Aston Martin DB9 GT Roadster: Fahrbericht

Aston Martin DB9 GT Roadster (2015): Fahrbericht

— 31.07.2015

So fährt der neue DB9 GT Roadster

Nicht nur James Bond steht auf Aston Martin. Die noble Sportwagenmarke hat auch viele Fans ohne das nötige Kleingeld. Fahrbericht DB9 GT Roadster!

Aston Martin DB9 GT Roadster: Vorne tief geduckt, hinten windschlüpfrig, dazwischen jede Menge Fahrspaß.

Es muss am Design liegen. Oder am Klang der Motoren. Oder an der Tradition im Motorsport. Oder an allem gleichzeitig. Auf jeden Fall ist ein Aston Martin immer ein Statement seines Besitzers: Seht her, ich pfeife auf Porsche und Ferrari, auf sterile Hightech und Hochdrehzahlkonzepte. Stattdessen gibt's Kraft im Maßanzug, ein feiner Auftritt ist allemal wichtiger als Power. Dabei hat das neue Topmodell der Baureihe auch davon mehr als genug. Leistet der DB9 bereits 517 PS, so haben die Ingenieure im GT weitere 30 Rennpferdchen aufgespürt, und zwar allein durch eine neu programmierte Steuersoftware. Überraschung: So rennt der GT in der Höchstgeschwindigkeit mit 295 km/h exakt so schnell wie sein schwächerer Bruder, beschleunigt in 4,5 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und ist damit gerade mal ein Zehntel schneller.

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Der AM-11-Zwölfzylinder gehört noch lange nicht zum alten Eisen. Mit dem Brüllen von 547 PS beweist er eindrucksvoll das Gegenteil.

Weil auch das maximale Drehmoment von 620 Newtonmeter im Vergleich zum normalen DB9 unverändert blieb, sind in der Elastizität wohl ebenfalls nur kleine Sprünge messbar (was ein späterer Test klären muss). Beeindruckend ist jedoch, wie sich der sechs Liter große V12 in Szene setzt. Die spontane Gasannahme des Saugers ist immer wieder eine Pracht. Der Gasfuß spürt unmittelbar, wie sich selbst kleinste Bewegungen ansatzlos in Vortrieb umwandeln. Dass der AM11-Motor in seiner Grundkonstruktion mittlerweile ein betagtes Aggregat ist, spürt man zu keiner Sekunde. Und die Tage des famosen Zwölfzylinders sind noch längst nicht gezählt, auch wenn der Nachfolger des DB9 für 2016 (heißt DB 11) zunächst auf den aufgeladenen 4,0-Liter-V8 von AMG setzen wird. Denn der V12 gehört zur Kern-DNA der Marke, wie der neue CEO Andy Palmer bereits mehrfach betont hat. Übrigens: Im neuen James-Bond-Streifen "Spectre", der im Spätherbst in unsere Kinos kommt, fährt Bond einen DB 10, ein Unikat, das bereits viele Designelemente des DB 11 enthält.

Aston Martin DB9 GT Roadster: Fahrbericht

Die Landstraße ist das Revier des offenen Flitzers, aber auch höhere Geschwindigkeiten lassen sich mit offenem Dach ertragen.

So genießen wir einfach seine Power, flippen die sechs Gänge der Touchtronic 2 durch das Drehzahlband und ergötzen uns an dem frei atmenden V12, der beim sanften Beschleunigen im Normalmodus noch heiser vor sich hin spricht, im Sportmodus dann in wenig zurückhaltendes Röhren verfällt und dabei jeden Gangwechsel mit kurzem Flap aus dem Klappenauspuff bekannt gibt. Wer die Gänge bis zum Schaltpunkt bei 6500 Umdrehungen ausdreht, muss weder Rockkonzerte noch die Bayreuther Festspiele besuchen, zumindest für wahre Autofans klingt diese Soundkulisse wohl ebenso grandios.

Das Coupé kostet ab 187.000 Euro

Optisch macht der GT auf Understatement. Nur an wenigen Details werden die Unterschiede zur Basis deutlich.

Wunschlos glücklich wären wir, wenn die Schalt-Paddels nicht starr auf der Lenkradnabe sitzen, sondern sich mitdrehen würden. Vorteilhaft nicht nur auf Rennstrecken, denn mit dem in drei Stufen (Normal, Sport, Track) verstellbaren Dämpfersystem lässt sich der GT im Abrollkomfort stufenweise nachschärfen. Aber nicht vergessen: Im Grunde bleibt der 2+2-Sitzer ein klassischer Gran Turismo, immerhin 1890 Kilogramm (Coupé: 1785 kg) schwer und trotz Sperrdifferenzials mit begrenztem Schlupf an der Hinterachse im Handling spürbar anders als ein Porsche 911 Turbo. Optisch ist der GT an neuem Frontsplitter und Heckdiffusor (beide in Schwarz, optional in Carbon), GT-Gravur im Tankdeckel und graphitfarbenen Auspuffendrohren zu erkennen. Innen erhält der GT das neue Infotainment-System aus dem Vanquish, das zwar nicht so perfekt ist wie die modernsten Systeme deutscher Premiummarken, aber durchaus als Fortschritt gelten kann. Bei den Preisen bedeutet Fortschritt dagegen zunächst einmal mehr. So gibt es das Coupé ab 187.000 Euro (plus 9050 im Vergleich zum normalen DB9), der Roadster ist ab 202.000 Euro zu haben.

Autor: Michael Iggena

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