Astra Sports Tourer/Golf Variant: Test

Opel Astra Sports Tourer VW Golf Variant Opel Astra Sports Tourer VW Golf Variant

Astra Sports Tourer/Golf Variant: Vergleich

— 01.11.2010

Mit neuer Größe gegen den Golf

Opel rüstet auf: Der neue Kombi vom Astra wächst auf Mittelklasse-Format. Sein Name: Sports Tourer. AUTO BILD hat ein erstes Treffen mit dem Lieblingsgegner VW Golf Variant arrangiert.

Größer ist schöner ist besser. Diesen Dreiklang hätten die Opelaner ab November 2010 gern für ihr jüngstes Baby reserviert, den Astra Sports Tourer. Und für den Vergleich mit dem Vorgänger Astra Caravan mag das ja stimmen. Aber kann der größte Astra aller Zeiten auch den Golf Variant übertrumpfen? Zumindest im Format stellt er den Wolfsburger Erzrivalen in den Schatten. Der Astra hat gegenüber dem alten Caravan um 18 Zentimeter zugelegt und misst in der Länge satte 4,70 Meter! Kompaktklasse ist das nicht mehr, so weit streckte sich noch vor zehn Jahren ein Passat Variant. Und was macht der Opel draus?

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Na ja, keinen Rekord, was ein wenig enttäuscht: Das Kofferraumvolumen liegt mit 1550 Litern nur knapp über Golf-Niveau. Wo verstecken sich all die zusätzlichen Zentimeter? Hatten die Designer das letzte Wort und die Kombi-Experten das Nachsehen? Muss wohl so sein, denn die elegante Form mit abfallendem Dach ergibt eben keinen Riesenraum wie im alten Caravan, der 1590 Liter schluckte. Opels neues Selbstbild hat nach dem Insignia nun auch den Astra erfasst – ob das die Stammkundschaft gut findet? Doch neben schierer Größe bietet der Sports Tourer immer noch sehr gute Kombi-Qualitäten. Erstens: Der Ladeboden ist eben, da stört beim Ausladen kein Absatz zur Heckklappe wie im Golf. Zweitens: Die Rücksitzlehnen lassen sich jetzt von hinten elektrisch fernentriegeln. Der Golf kann das nicht. Drittens: Das Gepäckrollo lässt sich bei vollen Händen mit dem Ellbogen aufstupsen (nicht im Golf). Viertens: Hintere Sitzkissen zum Rausnehmen kennt man aus Wolfsburg ebenso wenig wie – fünftens – den ausziehbaren Fahrradträger für vier (kommt 2011).

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Gut: Der Golf überzeugt mit Funktionalität.

Geht es rein nach diesen Vorzügen, sieht der Wolfsburger ganz schön alt aus. Zumal der Opel auch beim Platzangebot die Nase vorn hat. Passagiere genießen im Opel vorn wie hinten die größere Kopf- und Beinfreiheit, die Sitze sind weiter verstellbar. Das hört sich gut an, sieht aber nicht ganz so gut aus. Bei der Qualität erreicht Opel nicht das hohe VW-Niveau, die Materialien wirken im Golf eine Spur feiner, die Verarbeitung sorgfältiger. Dazu will der Astra mit verspieltem Design punkten, wo der Golf mit schlichter Funktionalität überzeugt. Ganz klar auch eine Sache des persönlichen Geschmacks, auf jeden Fall wirkt der Astra frischer.

Ob er sich auch lebendiger anfühlt, zeigt der Blick auf die Motoren. Beide bieten fünf Benziner und fünf (Opel) beziehungsweise drei Diesel. Opel allerdings mit mehr Leistung (bis 180 PS beim Benziner, 160 beim Diesel; Golf 160 beziehungsweise 140 PS) bei leicht höheren Verbrauchswerten. Einzig der Basis-Benziner (100 PS) ist – auf dem Papier – um einen halben Liter sparsamer als der kleinste Golf (80 PS). Den Vorzeige-Sparer Golf BlueMotion Technology (105-PS-Diesel mit 109 g CO2) will Opel zum Frühjahr mit einem 1.3 CDTI (95 PS) mit ebenfalls 109 Gramm CO2-Ausstoß kontern.

Bei den Extras greift der Opel Astra Sports Tourer in die Trickkiste

Teuer: Wichtige Extras gibt es beim Astra Sports Tourer erst ab der Edition-Ausstattung.

Die Sahne auf dem Kombi-Kuchen sind feine Extras, die das Lasterleben leichter und schöner machen. Hier greift Opel ganz tief in die Trickkiste. Ob heizbares Lenkrad, variables Sicherheits-Lichtsystem, Frontkamera mit Verkehrsschilderkennung und Spurassistent oder das einstellbare Flexride-Fahrwerk: Technisch ist der Opel Astra Sports Tourer voll auf der Höhe. Der Golf kann im Gegenzug sein Direktschaltgetriebe mit Doppelkupplung als dicken Trumpf aufbieten. Doch all das kostet richtig Geld. Opels Preisliste startet mit 18.000 Euro für den 100-PS-Benziner. Den Golf mit 80 PS gibt's für 18.700 Euro. Doch dieser Astra ist das nackte Kassenmodell. Eine Mogelpackung ohne elektrische Fensterheber hinten und Klimaanlage (serienmäßig beim Golf). Wichtige Extras wie Einparkhilfe, Tempomat, Schiebedach oder Telefonanschluss sind nicht zu bestellen und erst ab "Edition" (19.800 Euro) zu haben.

Das macht VW besser, wo fürs Basismodell nahezu alles einzeln geordert werden kann. Das ist kundenfreundlicher. Opel zockt mit dieser Aufpreispolitik ab, lässt sich nützliche Kombi-Innovationen nur in Verbindung mit höheren Ausstattungslinien teuer bezahlen. Da wünschen wir uns auch mehr Größe in der Preisliste.

Wie sich der Opel Astra Sports Tourer fährt, lesen Sie am Mittwoch, 4. November, hier bei autobild.de.
Daten und Preise im Vergleich
Modell Golf Variant 1.4 Astra Sports Tourer 1.4
Motor Vierzylinder, vorn quer Vierzylinder, vorn quer
Hubraum 1390 cm³ 1398 cm³
kw (PS) bei 1/min 59 (80)/5000 74 (100)/6000
Nm bei 1/min 132/3800 130/4000
Getriebe Fünfgang manuell Fünfgang manuell
0–100 km/h 14,9 s 14,5 s
Vmax 173 km/h 175 km/h
Länge/Breite/Höhe 4534/1781/1504 mm 4698/1819/1535 mm
Kofferraum 505–1495 l 500–1550 l
Verbrauch EU-Mix/CO2 6,4 l Super/149 g/km 5,9 l Super/139 g/km
Grundpreis ab 18.700 Euro ab 18.000 Euro
Jürgen von Gosen

Jürgen von Gosen

Fazit

Größe allein ist nicht alles, wie der Astra Sports Tourer wieder zeigt. Er sieht chic aus, bietet viel und kann eine Menge. Wer sich für ihn interessiert, sollte die Preisliste genau studieren. Denn er kostet nicht automatisch weniger als ein VW – auch hier zeigt Opel Mut zu einer neuen Größe.

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