GM Daewoo ist startklar

GM Daewoo nimmt Betrieb auf

Asiatische Automärkte

— 18.10.2002

Detroit auf dem Weg nach China

Mit einiger Verspätung nehmen die US-Asiaten ihre Arbeit auf – anvisiert ist ein Jahresumsatz von fünf Milliarden Dollar.

Neustart mit einem 2-Milliarden-Kredit

Das Daewoo-Abenteuer hat für General Motors jetzt erst richtig begonnen. Am Donnerstag nahm das südkoreanische Gemeinschaftsunternehmen GM Daewoo Auto & Technology Co. (GMDAT) die Arbeit auf - gut ein Vierteljahr später als geplant. Zähe Verhandlungen über die Schulden von Daewoo Motor, heftige Auseinandersetzungen mit der Hausgewerkschaft und ein Streik der Zulieferer hatten den Beginn verzögert.

Schon am Mittwoch wurden dem jungen Unternehmen, das zu großen Teilen aus der bankrotten und unter gerichtlicher Zwangsverwaltung stehenden Daewoo Motor hervorging, frisches Kapital zugesagt: Mehr als zwei Milliarden Euro wollen die Gläubigerbanken an neuen Krediten zuschießen, gut ein Drittel dieses Betrages wird von der staatlichen Korea Development Bank (KDB) gewährt.

Die KDB war der größte Gläubiger von Daewoo Motor, dem drittgrößten Autokonzern Südkoreas. Bei dem neuen Gemeinschaftsunternehmen ist die Bank der zweitgrößte Aktionär, hält 33 Prozent am Grundkapital. Die amerikanische General Motors Corp. (GM) ist mit 42,1 Prozent an der GMDAT beteiligt, der japanische GM-Partner Suzuki Motor hält 14,9 und Shanghai Automotive GM zehn Prozent.

Der Deal öffnet GM das Tor nach Asien

Im Frühjahr hatten sich General Motors (GM), Daewoo Motor und die Gläubigerbanken des südkoreanischen Autobauers auf eine Übernahme des Kerngeschäfts durch die Amerikaner geeinigt: Dazu zählen zwei inländische Hauptwerke, eine Daewoo-Fabrik in Vietnam und ausländische Vertriebsgesellschaften. Für das neue Unternehmen wird ein Jahresumsatz von fünf Mrd. Dollar anvisiert. Seitdem das Daewoo-Industriekonglomerat 1999 zerbrochen war, wurde versucht, einen Käufer für Daewoo Motor zu finden. Zunächst war Ford interessiert, auch DaimlerChrysler gab zusammen mit Hyundai ein Angebot ab.

Nun hat GM den Zuschlag erhalten. Detroit wird 251 Millionen Dollar in GMDAT einbringen und muss kaum Schulden der alten Daweoo übernehmen. Der weltgrößte Autokonzern hat an seinen ehrgeizigen Asienplänen festgehalten. Jetzt hat GM durch das südkoreanische Gemeinschaftsprojekt Zugang zum zweitgrößten Automarkt Asiens, wo der Konzern bislang keine 500 Autos im Jahr verkaufte. Nun drängt GM – mit seinen japanischen, chinesischen und südkoreanischen Partnern – mit Macht und Synergiepotenzial in den asiatischen Markt. Angesichts des neu erstarkten Konkurrenten hat die Hyundai Motor, Südkoreas führender Autobauer, eine Expansionsoffensive in Ostasien angekündigt – zusammen mit seinem Partner DaimlerChrysler.

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