Arden XKA

Jaguar Arden XKA Jaguar Arden XKA

Arden XKA

— 23.04.2002

Extreme Krallen

Arden macht den Jaguar XKR noch wilder: 462 statt 363 PS, Feinschliff statt Serienoptik. So viel Exklusivität hat aber auch ihren Preis.

Dompteur Arden schärft Jaguar die Krallen

Kleine Katzenkunde: Es gibt welche zum Schmusen und Streicheln. Und es gibt die anderen. Die wilden. Die gefährlichen Bestien. Zu letzterer Spezies gehören zweifellos die XKR-Modelle von Jaguar. Das sind echte Wildkatzen. Form und Technik senden ein eindeutiges Signal: Vorsicht, bissig!

Mit vier Liter Hubraum und 363 Kompressor-PS ist der Jagdinstinkt schon von Geburt an tief im Wesen des XKR verankert. Jaguar-Tuner Arden setzt aber noch einen obendrauf. Als Basis für seinen Arden XKA dient der offene XKR, der bereits ab Werk mit üppiger Ausstattung für 86.370 Euro in der Preisliste steht.

Dompteur Arden schärft dem Jaguar die Krallen auf traditionelle Weise: Bohrung und Hub sind serienmäßig beim V8-Motor mit 86 mal 86 Millimetern genau quadratisch ausgelegt - durch eine Huberweiterung auf 95 Millimeter pro Zylinder wächst der Gesamthubraum von vier auf 4,4 Liter. Gleichzeitig hat Arden die Verdichtung (9,5:1 statt 8,9:1) leicht angehoben. Durch diese Maßnahmen steigt die Leistung auf 462 PS. Gleichzeitig verschiebt sich der Drehmomentberg von 505 auf stolze 680 Newtonmeter.

Von null auf 100 km/h beschleunigt der XKA in 5,3 Sekunden, bis Tempo 200 vergehen schlanke 18,2 Sekunden. 280 km/h soll die Katze rennen, mit Hardtop sogar 295. Der Preis für das Motortuning: 30.400 Euro.

XKA: So klingt eher eine Cobra

Fast zwei Tonnen muss der Kompressormotor vorwärts treiben. Die gewaltige Masse wird in schnell gefahrenen Kurven unangenehm bemerkbar, dann drängt die Wildkatze mit Macht nach außen. Doch auf der Autobahn lässt der Arden XKA bis auf wenige Supersportwagen alles schnell hinter sich. Absolut ruckfrei und lückenlos reißt das aufgeladene V8-Aggregat den Jaguar schon ab 1500/min kraftvoll nach vorn.

Die Art der Leistungsentfaltung ist derart souverän, dass der Fahrer das volle Potenzial nur auf der Rennstrecke ausschöpfen kann. Dabei stört allerdings die schlecht dosierbare Bremse: Das Pedalgefühl ist zu weich und indifferent. Immerhin lässt sich die Hochleistungsanlage kaum an ihre Grenzen bringen. Hinten hat Arden 340-Millimeter-Scheiben und zwei Vier-Kolben-Sättel verbaut, vorn sogar 370er-Scheiben und zwei Sättel mit sechs Kolben.

Gut auch die Bereifung: Die Pirelli PZero bauen viel Grip auf und verschieben den Grenzbereich weit nach oben. Für den Einsatz auf der Piste dürfte die Lenkung allerdings noch präziser arbeiten. Harte Lastwechselreaktionen und Sitze mit wenig Seitenhalt lassen das zügige Wedeln durch enge Wechselkurven zu einem mühevollen Unterfangen werden. Der XKA ist eben kein Rennwagen, sondern ein Reise-Cabrio. Und so sollte er auch bewegt werden: Bei 2000/min und 80 km/h gleitet das XKA satt brummend davon. Beim Auspuffton bleibt von britischer Zurückhaltung nichts mehr übrig. So klingt eher eine Cobra.

Stolze 152.000 Euro kostet das Tier

Umfangreich, aber nicht aufdringlich ist das gelungene Optik-Paket. Arden rückte dem Jaguar mit Frontspoiler, Heckschürze, Edelstahlgrill, Seitenschwellern, Sportspiegeln, beleuchteten Einstiegsleisten sowie eingerahmten Nebelscheinwerfern aufs schöne Fell. Besonders markant sind die kleinen Doppelrückleuchten. Der 7000 Euro teure Styling-Kit ist mehr als Zierde. Im Ford-Windkanal verbesserte sich der cw-Wert durch die Anbauten von 0,34 auf 0,33; gleichzeitig sank der Auftriebsbeiwert von 0,15 auf 0,12.

Von Haus aus rollt das Cabrio auf sanften Pfoten. Klar also, dass Arden den Jaguar-Tatzen strammere Muskeln verpassen musste. Die Geschmeidigkeit bleibt zum Glück trotz Tieferlegung (30 Millimeter) und 19-Zoll-Rädern (Breite: 8,5 Zoll vorn, zehn hinten) weitgehend erhalten. Der Preis für den kompletten Fahrwerk- und Bremsensatz liegt bei 14.000 Euro.

Und innen? Jede Menge Edelholz, Chromzierrat, Aluminium und Leder werten das Interieur, das schon ab Werk nicht stillos ist, noch weiter auf. Kosten: rund 8000 Euro. Insgesamt addiert sich der vollständige XKA-Preis damit auf stolze 152.000 Euro. Kein Zweifel: Dieser Jaguar ist ein Rassetier - schön, stark, schnell. Ein geborener, aber teurer Sieger.

Fazit und Technische Daten

Fazit Arden verschafft dem Jaguar nicht nur größere Exklusivität, sondern auch exzellente Fahrleistungen. Das Tuning distanziert ihn nochmals deutlich vom Serienmodell und rückt den Briten bei den reinen Fahrleistungen auf das Niveau von Supersportlern. Reifen und Fahrwerk sind dieser Urgewalt angemessen, ohne jedoch das naturgegebene Defizit des XKR ausräumen zu können: Bei extrem sportlicher Fahrweise drücken das hohe Gewicht und das wenig sportliche Getriebe auf die Lust, mit der Katze bis zum Äußersten zu spielen.

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