Bundestagsabgeordneter Andreas Jung

Andreas Jung im Interview

— 20.04.2010

"Mehr Anreize für E-Autos"

Andreas Jung ist Beauftragter für Elektromobilität in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Im AUTO BILD-Interview verrät der Politiker, was wir vom E-Mobilitätsgipfel am 3. Mai 2010 erwarten können.

Die Zukunft ist sein Thema: Seit Januar 2010 ist Andreas Jung Vorsitzender des "Parlamentarischen Beirates für Nachhaltige Entwicklung" und in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Beauftragter für Elektromobilität. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen fahren sollen. Deutschland soll zum Leitmarkt für Elektromobilität werden. Jungs Aufgabe ist die Entwicklung eines Konzepts zur Förderung von Elektro-Fahrzeugen. Mit AUTO BILD-Autor Hauke Schrieber sprach Andreas Jung über den Stand der Dinge.

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AUTO BILD: Herr Jung, was können wir vom E-Mobilitätsgipfel am 3. Mai 2010 unter der Leitung der Bundeskanzlerin erwarten? Andreas Jung: Die Botschaft: Wir wollen in Deutschland auf die Überholspur in Sachen Elektromobilität. Es wird der Startschuss für ein ganzes Maßnahmenpaket.
Bislang fährt Deutschland in Sachen E-Autos nur hinterher. Dennoch kündigte Frau Merkel an, dass hier der Leitmarkt entstehen soll.
Wir sprechen eher von Leitanbieter. Aus dem Konjunkturpaket II sind schon 50 Millionen Euro in die Forschung investiert worden. Eine Aufstockung ist nötig, mindestens eine Verdopplung dieser Summe. Die acht eingerichteten Modellregionen sind wichtig, aber wir sollten auch andere Bereiche mitbedenken, etwa den elektrischen Schiffsverkehr.

Wer fährt was? Die Dienstwagen der Politiker

Die EU entwickelt gerade einheitliche Normen und Standards … … die ganz wichtig und richtig sind. Es darf kein Chaos wie bei den Handys geben, wo jeder Anbieter unterschiedliche Stecker für die Ladegeräte hat.
Die EU befürwortet aber auch einheitliche Kaufanreize für E-Autos. Direkte Kaufanreize wird es zunächst nicht geben. Ein Problem ist, dass wir gerade die Abwrackprämie hatten – eine neue Regelung der Art wäre schwierig. Außerdem sind E-Autos zunächst vor allem Zweitwagen für Eigenheimbesitzer. Da würden die falschen Einkommensschichten finanziell unterstützt werden. Das kann auch gar keine EU-Frage sein, da muss und wird Deutschland seinen eigenen Weg gehen.

E-Autos sind also anfangs ein teurer Luxus? Wir brauchen Anreize, aber andere. Zum Beispiel für Firmenflotten die Möglichkeit von Sonderabschreibungen bei der Anschaffung von Ladesäulen für den Werksparkplatz. Außerdem sollte man die 1-Prozent-Regelung bei der Besteuerung von Privatfahrten mit dem Dienstwagen abschaffen, wenn es sich um ein Elektroauto handelt. Dann sollte gar keine Steuer gezahlt werden müssen. Generell bin ich der Meinung, die Kfz-Steuerbefreiung für Elektroautos sollte unbegrenzt gelten. Über die Einführung eines Wechselkennzeichens für das E-Auto als Zweitwagen werden wir mit der Versicherungswirtschaft sprechen. Daneben muss es aber auch nicht-finanzielle Anreize geben wie die Benutzung von Busspuren und kostenlosen Parkplätzen in der Innenstadt.

Bund, Länder und Kommunen könnten ja schon mal ein paar tausend E-Autos deutscher Hersteller bestellen, wenn diese dann serienreif sind.
Finde ich auch! Frankreich hat das ja gerade vorgemacht und 50.000 Autos bestellt. Der Staat sollte nicht nur fördern, sondern die neue Technologie auch leben. Auch der Fuhrpark des Bundestages sollte nach und nach umgestellt werden.

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