Das sind Vettels Top 10

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— 06.09.2013

Vettels Lieblingsfahrer

Selbst einer der größten Formel-1-Fahrer aller Zeiten, erzählt Sebastian Vettel am Rande eines Tirendo-Werbedrehs von seinen Helden. Der Weltmeister im Interview mit AUTO BILD MOTORSPORT.

Sebastian Vettels Geschichtskenntnisse in Sachen Formel 1 sind außergewöhnlich für einen Fahrer, der gerade geboren wurde, als Ayrton Senna schon längst sein erstes Formel-1-Rennen gewonnen hatte. Deshalb sind seine zehn Lieblingsfahrer auch eine Mischung aus alten Zeiten. Der 26-Jährige zählte den Reportern Bianca Garloff und Ralf Bach exklusiv seine Favoriten am Rande eines Werbedrehs für Tirendo auf. Dabei legte er Wert darauf, dass es keine Nummer 1 oder Nummer 2 in seiner Reihenfolge gibt, sondern alle zehn den gleichen Stellenwert für ihn besitzen.

Ayrton Senna

Ayrton Senna.

"Die letzten Jahre von Ayrton Senna habe ich noch in Erinnerung, besonders seine letzte Saison 1994. Ich kann mich sogar noch in Bruchstücken an das tragische Imola-Wochenende erinnern. Es war eins meiner einschneidenden Erlebnisse. Mein Vater war auch anfangs Senna-Fan, bevor dann Michael Schumacher kam. Über Senna muss man nicht viel sagen. Beispiel Donington 1993: Senna startete im strömenden Regen als Vierter, kam als Erster mit großem Vorsprung aus der ersten Runde zurück. Er ist Mythos. Nicht nur als Fahrer, auch als Persönlichkeit."

Jochen Rindt

Jochen Rindt.

"Warum Jochen Rindt? Ich finde einfach seine Persönlichkeit und seinen Charakter faszinierend. Bernie Ecclestone hat viel von ihm erzählt. Sie waren enge Freunde. Genauso Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko. Die beiden kamen aus Graz, waren wilde Hunde, die zusammen mit Autorennen anfingen. Rindt soll etwas ganz Besonderes gewesen sein. Einer der schnellsten Fahrer aller Zeiten, mit unglaublichem Naturtalent. Es ist sehr traurig, dass er so früh sein Leben verloren hat. Sonst wäre er mit Sicherheit noch öfter Weltmeister geworden."

Juan Manuel Fangio

Juan Manuel Fangio.

"Fangio hat die Anfangszeit geprägt wie kein anderer. Ein absolutes Naturtalent. Das erzählen Fahrer wie Stirling Moss, die das natürlich aus erster Hand beurteilen können. Ich meine, heute kann man zurückblicken und sagen 'war gut und war nicht gut'. Aber ich denke, es ist immer gut auf Leute zu hören, die die Fahrer auch kannten. Fangio war auf jeden Fall jemand, der ans Limit gegangen ist, obwohl es ganz klar war, dass das Unfallrisiko damals extrem hoch war. Über die Folgen eines Unfalls durfte man gar nicht nachdenken."

Wolfgang  Graf Berghe von Trips

Wolfgang Graf Berghe von Trips.

"Ich glaube, das hat bei mir einen besonderen Hintergrund. Zuerst gab es die Kartstrecke damals in Horrem, welche meines Wissens nach von von Trips gegründet wurde. Dann gab es die neue Kartbahn in Kerpen mit einer Trips-Kurve. So wusste man dann natürlich Bescheid, so hat sein Name für mich schon relativ früh eine Bedeutung gehabt. Ein Deutscher, der bei Ferrari in der Formel 1 fuhr. Er war, glaube ich, der erste Deutsche überhaupt bei Ferrari. Er hätte Weltmeister werden können, wenn er nicht, wie Jochen Rindt, auch in Monza früh ums Leben gekommen wäre."

Mika Häkkinen

Mika Häkkinen.

"Bei Häkkinen hatte man einfach das Gefühl: Der steigt ins Auto ein und ist sauschnell. Fertig aus! Da gibt es keine große Diskussion, ein typischer Finne. Außerhalb des Autos war Häkkinen ein schweigsamer Mensch, der den Mund nur aufmachte, wenn es notwendig war. Wenn Mika ein Siegerauto hatte, gewann er auch meistens. Wie 1998 und 1999, als er Weltmeister wurde. Aber auch in den anderen Jahren war er nahe dran. Wenn das Auto gepasst hat, war er vorne und wenn das Auto nicht gut war, hat er trotzdem immer alles aus der Kiste rausgeholt."

Michael Schumacher

Michael Schumacher.

"Über Michael Schumacher, da brauche ich nicht viel zu sagen: Das ist selbsterklärend. Er hat alle Rekorde der Formel 1 gebrochen. Die stehen für sich. Ob sie jemals einer einstellen kann, darüber denke ich noch nicht mal nach. Schumacher war mein Kindheitsidol. Ich hatte Poster mit ihm in seinem Ferrari im Zimmer. Als er mir als kleiner Bub mal einen Siegerpokal übergab, war das wie Weihnachten für mich. Zum Glück konnte ich noch gegen ihn fahren. Er war hart, aber immer fair. Abseits der Strecke hatten wir ein sehr gutes Verhältnis."

Jim Clark

Jim Clark.

"Eine andere Legende, deshalb muss der Schotte – ich habe gehört, er war ursprünglich Schafzüchter – unbedingt auf meine Liste. Clark hat innerhalb weniger Rennen und in kurzer Zeit unglaublich viele Rekorde aufgestellt. Er hat auch die 500 Meilen von Indianapolis gewonnen. Dann ist er bei einem für damalige Verhältnisse relativ unbedeutenden Formel-2-Rennen tödlich verunglückt. Im Regen ist sein Lotus mitten auf der Waldgeraden in Hockenheim einfach abgebogen. Er hatte keine Chance, flog direkt in die Bäume, weil es damals noch keine Leitplanken gab."

Alain Prost

Alain Prost.

"Man hört, dass er ein sehr feinfühliger Fahrer war. Ein spezieller Charakter. Von manchen geliebt, von anderen gehasst. Allein aufgrund der Situation, die es mit Senna bei McLaren gab. Auf jeden Fall war er jemand, der seine Zeit geprägt hat. Er hat vier WM-Titel gewonnen, über 40 Siege – das sagt ja schon alles. Heute rede ich manchmal mit ihm und er wirkt sehr nett. Wir haben letztes Jahr ein bisschen gefachsimpelt über seinen Williams damals und andere Autos. Ich denke aber, man hat als Rennfahrer zwei Seiten. Die eine Seite im Auto und die andere Seite außerhalb."

Niki Lauda

Niki Lauda.

"Er ist einer der Fahrer, die sich nicht geändert haben. Die auch im Auto genauso waren wie außerhalb. Da bin ich mir ziemlich sicher. Niki ist sehr direkt, sehr geradeaus. Das liegt mir, das mag ich, denn so bin ich auch. Niki Lauda ist heute schon Legende, nicht nur als Ferrari-Pilot. Ich habe den Film "Rush" über seinen Zweikampf damals mit James Hunt leider noch nicht gesehen. Aber fest steht: Dass er sechs Wochen nach seinem schweren Feuerunfall am Nürburgring schon wieder ins Auto gestiegen ist, ist ganz, ganz speziell."

Nigel Mansell

Nigel Mansell.

"Wie bei Häkkinen hatte man auch bei Mansell das Gefühl, dass er in ein Auto steigt uns sofort am Limit fahren kann. Bei ihm ging alles immer sehr dramatisch ab, das wurde ein bisschen sein Markenzeichen. Er kämpfte aber auch wie ein Löwe in jedem Rennen und hatte danach auch immer flotte Sprüche drauf. Besonders seine Stallduelle bei Williams mit Nelson Piquet garantierten totale Spannung und hatten hohen Unterhaltungswert, auch abseits der Rennstrecke. Heute sehe ich ihn manchmal bei Rennen, wenn er einer der vier Rennkommissare ist."

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