AMI 2012: Highlights

AMI Leipzig 2012: Highlights

— 01.06.2012

Die Stars von Leipzig

BMW präsentiert erstmals den neuen 3er Touring, Mercedes zeigt den G 63 AMG – und Lada startet mit dem Granta durch. Alle Stars der AMI 2012 im Überblick!

Jeder Museumswächter würde hier verrückt. Hände befühlen Chromleisten, streichen über den Lack, reißen Türen auf und drücken absolut jedes Knöpfchen. Es werden Rücksitze umgeklappt, es wird auf Armaturenbretter geklopft und an Rückspiegeln gedreht. Ein Drama? Nicht für die Verantwortlichen an den Messe-Ständen. Für die ist das völlig normal. Denn es ist AMI in Leipzig. Und das bedeutet, anfassen ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Zum Beispiel bei BMW. Da steht der neue 3er Touring. Mit 4,62 Metern ist der Bayer zehn Zentimeter länger als der Vorgänger. Beim Radstand hat er um fünf Zentimeter zugelegt, das Kofferraumvolumen ist um 35 Liter gewachsen. Alles Zahlen, die auf den ersten Blick gar nicht beeindruckend klingen, aber tatsächlich etwas bringen. Vor allem den Mitfahrern, kleinen wie großen. Die können sich über mehr Platz für die Knie, mehr Kopffreiheit im Fond und bis zu 1500 Liter Stauraum freuen. Und über einen bulligen Kombi, der aussieht wie ein geschrumpfter Fünfer. Zum Start kommt er als 320d, 330d und als 328i.

Überblick: Die Stars auf der AMI Leipzig 2012

Video: AMI Leipzig 2012

Das Video zur AMI 2012

Gleich nebendran der 1er-Dreitürer. Was veranstalten die Bayern doch für ein Bohei um die zwei Türen weniger! 18 Seiten Pressemitteilung und eine eigene Weltpremiere? Klar, der Dreitürer und der Fünftürer sind nicht identisch. Die Seitenlinie wurde verändert und die Seitenschweller verlängert. Dazu gibt es rahmenlose Scheiben in den Türen. Trotzdem, der ganze Aufriss lässt einen beinahe nicht bemerken, dass der Dreitürer ein echt schickes Auto geworden ist. Und neben einem neuen Einstiegsmotor (114i mit 102 PS) auch noch einen echten Kracher zu bieten hat, den 320 PS starken M 135i. Ein paar Schritte weiter geht es um eine ganz andere Zielgruppe. Hier steht der Lada Granta. Eine Limousine mit 1,6-Liter-Maschine (87 PS), ESP, ABS, Servo und einem geradezu riesigen Kofferraum. Klingt gut? Ja, vor allem für den Tarif, den Lada aufrufen wird. Spekulationen zufolge deutlich (!) weniger als 10.000 Euro. Dafür bekommt man ein einfaches Auto, dessen Materialauswahl und Verarbeitung beim ersten Probesitzen aber wirklich überzeugen können. Bravo, Lada. Wenn der Granta jetzt noch besser fährt als der Kalina, könnte der er glatt den Dacia Logan beerben.

Größer, sportlicher – und besser? Vorstellung BMW 3er Touring

Beerben will Mercedes mit dem G 63 AMG niemanden. Höchstens einer langen Geschichte ein weiteres Kapitel hinzufügen. Seit nunmehr 33 Jahren läuft dieser Panzerschrank mit Namen G-Klasse vom Band. Aktuell kommt er u. a. mit einer leicht aufgefrischten Schnauze und zwei gewaltigen AMG-Aggregaten. Der "kleine" G 63 AMG, der hier in Weiß steht, hat einen Achtzylinder mit 5,5 Litern Hubraum und Biturbo unter der Haube, in diesem Fall mit 544 PS. Das mag so wenig zeitgemäß wie sinnvoll sein – ein Geländewagen, der zwar auf der linken Spur wildern kann wie ein wütendes Nashorn, sich aber am erstbesten Felsvorsprung den Spoiler zerstört – verkauft sich aber, in Russland genauso wie in der arabischen Welt.

Als einziges Auto in Europa kann der VW Beetle Fender mit einer Soundanlage aus dem gleichnamigen Haus geordert werden.

Mit der eigenen Vergangenheit hat es auf der AMI 2012 auch VW, wenn auch nur in ganz kleinen Dosen. Erinnern Sie sich? 1982 gab es schon mal einen Scirocco GTS, damals ein günstiges Sondermodell für die Kundschaft unter 30 Jahren. Ein paar schicke Rennstreifen aufs Auto, einige optische Leckerbissen wie rot lackierte Bremssättel und einen Schaltknauf in Form eines Golfballs montiert, den Motor aus dem aktuellen Golf GTI unter die Haube gepflanzt, fertig ist der 2012er GTS. Moment! Dass der Motor aus dem GTI toll ist, darüber braucht nicht diskutiert zu werden. Aber es gibt ihn doch schon im Scirocco TSI. Warum also dieses Sondermodell? Witziger ist da die zweite Weltpremiere aus Wolfsburg, der Beetle Fender. Als einziges Auto in Europa kann der mit einer Soundanlage aus dem Hause Fender (US-Gitarren- und Verstärkerhersteller) geordert werden. Sieht cool aus, klingt gut und ist schon wieder so absurd, dass wir grinsen müssen. Gekauft!

Mehr G geht nicht: Vorstellung Mercedes G-Klasse AMG

Der neue Isuzu D-Max kommt mit einem 163 PS starken Biturbo-Diesel und kostet ab 23.400 Euro.

Noch mal harter Allradler, diesmal aus Japan. Nicht eins, nicht zwei, nicht drei, nein, gleich sechs Exemplare des Pick-ups D-Max hat Isuzu am eigenen Stand aufgestellt. D-Max? Noch nie gehört? Macht nichts. Das geht mit Sicherheit dem einen oder anderen auch so. Denn der Laster aus Japan ist neben Amarok, Hilux, Ranger und Co eine ziemlich unbekannte Größe. Grund genug für die Macher, ihn komplett neu aufzulegen. Und das ist gelungen, nicht nur optisch. Groß, breit, und kraftvoll steht das neue Modell dar, dazu lockt er mit einem 163 PS starken 2,5-Liter-Diesel mit Doppelturbo und einem Einstiegspreis, der bei rund 23.400 Euro liegt. Bleibt nur noch die Frage zu klären, wie er sich fährt.

Ob Gegensätze sich nun anziehen, oder nicht, wollen wir zum Abschluss unseres Rundgangs über das Leipziger Messegelände nicht diskutieren. Aber berichten, dass wir einen gefunden haben. Drei Rolls-Royce Ghost auf der Auto-Messe für den Verbraucher schlechthin. Das ist ungefähr so, als würde man handgenähte Designer-Kleidung bei Karstadt kaufen können. Oder auch nicht. Denn Rolls-Royce will die eigenen Autos greifbarer machen, will erreichen, dass niemand mehr in Ehrfurcht erstarrt drei Meter vom Auto entfernt stehen bleibt. Nur die nicht minder Ehrfurcht gebietende Preise, die werden sich so schnell wohl nicht ändern.

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