Alutec Ford Mustang "Boost One”

Boost One Mustang Boost One Mustang

Alutec Ford Mustang "Boost One”

— 09.05.2008

Schleuder-Star

AUTO BILD TUNING wagte den Ritt auf Deutschlands derzeit wildestem Mustang: dem 500 PS starken "Boost One" von Felgenhersteller Alutec. Das wilde Teil schießt in 4,4 Sekunden auf 100 und beeindruckt mit Breitbau und Polzei-Optik.

 Die Menschen am Straßenrand schauen sich die Augen aus dem Kopf. Sie haben Glück und können einen Blick auf den ersten Mustang in Polizeiuniform auf deutschen Straßen erhaschen. Ich habe noch mehr Glück – ich sitze am Steuer. Die Rede ist vom "Boost One", dem Promotionauto von Felgenhersteller Alutec. Das Ami-Coupé dient 2008 wieder als Saftey Car der Internationalen Drift Challenge. Zu sehen bei den Querfahr-Rennen am Nürburgring, Hockenheimring und in Oschersleben. Also auf zur Probefahrt! Wer die wuchtige, in Karbon gefertigte Motorhaube öffnet, bekommt ein grandioses V8-Triebwerk zu sehen. Der Motor liegt breit, lang und wuchtig auf der Vorderachse. Rechts daneben kann man den Kompressor bestaunen, der dafür sorgt, dass 500 PS die Hinterachse malträtieren.

500 PS treiben den Mustang in 4,4 Sekunden auf 100

Der Kompressor quetscht 500 PS aus dem dicken V8.

Der 4,6 Liter große Achtzylinder bietet maximal 650 Newtonmeter Drehmoment. So lässt es sich schaltfaul, wenn auch recht lautstark durch die City cruisen. Wer Dampf macht, bekommt eine donnernde Rückmeldung. Erst geht es kraftvoll, nach Einsetzen des Kompressors aggressiv zur Sache. Der Vierventiler katapultiert das Safety-Car der Drift-Challenge zügig auf Tempo 100. Auf gutem Untergrund packe ich den Spurt in deutlich unter fünf Sekunden. Genauer gesagt in 4,4 Sekunden. Die von Alutec angegebenen 290 Sachen teste ich nicht aus. Jedoch scheint dieser Wert bei dem kantigen Retrostyling kaum wahrscheinlich. Die martialischen Stoßfänger und Spoiler des Schweizer Tuners Zumac geben einen Vorgeschmack auf die geballte Power im Motorraum. Auch die aufschwingenden LSD-Türen signalisieren: Gleich hebe ich ab! Damit das nicht passiert, montierte man einen wuchtigen Heckflügel, der leider nur auf der Rennstrecke zugelassen ist. Der enge König-Schalensitz umklammert mich. Sein herausragender Seitenhalt und ein Sechspunkt-Renngurt trotzen den hohen Fliehkräften auf der kurvigen Landstraße. Etwas knochig rasten die Gänge des Fünfgangschalters ein.

Die Kumho-Walzen kleben

Und selbst beim Verzögern raubt die Fuhre einem noch den Atem – der dicken Sechs-Kolben-Movit-Bremsanlage sei’s gedankt. Kurven lassen sich mit Hilfe des KW-Gewindefahrwerk und der äußerst direkten Lenkung millimetergenau anpeilen. In Biegungen benimmt sich das Auto lammfromm und bleibt lange neutral, bevor es mit leichtem Übersteuern den Grenzbereich ankündigt. Jetzt noch eine Extraportion Gas – und das Rund des Kreisverkehrs ist mal wieder nur durch die Seitenscheiben zu verfolgen. Ansonsten ist das Haftungsniveau der Kumho S1 Evo K107 sensationell, ihr Grip fast unerschöpflich. Doch wenn man die 500 PS ordentlich reizt, kann auch schon mal jede Menge Qualm aus den Radhäusern aufsteigen.

Rockford Fosgate zaubert 2300 Watt in den Kofferraum

Als Safety Car bei der Drift Challenge sind Polizei-Leuchten Pflicht.

Auch ein Verdienst der gewaltigen Ausmaße von 255/35 vorn und 285/30 hinten. Die Gummis sind über Räder namens „Boost“ gestülpt. Deren Abmessungen lauten 9 x 20 Zoll vorn und 10,5 x 20 Zoll an der Antriebsachse. Doch der Show ist noch nicht genug: Das Facelift für die Saison 2008 brachte nicht nur eine neue, noch wildere Lackierung. Auch auf dem Dach und hinter dem Kühlergrill wurde Hand angelegt. Die Alutec-Mannen montierten für einen spektakulären Auftritt eine originale Polizei-Lichtanlage samt blauen Blitzern hinter dem Grill. Natürlich inklusive einer lautstarken Sirene. Beides per Kippschalter in der Mittelkonsole zu bedienen.

Das Blaulicht auf dem Dach kann wegen der Unzulässigkeit im Straßenverkehr per Stecker und Saugnäpfen problemlos abgebaut werden. Nur im Kofferraum findet man dafür keinen Platz. Dort wohnen jede Menge Klangkörper aus dem Hause Rockford Fosgate. 30 Zentimeter große Subwoofer, Digitalendstufe mit beeindruckenden 2300 Watt, 16-Zentimeter-Tieftöner, CD/MP3-Player mit USB-Anschluss – alles in lackiertem GFK und mit LEDs geschmückt. Über eine Rückfahrkamera kann ich schließlich auf dem in der Mittelkonsole sitzenden 5,8-Zoll-Monitor die Rauchentwicklung meines abschließenden Burnouts verfolgen. Fazit: Geil!

Autor: Guido Naumann

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