Krankenwagen

Ambulance Driver Academy: Nürburgring

— 05.08.2015

Neue Schulung für Krankenwagenfahrer

Krankenwagenfahren sicher gemacht: Im Rahmen des Fahrsicherheitszentrums Nürburgring gibt es jetzt spezielle Fahrschulungen für den Rettungseinsatz.

In wohl keinem Fahrberuf ist die Sicherheit so wichtig, wie bei dem des Krankenwagenfahrers. Zusätzlich zur Stresssituation im Rettungseinsatz sind die Helfer höheren Geschwindigkeiten im Straßenverkehr ausgesetzt als vorgesehen – im Notfall zählt schließlich jede Sekunde. Doch wer durch den Verkehr rast, dem helfen Blaulicht und Martinshorn nur bedingt. Vor allem gute Fahrer sollten am Steuer des Krankenwagens sitzen, um die Gefahren bei der Pflichtausübung zu minimieren. Für möglichst gut geschultes Personal sollen nun neue Tagesseminare für Rettungswagenfahrer beim Fahrsicherheitszentrum Nürburgring sorgen. Am Mittwoch (5. August 2015) wurde an der Eifel-Rennstrecke mit der sogenannten 'Ambulance Driver Academy' ein Trainingszentrum für Rettungswagenfahrer eröffnet.

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Es gehe darum, "Fahrten im Krankenwagen humaner und sicherer zu machen", teilte der Vereinsvorsitzende Claus Ibsen mit. Im Zuge ihrer Teilnahme an der 'Ambulance Driver Academy' sollen die Fahrer die "Lizenz zum Retten" erhalten. So verspricht es zumindest der Anbieter am Nürburgring. Hauptziel der Schulung ist das Vermeiden von gefährlichen Situationen im Straßenverkehr – trotz der stressigen Grundsituation eines Rettungseinsatzes. Vom gemeinnützigen Human-Transport-Verein gegründet, bietet die 'Ambulance Driver Academy' in Zusammenarbeit mit Fahrsicherheits-Experten, Ärzten, Physiologen und Technikern aus der Krankenwagen-Branche deshalb eine Vielzahl verschiedener Seminare an, jeweils auf die Bedürfnisse der Retter zugeschnitten.

Vom Kleinbus bis zum Motorrad

Im Ernstfall muss es schnell gehen, doch darunter kann die Sicherheit leiden.

Fahrer von Rettungsfahrzeugen können das Seminar 'Special Ambulance Driver' belegen, Fahrer von Notarztfahrzeugen werden zum 'Driver of Emergency Doctor' ausgebildet, Fahrer von Kleinbussen wiederum zum 'Human Transport Driver'. Selbst für Notärzte oder Sanitäter, die mit dem Motorrad unterwegs sind, gibt es ein eigenes Seminar mit dem Namen 'Emergency Help by Motorcycle'. Verpflichtend ist eine Teilnahme daran übrigens nicht – zumindest von Seiten des Gesetzgebers, der keine Spezialausbildung für das Fahren eines Krankenwagens vorschreibt. Wer nun aber denkt, dass jeder junge Zivildienstleistende, der nicht mehr länger an rote Ampeln gebunden sein möchte, im Krankenwagen Vollgas geben kann, der irrt.

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Neben dem normalen Führerschein Klasse B benötigt der Fahrer einen Personenbeförderungsschein und damit verbunden zwei Jahre Fahrerfahrung. Hinzu kommt, dass die meisten Rettungsdienste zur Sicherstellung der Sicherheit in ihren Fahrzeugen auch darüber hinaus eine besondere Schulung wie die der 'Ambulance Driver Academy' verlangen. "Wer bei uns im Rettungswagen fährt, hat auch ein Fahrertraining absolviert, das speziell auf das Fahrzeug abgestimmt ist, mit dem er unterwegs ist", erklärt eine Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes auf Nachfrage von AUTO BILD.

Rotes Kreuz geht auf Nummer sicher

Das Deutsche Rote Kreuz setzt auf Schulungen wie die Ambulance Driver Academy.

"Diese Ausbildung ist immer und in jedem Fall dabei – egal ob Rettungssanitäter, Rettungsassistent oder Notfallsanitäter. Es ist also immer jemand mit Komplettausbildung auf dem Auto", heißt es beim Roten Kreuz. Doch wonach richtet sich eigentlich, welcher der beiden Helfer den Krankenwagen fahren darf? Hier greift eine kuriose Regelung. Es fährt der vermeintlich schlechter ausgebildete, mit dem niedrigen Dienstgrad. "Derjenige mit der höheren Qualifikation kümmert sich um den Patienten", bestätigt die Sprecherin. Der Sinn und Zweck ist einfach: Die Kompetenz soll beim Menschen gebündelt sein und nicht auf der Straße. Denn hier sind die Fahrer durch Schulungen wie die 'Ambulance Driver Academy' bestenfalls sowieso schon ideal vorbereitet. (fh/dpa)

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Fotos: Picture-Alliance

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