App gegen Falschparker

App "Wegeheld" gegen Falschparker

— 06.05.2014

Aufruf zum Anschwärzen?

Ein neues Online-Portal samt App will Falschparkern in Großstädten ans Blech. "Wegeheld" heißt das Projekt, vor allem für Fußgänger und Radfahrer, das Verkehrssünder im Internet öffentlich macht.

Besitzer von Android-Smartphones können seit Ende März 2014 Falschparker mit einer neuen, kostenlosen App im Internet melden. Oder sollte man sagen anschwärzen? "Wegeheld" heißt das Projekt, das zeitnah auch fürs iPhone geplant ist und mit dem der ehemalige Bahn- und Greenpeace-Mitarbeiter Heinrich Strößenreuthe "Freie Wege für clevere Städte" (so das Motto) erreichen will. Sein Argument: Aus Platz- und Klimaschutzgründen brauchen Städte mehr CO2-freie Verkehrsteilnehmer. Von der App angesprochen fühlen sollen sich – na klar – vor allem Fußgänger und Radler.
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Auch Posts bei Facebook und Twitter möglich

Eine Karte auf dem "Wegeheld"-Portal zeigt die Orte der gemeldeten Vergehen an.

Nach Download und Anmeldung kann der Nutzer mit der Applikation anonym Jagd auf Verkehrssünder machen. Das Procedere ist einfach: Die App bestimmt den Standort, der Jäger wählt Automarke, -farbe sowie Art des Vorfalls aus – und schon erscheint der Sündenfall auf einer Karte beim Wegeheld-Portal. Wer will, macht gleich noch ein Foto (Nummernschild schwärzen ist obligatorisch) oder postet das Ganze auf Facebook oder bei Twitter. Auch das Hinterlassen einer (realen) Visitenkarte am Auto sowie das Melden von Wiederholungstätern beim Ordnungsamt ist möglich.

Aus "Straßensheriff" wurde "Wegeheld"

Heinrich Strößenreuther ist ehemaliger Bahnmanager und vor allem passionierter Fahrradfahrer.

So umstritten die Parksünder-Petze ist, so groß waren bislang die Schwierigkeiten für den selbsternannten Wegehelden Strößenreuther. Eine Crowdfunding-Aktion (Geld bei Gleichgesinnten sammeln im Internet) lief mäßig, viele Ordnungsämter zeigten sich zurückhaltend und die Möglichkeiten einer direkten Anzeige des Sünders scheiterte aus rechtlichen Gründen. Auch der ursprüngliche Name "Straßensheriff" wurde geändert. Und: Selbst der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) reagierte skeptisch und fürchtete eine Verschärfung des Konflikts zwischen Rad- und Autofahrern.

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