Mytaxi App

App "myTaxi"

— 12.08.2011

Taxi leicht bestellt

Mit der Smartphone-App "myTaxi" können Nutzer schnell und einfach ein Taxi bestellen. Die Anwendung könnte zur ernsten Konkurrenz für die altbewährten Funkzentralen werden.

(dpa/sb) Ein paar Klicks auf dem Smartphone und das Taxi ist bestellt. Auf dem Display bewegt sich ein gelbes Autosymbol über eine Karte auf den eigenen Standort zu, wenig später ist der Wagen da. "myTaxi" heißt die Anwendung – kurz App – die ein lästiges Ausharren in der Telefonwarteschleife einer Taxizentrale erübrigt. Was als kleines Handy-Programm daherkommt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Neuerung mit Folgen für die Branche. Denn bei der Taxibestellung wird ein Akteur außen vor gelassen – die Telefonzentrale, die sonst normalerweise Aufträge annimmt und an die Fahrer weiterleitet. Der von der Software-Firma Intelligent Apps entwickelte Dienst ging 2010 zunächst in Hamburg an den Start. Mittlerweile gibt es das Angebot in zwölf Großstädten – etwa Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln oder München. Weitere Metropolen auch im Ausland sollen folgen.    

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"Die Anwendung hilft denjenigen, die in einer fremden Stadt die örtliche Taxinummer nicht kennen", sagt Geschäftsführer Sven Külper. Binnen eines Dreivierteljahres sei die App rund 300.000 Mal heruntergeladen worden. "Bei Millionen Smartphone-Nutzern ist das Wachstumspotenzial gewaltig." Das Programm ist simpel: Ein Stadtplan zeigt alle verfügbaren Taxen in der Umgebung an. Schnell lassen sich Personenanzahl und Fahrtziel einstellen – auch Sonderwünsche wie Kindersitz, EC-Zahlung oder Großraumtaxi können angegebenen werden. Ist das Gesuch gesendet, können es Taxifahrer annehmen. Auf der Karte wird das Fahrzeug markiert und lässt sich bis zur Ankunft verfolgen.

Kleine Helferlein: Apps rund ums Auto

Von geschätzt 250 000 Taxifahrern in Deutschland haben 4000 die Software bereits auf ihrem iPhone oder Android-Handy installiert, weil es ihnen mehr Aufträge bringt. "myTaxi" setzt auf Transparenz: Jeder Chauffeur kann bewertet werden. Bei einer Bestellung sieht man neben dem Namen, Bild und der Rufnummer des Fahrers auch seine Ratings. Unzuverlässigkeit und schlechter Service können darum auch zum Ausschluss aus dem myTaxi-Netzwerk führen.

Ihre Rechte als Taxi-Gast

Was den Taxifahrern mehr Aufträge liefert, vermiest den Funkzentralen das Geschäft. Pro Bestellung zahlen Fahrer 79 Cent an die "mytaxi"-Macher – Geld, dass sonst an die Zentralen ginge. In der Regel zahlen die Taxiunternehmen einen Festbetrag, der die Vermittlung abdeckt – in Berlin sind das rund 100 Euro im Monat. Das Risiko, myTaxi könnte den Taxirufzentralen auf dem heiß umkämpften Markt Einnahmen abjagen, hält der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband (BZP) für gering. "Die Unternehmen überlegen sich genau, ob sie für jetzt auch noch für jede myTaxi-Vermittlung zahlen sollen", meint BZP-Geschäftsführer Thomas Grätz. Allenfalls einzelne Taxifahrer könnten sich damit ein kleines Zubrot verdienen, weil 80 Prozent der Bestellungen von lokalen Kunden kämen.

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