Am Set des "Werbechef"-Spots

Die "Werbechef"-Kampagne als TV-Spot Die "Werbechef"-Kampagne als TV-Spot

Am Set des "Werbechef"-Spots

— 30.07.2004

Ganz schön abgedreht

Großes Kino: Mit Mega-Aufwand setzt Audi die Sportback-Kampagne der AUTO BILD-Leser um – als internationalen Werbespot.

Ami-Highway auf tschechischem Boden

Es dauert keine zwei Stunden, dann liegt die Landstraße 608 mitten in Amerika. Gut, wer in die eine Richtung fährt, nach Nordwesten, der kommt immer noch nach Roudnice nad Labem. Und wer die Strecke nach Südosten nimmt, der gelangt wie gewohnt nach Straskov – und beides liegt in Tschechien.

Zu erkennen ist davon auf der Asphaltstraße nichts mehr: Die Wegweiser sind abmontiert, einige der Begrenzungspfosten auch, und der Mittelstreifen ist plötzlich nicht mehr weiß, sondern gelb – wie in den USA. Eine Spezialfirma hat ihn am Vortag mal eben umgefärbt. Der ganze Aufwand hat mit der Aktion "Werden Sie Werbechef" zu tun, bei der Sie, die AUTO BILD-Leser, über die Kampagne für den Audi A3 Sportback abgestimmt haben.

Passend zu den von den Lesern ausgewählten Motiven haben die Ingolstädter einen 30-Sekunden-Werbespot (läuft in der 34. Kalenderwoche an) produziert – und dafür die tschechische Straße mal eben in die USA verlegt. Ganz schön abgedreht. Dahinter steckt folgende Idee: Die Werbung vergleicht die Reaktionsschnelligkeit des neuen Audi-Modells mit der eines Quarterbacks im American Football, spielt daher in den Vereinigten Staaten. Dort wurden die Sportszenen auch gedreht. Die Fahraufnahmen entstanden aber in der Nähe von Prag – weil das günstiger ist und die nötigen Genehmigungen da leichter zu bekommen sind.

90.000 Liter Wasser für besseren Kontrast

Der Aufwand ist dennoch gigantisch: Allein in Tschechien sind knapp 70 Menschen am Set, Fachkräfte für die Autopflege und fürs Catering inklusive. Zwei Feuerwehrfahrzeuge verspritzen insgesamt 90.000 Liter Wasser auf der Straße, weil das einen besseren Kontrast ergibt.

Für die Fahrszenen hat die Produktionsfirma einen Helikopter gemietet. Und die Hauptkamera, die auf einen Dodge Ram 3500 montiert ist, hängt an einer erschütterungsfreien Spezialaufhängung, die es weltweit nur viermal gibt und die täglich so viel Miete kostet, dass man davon einen vier Jahre alten Mittelklassewagen kaufen könnte.

"In Relation zur Filmlänge ist der Aufwand bei Werbespots größer als bei Hollywood-Produktionen", sagt Gerhard Kiefer, bei Audi für Film- und Fotoproduktionen verantwortlich, "aber wenn man bedenkt, dass der Spot weltweit läuft, relativieren sich die Kosten wieder." Wie hoch die sind, ist zwar geheim, aber angeblich bekommt man für die Summe ein Einfamilienhaus in bester Lage. Kein Wunder, wenn man weiß, dass allein die Fahraufnahmen in Prag zwei Tage dauern. Und wenn man hört, wie lange der Sportback in dem gesamten Spot dann zu sehen ist: zehn bis 15 Sekunden.

Puppen füllen den Fanblock auf

Den Hauptanteil nehmen die in den USA gedrehten Sportszenen ein, und da ist alles noch eine Nummer gigantischer: In der Orange Bowl, dem früheren Stadion der Miami Dolphins, sind fast 100 Schauspieler im Einsatz. Vier von ihnen haben früher selbst in der Football-Profiliga NFL gespielt. Dazu kommen 200 Zuschauer, Cheerleader, Statisten – und 30 Puppen, die den Fanblock zusätzlich auffüllen.

Teilweise laufen bis zu vier Kameras gleichzeitig, eine davon hängt an einem zehn Meter langen Teleskoparm, der mit einer Geschwindigkeit von 1,60 Metern pro Sekunde ausfährt. Vollautomatisch selbstverständlich. Man kann da also schon auf den Gedanken kommen, dass es bei diesen Werbefilmen nur um so viel Hightech wie möglich geht.

Aber zur Beruhigung: Achten Sie bei dem Werbespot doch mal auf die Kamerafahrt durch den Innenraum des Sportback. Sieht nach aufwändiger Technik aus, ist in Wahrheit aber Marke Eigenbau: Die Kamera hing dabei am Ende eines Besenstiel.

Autor: Alex Cohrs

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