Aston Martin DB5/DBS: Gestern und heute
— 29.01.2013
Man lebt nur zweimal
Es gibt Autos, die man erlebt haben sollte. Und dann solche wie Aston Martin DB5 und DBS, die man einfach erlebt haben muss. Umso praktischer, wenn man jeweils ein Leben hat.
Nichts Schlimmeres als diese ewigen Klischees: Franzosen, die den lieben langen Tag Baguettes durch Paris radeln und 007, bei dem man sich fragen muss, wie er Zeit findet, die Welt zu retten, wo er doch in jeder Aston-Story mitspielen muss. Diesmal hätten wir es deshalb eigentlich ganz gern ohne ihn gemacht, ohne diesen Bond – James Bond, doch dann ist er nun mal vom Himmel gefallen. Und auch wenn man sich an Schleudersitzen und Bord-MGs längst sattgelesen hat, geholfen haben sie allemal. Nicht nur dabei, ein Auto, das lediglich drei Jahre der Geschichte belegt, zum berühmtesten aller Zeiten zu machen; sondern auch beim Start des DB5 rund ein Jahr vor seiner Kinopremiere in Goldfinger, als er sich im alten Dress als neues Modell verkaufen musste.
Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS
Betörendes Touring-Design mit werksmäßigem Faltdach. Die Abgasanlage klingt nicht nur tief, sie ist es auch.
An Reiz verloren hatte es nicht, der Superleggera-Dress aus Alu und Magnesium, das sie bei Touring einst seinem Vorgänger DB4 maßschneiderten. Eine Drehstromlichtmaschine ermöglichte nun Nettigkeiten wie elektrische Fensterheber; die matte Dunlop-Bremse entrümpelte man zugunsten der Girling-Anlage aus dem DB4 GT; optional gab's ein – wir sprechen von den Sechzigern – adaptives Dämpfersystem. Schon in seiner Standardkonfiguration übertraf der Kurzhuber seine Ausgangsbasis um knapp 40 PS. Das volle Potenzial entlockte man ihm aber erst über die Vantage-Specification, die ihn auf imposante 330 PS hochschraubte. Zum Verständnis:
Porsche mühte sich damals mit maximal 130 ab.
Hintergrund: So testet AUTO BILD
Die Carbon Edition äußert sich in Gestalt von reichlich Kohlefaserdekor und diamantgedrehten 20-Zöllern.
Ein halbes Jahrhundert später – Bond treibt es zwischenzeitlich mit
Lotus,
BMW und nicht weniger als 55 Girls – haben einstige Underdogs teils übermächtige Gegner hervorgebracht, während man bei
Aston Martin noch immer der Maxime folgt, nicht der Schnellste sein zu müssen, solange man einer der Schnellsten ist. Das mag nach Stillstand klingen, nach Eigensinn oder der Unfähigkeit mitzuhalten, erschafft jedoch ein exklusives Reservat, in dem Leistung noch aus Kultur gezüchtet wird. Mit 517 PS steht der
DBS heute jedenfalls für genau dieselbe absurde Verknüpfung aus Eleganz und Krawall wie künftig ein Vanquish und damals der DB5.
Weitere Details zu den beiden Sportlern gibt es in der Bildergalerie.
| Technische Daten |
DB5 Vantage |
DBS Carbon Edition |
| Motor |
R6 |
V12 |
| Hubraum |
3995 cm³ |
5935 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min |
243 (330)/5750 |
380 (517)/6500 |
| Nm bei 1/min |
393/4500 |
570/5750 |
| Verbrauch auf 100 km |
ca. 15-20 l Super |
15,5 l Super Plus (ECE-Norm) |
| Beschleunigung 0-100 km/h |
ca. 7,1 s |
4,3 s |
| Höchstgeschwindigkeit |
260 km/h |
307 km/h |
| Preis Serienfahrzeug (ohne Extras) |
4.247 GBP (1964) |
257.912 Euro (2012) |
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Aston Martin DB5 Vantage, Aston Martin DBS Carbon Edition
Veröffentlicht:
04.01.2013
Autor:
Stefan Helmreich
Fazit
Der DB5 formt 1963 das Ideal vom Hochleistungs-GT, dem auch der DBS nacheifert. Beide verkörpern das sportliche Maximum, das man sich als Aston Martin erlauben kann, sind objektiv schön – und inzwischen Geschichte. So bitter es ist: Der Morgen stirbt eben nie.
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