Apollo Intensa Emozione: Vorstellung

Apollo Intensa Emozione: Vorstellung

— 27.10.2017

Der Über-Über-Flieger

Gumpert adé! Mit dem Intensa Emozione stellt Apollo ein Auto der Extreme vor. Mit einer Kombination aus Wahnsinns-Preis, Wahnsinns-Optik und Wahnsinns-Leistung will man auf Kundenfang gehen.

Bei Tempo 300 soll der IE 1350 Kilo Abtrieb erzeugen.

Apollo meldet sich mit dem Intensa Emozione zurück und verspricht keine halben Sachen. Nach dem Arrow, der noch zusammen mit Firmengründer Roland Gumpert entstand und der 2016 in Genf vorgestellt wurde, um dann vorerst in der Versenkung zu verschwinden, ist jetzt der IE das neue Aushängeschild der Firma. Kopf hinter dem Projekt ist der chinesische Investor Norman Choi, der mit viel Herzblut den kompletten Neuanfang in die Wege geleitet hat. Sein Ziel war es, ein Supercar zu bauen, das eine unmittelbare und emotionale Verbindung zwischen Fahrer und Auto herstellt.

Carbon soweit das Auge reicht

Mit dem chinesischen Designer Jowyn Wong wurde nicht nur die Optik spektakulärer. Auch unter der Oberfläche aus Sichtcarbon geht der IE mit Kohlefaser-Rahmen (statt Stahl-Gitterrahmen) einen Schritt weiter als andere. Das Monocoque und die gesamte Außenhaut bestehen aus Carbon, das Gewicht liegt bei 1250 Kilogramm. Richtige Sitze sucht man im IE vergeblich. Dünne Sitzpolster landen direkt auf dem nackten Carbon und sind selbstverständlich an die Körperform des Besitzers angepasst. Apollo verspricht einen Anpressdruck von 1350 kg bei 300 km/h, was andere Supersportler weit in den Schatten stellen würde. Tempo-technisch endet die Fahrt bei knapp 335 km/h. Auf Tempo 100 katapultiert der IE seine Besatzung in 2,7 Sekunden. Die Traktionskontrolle kommt in zwölf Stufen, reicht also vom aggressiven Rennstrecken-Angriff, bis zum geschmeidigen Ritt über feuchte Landstraßen.

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Keine Turbos, kein Hybrid-System

Richtige Sitze? Fehlanzeige. Sitzpolster landen direkt auf dem nackten Carbon.

Der 6,3-Liter-V12 wird von der Turiner Motorenfirma Autotecnica bezogen und leistet 780 PS bei 8500 Touren und 760 Nm bei 6000. Hybrid-Unterstützung oder Turbo-Boost sucht man bei Apollo vergebens, hier darf noch frei gesaugt werden. Die dreiflutige Auspuffanlage, die aus dem 3D-Drucker kommt, kostet laut Apollo so viel wie ein schmucker BMW M4, also rund 70.000 Euro. Unter der Hülle arbeitet feinste Renntechnik: Brembo-Keramikbremsen, adaptive Bilstein-Dämpfer, liegend eingebaut und über Kipphebel betätigt, das sequenzielle Sechsgang-Getriebe soll laut Norman Choi noch durch ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe aus eigener Entwicklung ersetzt werden – ein äußerst ehrgeiziges Ziel. Die Gummis bezieht Apollo bei Michelin. Für die Straße bekommt der IE Michelin Sport Cup2 und für die Rennstrecke sitzt er auf Slicks. Wer sich an dieser Stellen über die Straßen-Reifen wundert: In einigen Regionen der Welt bekommt man mit viel Vitamin B eine Straßenzulassung.

Produktion auf zehn Exemplare limitiert

Vorerst gibt es zwei Exemplare zum Anfassen, die bei MAT (Manifattura Automobili Torino) in Italien gebaut wurden und jetzt potenziellen Kunden gezeigt werden. Während zwei weitere Fahrzeuge entstehen, werden die ersten ausgiebig getestet. Apollo will den zukünftigen Besitzern größtmöglichen Spielraum bei der Individualisierung geben. Doch da ist noch nicht Schluss: Wer sich einen IE klärt, erhält exklusives Vorkaufsrecht auf den Arrow, den Apollo 2019 präsentieren will. Dazu dürfen die Besitzer bei der finalen Anpassung des IE mitwirken und bekommen Zugang zum Apollo-Time-Attack-Programm. Dabei haben die Eigner die Möglichkeit, ihre IE über Europas wichtigste Rennstrecken zu prügeln. Ein ambitioniertes Projekt also, das zunächst nur als reine Rennversion ohne Straßenzulassung – bei der Optik nicht verwunderlich – für stolze 2,3 Millionen Euro plus lokaler Steuer die Trackday-Lüste betuchter Kunden bedient. Die sollen vorwiegend aus Asien und Europa kommen, ein Marktstart in den USA könnte folgen. AUTO BILD ist gespannt, ob es der auf zehn Stück limitierte IE auf die Straße schafft.

Apollo Intensa Emozione: Vorstellung

Autor:

Ralf Kund

Fazit

Eine leichte Skepsis angesichts der hohen Ambitionen des IE ist sicher angebracht. Doch das Fahrzeug hinterlässt keinen schlechten Eindruck und Apollo-Chef Norman Choi wirkt sehr entschlossen, andererseits auch etwas sehr optimistisch, was die Straßenzulassungsfähigkeit des IE in der vorgestellten Form angeht. Nicht wenige vollmundig angekündigte Supersportler sind leise wieder von der Bildfläche verschwunden. Wir wünschen Glück und freuen uns auf die erste Testfahrt.

Stichworte:

Supersportwagen

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