sieben Liter), die man pro Anlieferung abgeben kann. Wenn ein Geschäft die Entsorgung nicht selbst übernehmen kann (zum Beispiel Supermärke oder Baumärkte), dann muss es in der Regel auf eigene Rechnung ein Abkommen mit nahegelegenen Annahmestellen schließen. Das Gleiche gilt übrigens auch für die gebrauchten Ölfilter und andere ölhaltige Abfälle, die beim Ölwechsel anfallen: Sie können ebenfalls dort entsorgt werden, wo sie gekauft wurden oder bei einer anderen Annahmestelle abgegeben werden.

Welche Kosten fallen für die Altölentsorgung an?

Wer neues Öl kauft, der darf sein Altöl kostenlos beim Händler oder bei einer kooperierenden Annahmestelle entsorgen. Für den Fall, dass man das Altöl erst später zurückbringt, muss auf jeden Fall der Kassenbeleg aufbewahrt werden. Gibt man altes Öl zurück, ohne neues zu kaufen, fallen Gebühren an – das gilt auch für die Wertstoffhöfe. Durchschnittlich muss man mit ein bis drei Euro pro Liter Altöl rechnen. Vor allem große Werkstätten zeigen sich allerdings oft kulant und nehmen das Altöl ohne Neukauf gegen eine Spende in die Kaffeekasse entgegen.

Welche Vorschriften gibt es, und welche Strafen drohen?

Seit dem 1. Mai 2002 schreibt der Gesetzgeber die Aufbereitung von Altölen vor. Nur in Ausnahmefällen, wenn das Öl zum Beispiel mit zu vielen Zusätzen oder Schadstoffen durchmischt ist, darf es "energetisch genutzt", also verbrannt oder in einer Sonderabfallanlage beseitigt werden. Die Anlagen müssen jedoch bestimmte Vorgaben erfüllen. Privatleuten ist das Verbrennen von Altöl in der Regel nicht erlaubt. Motor- oder Getriebeöle, die im Privathaushalt als Altöl anfallen, sind ohnehin normalerweise recyclebar. Sie müssen bei den zuständigen Annahmestellen abgegeben werden. Wichtig: Altöl darf auf keinen Fall mit anderen Abfällen gemischt werden, sogar das Mischen verschiedener Altöle ist nicht erlaubt! Wer sein Altöl nicht vorschriftsmäßig bei einer Annahmestelle entsorgt, sondern einfach wegschüttet, macht sich strafbar und muss mit empfindlichen Bußgeldern rechnen. Je nachdem, um welche Menge Altöl es sich handelt und ob es in oberirdische Gewässer oder ins Grundwasser eingeleitet wurde, werden je nach Bundesland zwischen 25 und 100.000 Euro Strafe fällig. Selbst bei Mengen von weniger als einem Liter liegt das Bußgeld mitunter schon bei mehreren Tausend Euro!

Kann man Altöl auch verkaufen?

Zahlreiche Firmen haben sich auf die Auf- und Weiterverarbeitung von Altöl spezialisiert und zahlen sogar Geld für das gebrauchte Öl. Im Internet findet man leicht einen Ankäufer für das Altöl, allerdings nehmen die meisten Anbieter Öl nur in größeren Mengen an – üblicherweise ab mehreren Hundert Litern, sodass der Verkauf für Privatpersonen selten infrage kommt.

Autor: Michael Gebhardt

Stichworte:

Motoröl

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