VW iCar

Apple Car "Titan" (2021)

— 19.10.2016

Apple Car schrumpft zum Software-Projekt

Das Apple Car kommt immer später, wenn überhaupt. Neuesten Berichten zufolge konzentriert sich der iPhone-Konzern auf Software fürs autonome Fahren.

(dpa/brü) Apple nimmt laut einem Medienbericht Abstand vom Plan, ein eigenes Auto zu entwickeln und will bis Ende 2017 über das Schicksal des Projekts entscheiden. Aktuell sei die Idee eher, Software für autonomes Fahren zu entwickeln, schrieb der Finanzdienst Bloomberg am 18. Oktober 2016. Das würde Apple die Flexibilität geben, entweder mit der Autobranche zusammenzuarbeiten oder am Ende doch ein eigenes Fahrzeug zu bauen, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Mehrere Hundert Mitarbeiter hätten das Projekt inzwischen verlassen. Apple wollte die Informationen zunächst nicht kommentieren.

Apple iCar und Co: Autonom fahrende Autos

Von der Auto- zur Software-Entwicklung

Über Apples Pläne für das Autogeschäft wird schon seit Anfang 2015 spekuliert, während der Konzern selbst sich dazu bedeckt hält. Bloomberg hatte schon im Juli 2016 berichtet, der Schwerpunkt verlagere sich eher auf die Entwicklung von Software für autonome Fahrzeuge statt des Baus eines eigenen Elektrowagens. Im September berichtete die "New York Times" dann, Apple habe angefangen, selbstfahrende Autos zu testen. Die Roboterwagen seien auf eingeschränkten Strecken in abgeschirmter Umgebung unterwegs. Danach gab es Berichte über Kauf-Verhandlungen mit der Rennwagen-Firma McLaren. Die Briten erklärten dann jedoch, es gebe keine Gespräche. In diesem Jahr investierte Apple bereits überraschend eine Milliarde Dollar in den chinesischen Fahrdienst-Vermittler Didi Chuxing. Konzernchef Tim Cook sprach von einer strategischen Investition in den Uber-Konkurrenten.

Gespräche mit BMW und Daimler wohl gescheitert

Zuletzt war über den Einstieg von BMW beim Apple Car spekuliert worden, was allerdings von keiner beteiligten Seite bestätigt wurde. Im Gegenteil: Laut "Handelsblatt" sind Verhandlungen von Apple mit BMW und Daimler über eine Zusammenarbeit gescheitert. Hauptstreitpunkte bei den Gesprächen zwischen Silicon Valley und München waren die Fragen der Führungsrolle bei einem gemeinsamen Projekt sowie die Hoheit über Daten von Nutzern der Technologie. Während Apple diese offenbar gern in seiner iCloud sammeln würde, habe BMW Datenschutz zu einem seiner obersten Zukunftsprizipien gemacht, schreibt das Blatt.

Arbeit an einer Auto-Software

Im Juli 2016 hatte der Informationsdienst Bloomberg unter Verweis auf Veränderungen bei der Projektleitung gemeldet, dass Apple an Software für autonome Autos arbeitet. Der neue Entwickler Dan Dodge war Gründer des Betriebssystementwicklers QNX, der mittlerweile Blackberry gehört. Mittlerweile soll sich das Ziel verschoben haben: Bloomberg berichtet, die Entwicklung einer Software für selbstfahrende Autos habe Vorrang vor einem eigenen Fahrzeug. Wie bei vielen Meldungen zuvor, ist hier viel Spekulation im Spiel. Zuvor hatte das Magazin "The Information" berichtet, das Apple-Auto käme frühestens 2021, ein Jahr später als geplant. 

Apple sichert sich erstes Fahrzeug-Patent

Das Patent zeigt zwei Kettenfahrzeuge, die durch ein Gelenk miteinander verbunden sind.

Dass das Apple Car nicht gänzlich aus den Zukunftsplänen des Technik-Giganten verschwunden ist, darauf deutet eine Meldung von August 2016: Apple hat sein erstes fahrzeugbezogenes Patent gesichert, allerdings ein ziemlich mysteriöses. Es geht um eine Lenk- und Kupplungsvorrichtung, um Fahrzeuge miteinander zu verbinden. Auf der Patentschrift sind ein führendes Fahrzeug und ein folgendes Fahrzeug abgebildet. Die Kupplung soll laut Patent dafür sorgen, Strom, Kraftstoff sowie Flüssigkeiten zum Bremsen und für die Klimaanlage zwischen beiden Fahrzeugen zu verteilen. Über hydraulische Zylinder kann das vordere Fahrzeug das nachfolgende führen. Solcherart verbundene Fahrzeuge haben einen kleinen Wendekreis, wie beispielsweise Gelenkbusse.

Patentzeichnung mit Kettenfahrzeugen

Video: Apple-Car

Codename: Titan!

Apple hat die Lenkung zusammen mit der schwedischen Firma BAE Hägglunds entwickelt. Die Schweden sind eigentlich auf Militärfahrzeuge spezialisiert, was erklären könnte, warum in der Patentzeichnung Kettenfahrzeuge zu sehen sind. Was Apple mit der Lenkvorrichtung vorhat, ist unklar. Jedenfalls bezieht sich das Patent auf ein Gelenkfahrzeug, das sich aus zwei Teilen zusammensetzt, die durch die Lenkvorrichtung verbunden sind. Kurz gesagt: Das Patent wirft viele Fragen auf, ist aber ein echter Beweis dafür, dass Apple an einem Fahrzeugkonzept arbeitet.

So könnte das Apple-Auto am Stau vorbeifahren

Als nicht unwahrscheinlich gilt die Theorie, dass Apples geplantes Auto, Projektname "Titan", sich mit Hilfe der Kupplung mit anderen Apple Cars zu einer Kolonnenfahrt zusammenschließen kann, bei der das erste das Steuern übernimmt. Denn auf amerikanischen Highways gibt es zum Vermeiden von Staus oft Sonderfahrstreifen für sogenannte "Carpools". Eine Kolonne von Apple Cars könnte berechtigt sein, sich dort zu bewegen. Bereits Anfang August 2016 hat Apple indirekt den Fahrdienstleister Uber in China übernommen: Apple besitzt große Anteile an der Firma Didi Chuxing, die Uber China übernommen hat. Didi Chuxing plant das Apple-Auto in die Flotte zu integrieren, so die amerikansiche Nachrichtenseite Computerworld.
Die Konkurrenz: Das plant Google

Tim Cook schürt Gerüchte zum Apple Car

Apple-CEO Tim Cook sagte bereits 2015, dass die Software ein immer wichtiger werdender Bestandteil des Autos der Zukunft sei. Ebenso mutmaßte Cook auch, dass autonomes Fahren und eine Abkehr von klassischen Antrieben wichtige Aspekte beim Thema Mobilität sein werden. Schon im September 2015 berichtete das "Wall Street Journal" über sich verdichtende Gerüchte um ein Apple Car mit dem Projektnamen "Titan". Nach Angaben des Magazins "Motortrend" sollen rund 1000 Entwickler im kalifornischen Sunnyvale unter dem Decknamen "SixtyEight Research" am Apple-Auto forschen.

Arbeit am Elektroantrieb

Seit 2014 wirbt Apple massiv Experten für Akkutechnik ab, zudem sollen auch Fachleute für Automobiltechnik von Tesla und Mercedes zu Apple gewechselt sein, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Offiziell hält sich Apple zu dem Thema sehr bedeckt, doch laut "Wall Street Journal" ist es auch möglich, dass das Apple-Auto zwar nicht autonom agiert, aber elektrisch angetrieben wird.

So stellen sich Zeichner das Apple-Car vor

Der Entwurf von Larson: Front und Heck des Vans sind komplett gleich, das Auto ist in beide Richtungen fahrbar.

©Larson

Wie hätte sich Apple-Gründer Steve Jobs das perfekte Auto, das Apple-Auto, vorgestellt? Dazu gibt Apple keine Antwort. Daher hat AUTO BILD die drei besten Zeichner gebeten, ihre Vorstellung vom iCar zu Papier zu bringen. Bewertet wurden die Entwürfe von Hartmut Esslinger, Gründer von Frogdesign, der in den 80er- und 90er-Jahren im Auftrag von Jobs das markante Erscheinungsbild der Marke geprägt hat. Esslinger ist 71 Jahre alt und lebt im Silicon Valley, zehn Minuten vom Apple-Hauptquartier entfernt.

Zwei Illustratoren glauben an einen Mikrobus

Das ist Radovan Varicaks Zeichnung. Er ist der Meinung, dass es beim iCar nicht auf die Form ankommt.

©Radovan Varicak

"Hier weiß jeder, dass Apple dabei ist, ein Auto zu entwickeln", sagt er. Sein Favorit ist von Lars Sältzer (Künstlername Larson). Esslinger: "Der Entwurf ist frisch, witzig und markant. Apple wird sich sicher nicht anpassen, und daher gefällt mir der Larson-Entwurf so gut. Das ist ein Statement der Modernität. Ein Mikrovan, wie ich ihn für denkbar halte." Auch Illustrator Andrei Avarvarii favorisiert ein kleines Raumfahrzeug, das in seiner Erscheinung an die Studie des VW Mikrobus erinnert. Esslinger erkennt in der Front eher einen alten Greyhound-Bus – und findet den Vorschlag deswegen zu wenig progressiv.

Andrei Avarvarii findet, dass ein Apple-Auto dem simplen, minimalistischen Stil der Apple-Produkte folgen sollte.

©Avarvarii

Fehlende Modernität wirft er auch dem dritten Entwurf von Radovan Varicak vor. Frei stehende Räder hinten findet das Apple-Urgestein wenig zeitgemäß, so oder so ähnlich haben Studien für ihn schon zu oft ausgesehen. Die Zeichen stehen derweil tatsächlich auf Van: Die ominöse Firma Sixtyeight soll in England einen Fiat Multipla aus den 1950ern gekauft haben. Das neue iCar dürfte ein autonom fahrender, elektrisch betriebener Mikrovan sein, der einen völlig neuen Umgang der "User" mit einem Automobil anstrebt.

Google baut sein erstes Auto

Google-Auto Google-Auto Google-Auto

Autoren: Bernhard Schmidt, Michael Gebhardt, , Katharina Berndt

Fotos: Larson, Avarvarii, Radovan Varicak

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