Aston Martin Rapide

Aston Martin Rapide Aston Martin Rapide

Aston Martin Rapide

— 09.01.2006

Britischer Geniestreich

Der nächste Coup des Dr. Bez: In Detroit präsentiert Aston Martin das viertürige Coupé Rapide – und klaut damit nicht nur Porsche die Schau.

Dr. Ulrich Bez ist ein bescheiden und höflich auftretender Mann. Einer, dem jegliche Form der Überheblichkeit fremd scheint. Und wohl erst recht keiner, der sich im stillen Kämmerlein vor Schadenfreude abrollt. Anderen würde all das an seiner Stelle schwerfallen: Auf der NAIAS 2006 zauberte der Schwabe die Versuchung auf vier Rädern aus dem Hut. Mindestens 250.000 Euro teurer, 480 PS stark, mit zwölf Zylindern gesegnet – und mit vier statt der Aston-üblichen zwei Türen. Ein viertüriges Sportcoupé, wie es begehrenswerter kaum sein kann – und womit eigentlich Porsche die Welt beeindrucken wollte. In ein, zwei Jahren.

Der erfolgsverwöhnte Techniker Bez fährt damit seinem Ex-Arbeitgeber Porsche erneut in die Parade: Mit dem V8 Vantage hat er einen echten 911-Konkurrenten auf die Räder gestellt. Mit dem Rapide – oder wie auch immer er später heißen mag – tritt er keck gegen den geplanten Panamera an, von dem es bislang nicht viel mehr als eine Skizze gibt. Fehlt nur noch ein SUV ...

Viertürige Luxus-Coupés besetzen eine kleine, aber feine und margenträchtige Nische: Premiumhersteller Mercedes hat sie mit dem CLS eröffnet, Kleinserienbauer Porsche wollte nachziehen,

Lob muß erlaubt sein: Mit dem Rapide hat Aston Martin sich selbst übertroffen.

die Handarbeiter von Aston Martin hatte wohl keiner auf der Uhr. Vom Coupé zur Limousine – dieser Trend setzt sich durch bei denen, die mit kleinen Stückzahlen großes Geld vedienen: Bentley hat den Continental GT zum Flying Spur aufgeblasen, Maserati transplantierte seine Coupé-Gene in den Quattroporte. So gesehen war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis die umtriebige Crew um Dr. Bez nachzieht.

Der Rapide hat alle Attribute, die auch die anderen Modelle der englischen Sportwagenschmiede so begehrenswert machen: Optisch zitiert er DB9 und Vanquish, beim Radstand legt er gegenüber dem Vanquish aber um fast 30 Zentimeter zu. Kein Wunder also, daß bei umgeklappten Einzelrücksitzlehnen über 600 Liter Gepäck im Kofferraum des Rapide Platz finden sollen. Theoretische Werte, denn wer benutzt seinen Aston

Frohlocket! Viel wird sich an diesem Inneraum nicht ändern.

schon als Lastesel, wenn vier Passagiere unter dem durchgehenden Glasdach in luxuriösem Ambiente durch die Landschaft gleiten können?

Der lichtdurchflutete Innenraum in hellem Leder läßt erwartungsgemäß keine Wünsche offen. Oder wie Aston Martin es formuliert: "Ein Interieur wie ein hochwertiges handgefertigtes Reisegepäck, bei dem die größte Aufmerksamkeit auf den Details liegt." Natürlich gibt es den gläsernen Startknopf, der die Sechs-Liter-Maschine zum Leben erweckt, und natürlich gibt es das typische Aston-Martin-Cockpit mit den gegenläufig arbeitenden Zeigern. Aber es gibt auch eine indirekte Innenraumbeleuchtung, DVD-Monitore für die Passagiere auf der Rückbank, edles Holz an den Sitzlehnen und den freien Blick in den Himmel, der sich auf Wunsch verdunkeln läßt.

Für besondere Freude dürften das exklusive Schachbrett und die beiden Magnum-Flaschen Champagner nebst Gläsern im Kofferraum sorgen. Die werden bei einer Serienfertigung wohl verschwunden sein, die Seidenteppiche allerdings nicht, verspricht Rapide-Schöpfer Bez.

Autoren: Ralf Bielefeldt,

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