Entwürfe: So könnte ein Apple Car aussehen

Apple Car "Titan": Überblick zu Apples Auto-Plänen

— 19.04.2017

Apple erhält Lizenz für autonome Autos

Eine in Kalifornien erteilte Lizenz macht die autonomen Autopläne von Apple bekannt. Sie stammt nicht vom iPhone-Konzern, sondern von einer Behörde! Überblick zum Apple Car!

So würde sich der Designer Larson ein Apple-Auto vorstellen: Front und Heck des Vans wären gleich, das Auto in beide Richtungen fahrbar.

©Larson

(dpa/brü/cr) Apples Pläne für selbstfahrende Autos sind offiziell - auch wenn weiterhin unklar bleibt, wie tief der iPhone-Konzern ins Geschäft mit der Mobilität der Zukunft vorstoßen will. Apple erhielt die Erlaubnis für Tests selbstfahrender Autos auf öffentlichen Straßen in Kalifornien. Die am 14. April 2017 von der Verkehrsbehörde des Bundesstaats öffentlich gemachte Genehmigung ist der bislang deutlichste Hinweis auf Ambitionen des Smartphone- und Computerherstellers im umkämpften Zukunftsmarkt für autonomes Fahren.

Das ist Radovan Varicaks Zeichnung. Er ist der Meinung, dass es beim iCar nicht auf die Form ankommt.

©Radovan Varicak

Apple ist das 30. Unternehmen, dem im bevölkerungsreichsten US-Staat eine solche Lizenz ausgestellt wurde. Rivalen wie der Google-Mutterkonzern Alphabet mit seiner Tochter Waymo, aber auch große Player der Autobranche wie Volkswagen, Daimlers Mercedes-Benz, Bosch, Ford, General Motors oder Tesla haben schon länger die Erlaubnis für Roboterwagen-Tests in Kalifornien. Uber kam erst kürzlich dazu, nachdem der Fahrdienst-Vermittler seine selbstfahrenden Wagen zunächst ohne eine solche Erlaubnis testen wollte, die Verkehrsbehörde aber nicht mitspielte. Obwohl Apples Engagement bei Roboterautos schon länger als offenes Geheimnis galt, wurde es vom Konzern selbst noch nie öffentlich bestätigt. Der klarste Hinweis war bislang ein Brief an die US-Verkehrsbehörde NHTSA, um sich bei Richtlinien für selbstfahrende Autos einzubringen. Ansonsten hieß es lediglich, Mobilität sei ein interessanter Zukunftsmarkt.

Apple iCar und Co: Autonom fahrende Autos

Apple startete dem Vernehmen nach vor einigen Jahren zunächst auch die Entwicklung eigener Elektrofahrzeuge bis hin zu ersten Prototypen, fokussierte das Projekt dann aber auf Roboterwagen-Software um. Nach Daten der Verkehrsbehörde wurde die Genehmigung jetzt für drei umgebaute Lexus-SUVs erteilt. Auch Google fing erst mit modifizierten Serienwagen an, bevor der Internet-Konzern seine elektrischen Zweisitzer aus eigener Entwicklung auf die Straße schickte.

Arbeit an autonomer Auto-Software

Video: Apple-Car

Codename: Titan!

Über Pläne von Apple im Autobereich wird schon seit Jahren spekuliert. Es gilt als offenes Geheimnis in der Branche, der Stand des Projekts ist aber unklar. Nach jüngsten Informationen soll sich der Fokus auf die Entwicklung von Software für selbstfahrende Fahrzeuge verlagert haben, während viele Mitarbeiter das Projekt verlassen hätten. Technologie für Roboterwagen wird derzeit bei einzelnen Herstellern, mehreren Branchenzulieferern sowie bereits seit 2009 bei Google entwickelt. Mehrere Automarken kündigten selbstfahrende Autos für den regulären Straßenverkehr für 2021 an. Es wird davon ausgegangen, dass solche Fahrzeuge zunächst eher als Robotertaxis in Flotten statt als Privatwagen zum Einsatz kommen.

Apple sichert sich erstes Fahrzeug-Patent

Das Patent zeigt zwei Kettenfahrzeuge, die durch ein Gelenk miteinander verbunden sind.

Darauf, dass das Apple Car nicht gänzlich aus den Zukunftsplänen des Technik-Giganten verschwunden ist, deutet eine Meldung von August 2016: Da sicherte sich der iPhone-Konzern ein erstes fahrzeugbezogenes Patent gesichert, allerdings ein ziemlich mysteriöses. Es geht um eine Lenk- und Kupplungsvorrichtung, um Fahrzeuge miteinander zu verbinden. Auf der Patentschrift sind ein führendes Fahrzeug und ein folgendes Fahrzeug abgebildet. Die Kupplung soll laut Patent dafür sorgen, Strom, Kraftstoff sowie Flüssigkeiten zum Bremsen und für die Klimaanlage zwischen beiden Fahrzeugen zu verteilen. Über hydraulische Zylinder kann das vordere Fahrzeug das nachfolgende führen. Solcherart verbundene Fahrzeuge haben einen kleinen Wendekreis, wie beispielsweise Gelenkbusse.

Patentzeichnung mit Kettenfahrzeugen

Apple entwickelte die Lenkung zusammen mit der schwedischen Firma BAE Hägglunds. Die Schweden sind auf Militärfahrzeuge spezialisiert, was erklären könnte, warum in der Patentzeichnung Kettenfahrzeuge zu sehen sind. Was Apple mit der Lenkvorrichtung vorhat, ist unklar. Jedenfalls bezieht sich das Patent auf ein Gelenkfahrzeug, das sich aus zwei Teilen zusammensetzt, die durch die Lenkvorrichtung verbunden sind. Kurz gesagt: Das Patent wirft viele Fragen auf, ist aber ein echter Beweis dafür, dass Apple an einem Fahrzeugkonzept arbeitet.

Google baut sein erstes Auto

Google-Auto Google-Auto Google-Auto

So könnte das Apple-Auto am Stau vorbeifahren

Als nicht unwahrscheinlich gilt die Theorie, dass Apples geplantes Auto, Projektname "Titan", sich mit Hilfe der Kupplung mit anderen Apple Cars zu einer Kolonnenfahrt zusammenschließen kann, bei der das erste das Steuern übernimmt. Denn auf amerikanischen Highways gibt es zum Vermeiden von Staus oft Sonderfahrstreifen für sogenannte "Carpools". Eine Kolonne von Apple Cars könnte berechtigt sein, sich dort zu bewegen. Bereits Anfang August 2016 hat Apple indirekt den Fahrdienstleister Uber in China übernommen: Apple besitzt große Anteile an der Firma Didi Chuxing, die Uber China übernommen hat. Didi Chuxing plant das Apple-Auto in die Flotte zu integrieren, so die amerikansiche Nachrichtenseite Computerworld.
Die Konkurrenz: Das plant Google

Tim Cook schürt Gerüchte zum Apple Car

Bereits 2015 sagte Apple-CEO Tim Cook, Software sei ein immer wichtiger werdender Bestandteil des Autos der Zukunft. Ebenso mutmaßte Cook auch, dass autonomes Fahren und eine Abkehr von klassischen Antrieben wichtige Aspekte beim Thema Mobilität sein werden. Im September 2015 berichtete das "Wall Street Journal" über sich verdichtende Gerüchte um ein Apple Car mit dem Projektnamen "Titan". Nach Angaben des Magazins "Motortrend" sollten rund 1000 Entwickler im kalifornischen Sunnyvale unter dem Decknamen "SixtyEight Research" am Apple-Auto forschen.

Zeichner skizzieren ein Apple-Car

Andrei Avarvarii findet, dass ein Apple-Auto dem simplen, minimalistischen Stil der Apple-Produkte folgen sollte.

©Avarvarii

Wie hätte sich Apple-Gründer Steve Jobs das Apple-Auto vorgestellt? Weil Apple schweigt, bat AUTO BILD drei Zeichner, ein Apple-Car zu entwerfen. Der Entwurf von Lars Sältzer (Künstlername Larson), sieht ein Van-artiges Fahrzeug vor, bei dem Front und Heck komplett gleich gestaltet sind. Das Auto ist in beide Richtungen fahrbar. Der Illustrator Andrei Avarvarii favorisiert ein kleines Raumfahrzeug, das in seiner Erscheinung an die Studie des VW Mikrobus erinnert. Ein dritter Entwurf stammt von Radovan Varicak. Er hat hinten frei stehende Räder. Oder münden die Pläne zum Apple Car doch nur eine Software für autonom fahrende Autos?

Entwürfe: So könnte ein Apple Car aussehen

Autoren: Bernhard Schmidt, Michael Gebhardt, , Katharina Berndt

Fotos: Larson, Avarvarii, Radovan Varicak

Stichworte:

Autonomes Fahren

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