Alufelgen-Reparatur

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Alufelgen-Reparatur

— 30.07.2014

Diese Felgen laufen wieder rund

Gebrauchte Alufelgen bergen Risiken und sollten genau untersucht werden. Wir zeigen, welche Schäden sich durch Spezialisten beheben lassen können.

Für unseren Klassik-Dauertestwagen Opel Monza ersteigerten wir vor einiger Zeit vier gebrauchte Alufelgen für schlanke 51 Euro. Die Räder überstanden den Versand trotz schlechter Verpackung, machten auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Doch unbekannte, alte Räder bergen immer Risiken. Laufen sie rund? Könnte schleichender Luftverlust für Ärger sorgen? Oder gar ein Felgenhorn bei hohem Tempo wegplatzen? Vorab: Definierte Vorgaben für Felgen-Reparaturen, die über das Beheben von Bagatellschäden hinausgehen, gibt es aktuell nicht. Und was noch schwerer wiegt: Kein Verfahren ist bis heute offiziell zugelassen, weil ausreichende Forschungsergebnisse fehlen. Verboten ist die Reparatur von Alufelgen allerdings nicht – Firmen dürfen reparieren. Jedoch darf man mit den reparierten Felgen anschließend nicht im Straßenverkehr teilnehmen. Nach einer tiefgreifenden Felgenreparatur kommt nur noch ein Einsatz auf abgesperrten Strecken in Frage.

Kleinere Schäden lassen sich wieder beheben

Warmrückrollverfahren: Ein grünes Laser-Gitter liegt auf der beschädigten Felge. Die Maschine rollt den Schaden mit Wärme und Druck wieder zurück.

Um die Räder genau inspizieren zu lassen, schauen wir bei Räder-Profi Stefan Mertens von der Aluklinik in Mönchengladbach vorbei. Mit einem Rundlauftest will Mertens einen tieferen Einblick in das Vorleben unserer Räder gewinnen. Dabei tasten mehrere Laser die vier Ronal-Räder auf Höhen- und Seitenschlag – also Verformungen – ab. Drei machen ihren Job gut. Eines aber nicht: Die Kurve auf dem Bildschirm schlägt deutlich nach unten aus – ein Höhenschlag von 1,9 Millimeter. Zu viel: Fünf Zehntel Millimeter dürften es am äußeren Felgenhorn sein, sieben am inneren. Muss unser Rad nun in den Schrottcontainer? Nicht zwingend. In engen Grenzen lassen sich Alufelgen wieder in Form bringen. Warmrückrollen heißt dieses Verfahren, erklärt Mertens. Material wird dabei nicht weggenommen – bei einer anderen Reparaturmethode ist das der Fall: Abdrehen etwa macht wieder rund, schwächt jedoch die Struktur. Einen guten Rundlauf erreicht Stefan Mertens auf seinen Maschinen auch. Hier wirken definierte Wärme und viel Druck – und die Erfahrung, wie schnell oder langsam und wie oft beides angewendet werden muss. "Es gibt viele Parameter", sagt Mertens, "zudem muss man sehr darauf achten, das Material so wenig wie möglich zu belasten."
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Kein Felgenreparatur-Verfahren ist offiziell zugelassen

Es geht ja auch um die Optik. Daher lassen wir gleich alle vier Räder aufarbeiten und pulverbeschichten.

Doch auch bei Mertens Warmrückrollverfahren erlischt die Betriebserlaubnis der Räder. Eine direkte Verordnung zu bestimmten Reparaturverfahren existiert noch nicht. Bisher formuliert das Verkehrsministerium ein generelles Nein und verweist auf die nicht kalkulierbare Gefährdung, die nach § 30 StVZO verboten ist. Mertens, der viele Tausend Räder repariert hat, hält dagegen: "In 14 Jahren hatten wir nicht einen Rückläufer." Aktuell wird das Warmrückrollverfahren von Prüforganisationen analysiert. Und Mertens hofft auf eine baldige offizielle Zulassung.

Auf stolze 750 Euro summiert sich seine Rundumsanierung am Ende, mehr als das Zehnfache des Kaufpreises. Wie neu wirken unsere vier Alus wieder, doch sicher ist auch: Als Schnäppchen gehen sie nun nicht mehr durch. Daher sollte man sich genau überlegen, ob es auch bei älteren Autos keine neuwertige Alternative für die alten Felgen gibt.

Alufelgen reparieren: Diese Felgen laufen wieder rund

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Autor: Thomas Wirth

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