VW iCar

Apple Car "Titan": Pläne für ein Apple-Auto

— 05.12.2016

Apple will bei autonomen Autos mitreden

Ob Apple ein eigenes Auto bringt, ist weiter unklar. Fest steht: Der Tech-Konzern will bei der Entwicklung selbstfahrender Autos mitmischen!

(dpa/brü) Apple will bei den anstehenden Richtlinien für selbstfahrende Autos in den USA seine Meinung einbringen. Der iPhone-Konzern schrieb an die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA, er investiere "massiv in die Erforschung von maschinellem Lernen und der Automatisierung" und sei "enthusiastisch angesichts des Potenzials automatisierter Systeme in vielen Bereichen inklusive des Verkehrs". Damit liefert Apple einen weiteren Hinweis auf seine Pläne für autonome Fahrzeuge.

Apple iCar und Co: Autonom fahrende Autos

Autonome Autos sollen Daten teilen

In dem Brief, der auf der NHTSA-Website veröffentlicht wurde, spricht sich Apple unter anderem dafür aus, dass Entwickler von Roboterwagen anonymisierte Daten zu Unfällen und kritischen Situationen miteinander teilen, um den Fortschritt zu beschleunigen. Der Konzern bestätigt an keiner Stelle ausdrücklich, selbst an selbstfahrenden Autos zu arbeiten. Apple wolle mit dem Brief aber zu einer nationalen Debatte über das Thema beitragen.

Arbeit an Auto-Software

Über Pläne von Apple im Autobereich wird schon seit rund zwei Jahren spekuliert. Es gilt als offenes Geheimnis in der Branche, der Stand des Projekts ist aber unklar. Zunächst wurde berichtet, Apple wolle zum Jahr 2020 mit einem eigenen Elektroauto in den Markt einsteigen. Nach jüngsten Informationen soll sich der Fokus auf die Entwicklung von Software für selbstfahrende Fahrzeuge verlagert haben, während viele Mitarbeiter das Projekt verlassen hätten. Technologie für Roboterwagen wird derzeit bei einzelnen Herstellern, mehreren Branchenzulieferern sowie bereits seit 2009 bei Google entwickelt. Mehrere Automarken kündigten selbstfahrende Autos für den regulären Straßenverkehr für 2021 an. Es wird davon ausgegangen, dass solche Fahrzeuge zunächst eher als Robotertaxis in Flotten statt als Privatwagen zum Einsatz kommen.

Apple sichert sich erstes Fahrzeug-Patent

Das Patent zeigt zwei Kettenfahrzeuge, die durch ein Gelenk miteinander verbunden sind.

Darauf, dass das Apple Car nicht gänzlich aus den Zukunftsplänen des Technik-Giganten verschwunden ist, deutet eine Meldung von August 2016: Da sicherte sich der iPhone-Konzern ein erstes fahrzeugbezogenes Patent gesichert, allerdings ein ziemlich mysteriöses. Es geht um eine Lenk- und Kupplungsvorrichtung, um Fahrzeuge miteinander zu verbinden. Auf der Patentschrift sind ein führendes Fahrzeug und ein folgendes Fahrzeug abgebildet. Die Kupplung soll laut Patent dafür sorgen, Strom, Kraftstoff sowie Flüssigkeiten zum Bremsen und für die Klimaanlage zwischen beiden Fahrzeugen zu verteilen. Über hydraulische Zylinder kann das vordere Fahrzeug das nachfolgende führen. Solcherart verbundene Fahrzeuge haben einen kleinen Wendekreis, wie beispielsweise Gelenkbusse.

Patentzeichnung mit Kettenfahrzeugen

Video: Apple-Car

Codename: Titan!

Apple entwickelte die Lenkung zusammen mit der schwedischen Firma BAE Hägglunds. Die Schweden sind auf Militärfahrzeuge spezialisiert, was erklären könnte, warum in der Patentzeichnung Kettenfahrzeuge zu sehen sind. Was Apple mit der Lenkvorrichtung vorhat, ist unklar. Jedenfalls bezieht sich das Patent auf ein Gelenkfahrzeug, das sich aus zwei Teilen zusammensetzt, die durch die Lenkvorrichtung verbunden sind. Kurz gesagt: Das Patent wirft viele Fragen auf, ist aber ein echter Beweis dafür, dass Apple an einem Fahrzeugkonzept arbeitet.

So könnte das Apple-Auto am Stau vorbeifahren

Als nicht unwahrscheinlich gilt die Theorie, dass Apples geplantes Auto, Projektname "Titan", sich mit Hilfe der Kupplung mit anderen Apple Cars zu einer Kolonnenfahrt zusammenschließen kann, bei der das erste das Steuern übernimmt. Denn auf amerikanischen Highways gibt es zum Vermeiden von Staus oft Sonderfahrstreifen für sogenannte "Carpools". Eine Kolonne von Apple Cars könnte berechtigt sein, sich dort zu bewegen. Bereits Anfang August 2016 hat Apple indirekt den Fahrdienstleister Uber in China übernommen: Apple besitzt große Anteile an der Firma Didi Chuxing, die Uber China übernommen hat. Didi Chuxing plant das Apple-Auto in die Flotte zu integrieren, so die amerikansiche Nachrichtenseite Computerworld.
Die Konkurrenz: Das plant Google

Tim Cook schürt 2015 Gerüchte zum Apple Car

Apple-CEO Tim Cook sagte bereits 2015, dass die Software ein immer wichtiger werdender Bestandteil des Autos der Zukunft sei. Ebenso mutmaßte Cook auch, dass autonomes Fahren und eine Abkehr von klassischen Antrieben wichtige Aspekte beim Thema Mobilität sein werden. Schon im September 2015 berichtete das "Wall Street Journal" über sich verdichtende Gerüchte um ein Apple Car mit dem Projektnamen "Titan". Nach Angaben des Magazins "Motortrend" sollen rund 1000 Entwickler im kalifornischen Sunnyvale unter dem Decknamen "SixtyEight Research" am Apple-Auto forschen.

So stellen sich Zeichner das Apple-Car vor

Der Entwurf von Larson: Front und Heck des Vans sind komplett gleich, das Auto ist in beide Richtungen fahrbar.

©Larson

Wie hätte sich Apple-Gründer Steve Jobs das perfekte Auto, das Apple-Auto, vorgestellt? Dazu gibt Apple keine Antwort. Daher hat AUTO BILD die drei besten Zeichner gebeten, ihre Vorstellung vom iCar zu Papier zu bringen. Bewertet wurden die Entwürfe von Hartmut Esslinger, Gründer von Frogdesign, der in den 80er- und 90er-Jahren im Auftrag von Jobs das markante Erscheinungsbild der Marke geprägt hat. Esslinger ist 71 Jahre alt und lebt im Silicon Valley, zehn Minuten vom Apple-Hauptquartier entfernt.

Zwei Illustratoren glauben an einen Mikrobus

Das ist Radovan Varicaks Zeichnung. Er ist der Meinung, dass es beim iCar nicht auf die Form ankommt.

©Radovan Varicak

"Hier weiß jeder, dass Apple dabei ist, ein Auto zu entwickeln", sagt er. Sein Favorit ist von Lars Sältzer (Künstlername Larson). Esslinger: "Der Entwurf ist frisch, witzig und markant. Apple wird sich sicher nicht anpassen, und daher gefällt mir der Larson-Entwurf so gut. Das ist ein Statement der Modernität. Ein Mikrovan, wie ich ihn für denkbar halte." Auch Illustrator Andrei Avarvarii favorisiert ein kleines Raumfahrzeug, das in seiner Erscheinung an die Studie des VW Mikrobus erinnert. Esslinger erkennt in der Front eher einen alten Greyhound-Bus – und findet den Vorschlag deswegen zu wenig progressiv.

Andrei Avarvarii findet, dass ein Apple-Auto dem simplen, minimalistischen Stil der Apple-Produkte folgen sollte.

©Avarvarii

Fehlende Modernität wirft er auch dem dritten Entwurf von Radovan Varicak vor. Frei stehende Räder hinten findet das Apple-Urgestein wenig zeitgemäß, so oder so ähnlich haben Studien für ihn schon zu oft ausgesehen. Fraglich bleibt angesichts der neuesten Pläne, ob das Apple Car ein autonom fahrender, elektrisch betriebener Mikrovan ist, der einen völlig neuen Umgang der "User" mit einem Automobil anstrebt. Oder vielleicht doch nur eine Software für autonom fahrende Autos?

Google baut sein erstes Auto

Google-Auto Google-Auto Google-Auto

Autoren: Bernhard Schmidt, Michael Gebhardt, , Katharina Berndt

Fotos: Larson, Avarvarii, Radovan Varicak

Stichworte:

Autonomes Fahren

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