Arab Run im Dubai Autodrome — 01.06.2007
Tausend und eine Pracht
Kaum ein Supersportwagen, der nicht kurz nach seiner Präsentation auf den Straßen im fernen Land der Träume auftaucht. In Dubai sprudelt das Geld nicht nur aus dem Boden, sondern auch durch die teuersten Benzinleitungen der Welt.
Die ersten Sonnenstrahlen zeigen sich am Horizont. Der Morgen graut. Das ist das Startsignal: Rund 60
Supersportwagen verlassen die vertraute Garage und ziehen in einer Kolonne gen Norden. Im Land des schwarzen Goldes wird stolz präsentiert, was jenseits von Gut und Böse und jenseits der 300
PS im Straßenverkehr bewegt werden kann. Im alten Europa fristen die
Sportwagen der Superlative dagegen meist ein kümmerliches Dasein, von dicken Mauern umschlossen verstauben sie in privaten Fahrzeug-Sammlungen. So schnell wie ein
Mercedes Benz SLR McLaren den Weg in die arabische Welt findet, so schnell wird er hierzulande weggesperrt – nie sieht er einen Tropfen Regen, geschweige denn dreckigen Asphalt.
Was rastet, das rostet
Für die A7 von Ulm nach Hamburg zu schade, für die Wüste gerade recht.
Beim Sportwagen-Show-Off in Dubai, dem Arab Run, treffen sich Scheichs und die, die es sich leisten können, einen
Bugatti Veyron für 1,3 Millionen Euro aus der Portokasse zu zahlen. Dort werden Autos gefahren und nicht gehortet. Die Tagestour des edlen Konvois startet inmitten der Arabischen Emirate, im bekannten Touristen-Paradies Bab al Shams. Von hier aus geht die lockere Ausfahrt in Richtung Dubai Autodrome, wo neben einem kleinen Snack auch ein paar flotte Runden auf der modernen Rennstrecke, 5,39 Kilometer Wüstenkurs ohne Geschwindkeitsbeschränkung, absolviert werden. Zu sehen sind über 60 Supersportler, von A wie
Arden bis Z wie
Zagato, hier prangen ausschließlich die nobelsten Namen auf den Typenschildern am Heck der Boliden. Doch so schön der Anblick auch ist: Oft bleibt den Zaungästen kaum Zeit zu erkennen, was da gerade mit Keischen oder Donnern an einem vorbei fliegt.
Die Pferdchen brauchen Ruhe
Teure Parkrempler: der Lamborghini Murciélago kostet 249.000 Euro.
Nach der Höchstgeschwindigkeitshatz und einer neuen Bestzeit, die es im kommenden Jahr zu knacken gilt, geht es weiter in Richtung Le Meridien al Aqah Fujairah, eine der nobelsten Hotelanlagen der Welt. Hier hält die elitäre Kolonne allerdings nur zum Dinner. Der Tag geht schneller als gedacht vorbei. Endgültiges Ziel ist schließlich der Peppermint Nightclub nördlich von Dubai. Die Pferdchen verlangen nach eine Pause und SuperPlus, die Lenker nach einem fürstlichen Abendessen bei Sonnenuntergang. Weit ab von all dem Luxus und den automobilen Sensationen müssen wir uns nicht ausgegrenzt fühlen, denn auch im Land von Sindbad und den Flaschengeistern gelten Geschwindigkeitsbegrenzungen: 120 km/h auf Autobahnen, 80 km/h auf Landstraßen, 60 km/h innerorts.