Asma Venustus

— 26.10.2009

Asma tunt Bentley Continental

Überraschung: Veredler Asma wagt die Abkehr von der reinen Mercedes-Lehre. Er tunt nun Bentley. Mit dem Venustus betritt er einerseits Neuland – und bleibt sich andererseits dennoch treu.



Gewisse Dinge sollte man vermeiden: Mit 200 km/h im Baustellenbereich geblitzt zu werden etwa, mit offenem Schiebedach durch die Waschstraße zu fahren oder im August nach Abu Dhabi zu reisen. Dort ist es dann nämlich so heiß (40 Grad), dass man sich ausschließlich in klimatisierten Räumlichkeiten aufhalten sollte. Ein Auto zu fahren, geht deshalb klar – eines zu fotografieren wird zum Kraftakt. Was uns in die Wüste gelockt hat? Die Aussicht auf einen Ausritt mit der neuesten Kreation von Asma – dem Venustus, einem veredelten Bentley Continental. Ein saudischer Politiker hat das Fahrzeug in Auftrag gegeben – wir sind die Einzigen, die Gelegenheit haben, das Luxusmobil vor der Auslieferung zu fahren. Das präsentiert sich als scheues Reh – und macht sich rar: "Das Auto ist im Prinzip fertig – nur Sitze und Lenkrad fehlen noch", erklärt uns der Veredler mit mühsam unterdrücktem Zorn. Die sind noch bei Sattler Gil, der sie mit Leder beziehen soll. Wir sitzen im Hotel und drehen Däumchen.

Mehr über den Continetal? Hier geht es zur neuen Bentley-Markenseite

Bei unserer Anreise befindet sich das Venustus-Cockpit noch im Rohbau.

Bei unserer Anreise befindet sich das Venustus-Cockpit noch im Rohbau.

Erst am nächsten Morgen können wir loslegen – in aller Herrgottsfrühe. Bereits gegen Mittag fliegen wir zurück nach Deutschland. Majestätisch auf einem Lkw thronend, trifft der Bentley ein. Mit arroganter Miene blickt er von der Ladefläche auf uns herab. Um sein blendendes Aussehen scheint er zu wissen. Trotz Verbreiterungen und Tieferlegung – der Tuner modifiziert das Auto mit Augenmaß. Und poliert die Optik des seit 2003 gebauten Fahrzeugs mit schlafwandlerischer Sicherheit auf. Details wie die aus der C-Säule wachsenden vertikalen Flügel verdeutlichen Asmas Bestreben, eine bisweilen stagnierende Szene mit neuen Impulsen zu beleben. Vor und hinter den Hinterrädern recken kleine, frei stehende Flaps ihre Extremitäten in die Höhe – ausgehend von Schweller und Heckschürze. Die vorderen Kotflügel modelliert Asma komplett neu, die hinteren verbreitert er mit Aufsätzen. Asma greift bei seinem ersten Bentley-Umbau auf GFK zurück; auf Wunsch sind alle Anbauteile auch in Echtkarbon erhältlich. Die zusätzlichen Rundungen stehen dem Auto vorzüglich – und sehen so gottgewollt aus wie die Implantate von Pamela Anderson.

Motortuning auf 644 PS

Seitliche Flaps an einem Bentley?! Nach Meinung des Tuners absolut legitim.

Seitliche Flaps an einem Bentley?! Nach Meinung des Tuners absolut legitim.

Gil hat vor dem Zeitdruck kapituliert: Das Interieur ist nicht restlos komplettiert (das gezeigte Cockpitbild wurde nachgeliefert). Erst im Nachhinein stellen wir deshalb fest, welche Aura opulenten Prunks Asma inszeniert – das Moulin Rouge lässt grüßen. Was der Tuner nicht mit rotem oder schwarzem Leder hat beziehen lassen – natürlich samt passender Ziernähte –, trägt eine tiefschwarz glänzende Klavierlackbeschichtung zur Schau. Den Fahrersitz hat Gil nur notdürftig fixiert – Einstellmöglichkeiten gibt es keine. Mein Kopf steckt daher im Dachhimmel. Von derlei Widrigkeiten abgesehen, macht das Fahren Riesenspaß. Der Bentley federt trotz der riesigen 22-Zöller kommod und pfeilt mit sauberem Strich um Kurven. Der Auspuff röhrt zutraulich. Power ist im Überfluss vorhanden – das zur Verfügung stehende Drehmoment von 765 Newtonmetern reicht in guten wie in schlechten Zeiten. Die elektronische Kraftkur erhöht selbstverständlich auch die Leistung – von 560 auf 644 PS.

Auf deutschen Autobahnen könnte der schwarze Düsenjäger bis zu 325 km/h Spitze rennen. In Saudi-Arabien wird er dazu kaum Gelegenheit haben. Kurz vor Abflug ist die Geschichte endlich im Kasten. Schweren Herzens trennen wir uns von einem tollen Auto – leichten Herzens von den klimatischen Bedingungen. Die haben wahrscheinlich auch Gil mental blockiert.

Autor: Ben Arnold

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